Vorstand des Mietervereins ist sich einig: Zu wenig bezahlbarer Wohnraum

Probleme nehmen zu – und die Zahl der Mitglieder steigt

Roger Müller-Pröve, Sabine Klapproth und Frank Stork bilden den Vorstand des Rotenburger Mietervereins. ·
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Roger Müller-Pröve, Sabine Klapproth und Frank Stork bilden den Vorstand des Rotenburger Mietervereins. ·

Rotenburg - Von Guido Menker. Knappes Angebot, mehr Probleme und damit auch mehr Mitglieder: Der Mieterverein Rotenburg liegt bei den Menschen, die nicht über eine eigene Immobilie verfügen, im Trend. Zum Ende des vergangenen Jahres waren es 876 Mitglieder – „Tendenz steigend“, wie die zweite Vorsitzende Sabine Klapproth in einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärt.

„Es gibt in Rotenburg einfach zu wenig bezahlbaren Wohnraum“, bringt der Vorsitzende Frank Stork die Situation auf den Punkt. Vor diesem Hintergrund macht sich der Mieterverein dann auch für eine Förderung des sozialen Wohnungsbaus stark. Dass der Stadtrat ein solches Programm mit einem Gesamtvolumen von 500 000 Euro nun aber erst einmal auf Eis gelegt hat, passt Stork und Klapproth sowie dem dritten Vorsitzenden Roger Müller-Pröve gar nicht. Schließlich seien viele ihrer Mitglieder „knapp bei Kasse“. Auch Bürgermeister Detlef Eichinger findet die Entscheidung des Rates nicht gut. Auf Initiative von Jens Kohlmeyer (WIR) hatte sich die Mehrheit dafür ausgesprochen, vor dem Start eines solchen Programmes zu warten, was auf Bundes- und Landesebene in dieser Sache passiert.

Der knappe Wohnraum sorge derweil dafür, dass die Vermieter gegenüber den Mietern häufiger die Muskeln spielen ließen. Vor allem dann, wenn es Probleme gibt. Kündigungen, Wohnungsmängel, Schönheitsreparaturen, Mieterhöhungen oder Überprüfung der Nebenkostenabrechnung: Zurzeit hat der Mieterverein alle Hände voll zu tun. Das gilt insbesondere für Roger Müller-Pröve, der als Rechtsanwalt mit von der Partie ist. Er weiß um die Probleme schon bei der Wohnungssuche. Ausländer, junge Familien mit Kindern oder Menschen mit Haustieren blieben häufig auf der Strecke.

Im Mieterverein erhalten die Mitglieder für einen Jahresbeitrag von 56 Euro Rechtsberatung sowie jede Menge Informationen. Persönliche Beratungen werden dienstags von 17 bis 20 Uhr vom Rechtsanwalt angeboten. Weitere Beratungen zu Betriebs- und Nebenkostenabrechnungen gibt es dienstags von 9 bis 11 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 12 Uhr. „Gegen eine geringe Schreibgebühr verfassen wir den Schriftverkehr mit dem Vermieter oder dessen Anwalt“, so Klapproth. Zu finden ist der Mieterverein an der Harburger Straße 71 (Telefon: 04261 / 6305751) – dort hat sich der 1948 gegründete Verein eingemietet.

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