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Pfingstspektakel mit den Fogelvreien: Raus aus dem Winterschlaf

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Von: Nina Baucke, Ann-Christin Beims

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Beim Pfingstspektakel der Fogelvreien prallen nicht nicht die Moderne auf das Gestern, sondern auch Mittelalter-Historie auf Fantasy.
Beim Pfingstspektakel der Fogelvreien prallen nicht nicht die Moderne auf das Gestern, sondern auch Mittelalter-Historie auf Fantasy. © Goldstein

Die Fogelvreien kehren an Pfingsten nach Rotenburg zurück: Vom 4. bis 6. Juni erobern wieder Ritter, Händler und Fabelwesen das Gelände rund um das Heimathaus unsicher.

Rotenburg – Zwei Jahre war pandemiebedingt Pause, doch wie in so viele anderen Bereichen, geht es nun auch für die Fogelvreien wieder los: Von Samstag bis Montag, 4. bis 6. Juni, präsentieren sie auf dem Rotenburger Heimathausgelände wieder ein Pfingstspektakel. „Wir haben Rotenburg vermisst – und den Rotenburgern ergeht es wohl nicht anders“, freut sich Johannes Faget, der Kopf hinter dem mittleralterlichen Markttross.

Nach zwei Jahren gibt es in Rotenburg wieder ein Pfingstspektakel, allerdings war die Freude bei Faget und seinem Team zunächst noch verhalten, wenn es um die Planung ging: „Wir haben immer wieder erlebt, dass wir freudig in die Planung gehen und dann kruzfristig wieder zurückstecken müssen“, so Faget. Mittlerweile scheint sich jedoch die Situation soweit zu stabilisieren, dass die Fogelvreien ihren „erzwungenen Winterschlaf“ Ende April in Bad Bodenteich beenden und dann nach anderen Stationen im Juni nach Rotenburg ziehen.

Es war ein familienfreundliches Fest – und das soll es wieder werden.

Johannes Faget

Denn die Terminliste des Mittelalterevents ist mittlerweise wieder gut besetzt, inklusive Auf- und Abbau werden die Fogelvreien in diesem Jahr etwa 120 Tage unterwegs sein.

Das künstlerische Konzept hinter dem Pfingstspektakel bleibt so, wie es sich auch in den Jahren vor der Pandemie präsentiert hatte: „Nach zwei Jahren Stillstand soll erst einmal das Gewesene wieder stabilisiert werden“, ist Faget überzeugt. „Es war ein familienfreundliches, beschauliches und aussagekräftiges Fest – und das soll es wieder werden.“ Dafür übernehmen er und sein Team das Grundformat der früheren Jahre, Ziel ist es, mit Markttreiben, Kulturprogramm auf Bühne und Platz sowie Heerlagerleben wieder eine mittelalterliche Erlebenswelt auf die Beine zu stellen. Für den Sonntag steht dann wieder der „Sommertagstraum“ mit einer mystischen Inzensierung inklusive Elfen und Kobolden auf dem Programm.

Dafür sind der Fogelvrei-Inhaber und seine Mitstreiter schon seit Januar mit dem Projekt beschäftigt, allerdings nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre mit laut Faget „gebremster Kraft“ und immer mit Blick auf die weiteren Corona-Wellen im Januar und Februar. Allerdings gab es für die Fogelvreien bei den Künstlern nur wenig Ausfälle zu verkraften – „aufgrund des staatlichen Einlenkens, Kultur als systemrelevant zu fördern“, so Faget. „Aber bei den Technikern und Helfern sind wir derzeit wacker niedersachsenweit und lokal auf der Suche nach neuen Kräften, um die Lücken aufzufüllen.“

Angepasste Eintrittspreise

Auch, wenn aktuell von Amts wegen alle Einschränkungen aufgehoben sind, appelliert Faget an die Besucher, sich weiterhin an die Hygieneregeln zu halten. Denn „eine komplette Rückkehr zur Normalität“ werde wohl noch nicht ganz gelingen, „aber die Richtung stimmt“. Allerdings werde man gegebenenfalls die Eintrittspreise angesichts von Preissteigerungen und Inflation überdenken müssen, kündigt Faget an. Aber er ist optimistisch: „Wenn das Wetter gut ist, das Projekt in den 17 Jahren vorher in Rotenburg überzeugte und wir nicht durch zwei Jahre Lockdown in Vergessenheit geraten sind, sich die Stammgäste wieder herauswagen und ihre Freunde mitbringen, werden wir genug Besucher bekommen, dass wir ohne große Defizite unser Lager in Rotenburg abbauen werden.“ Denn dass das Interesse an dem Thema Mittelalter da ist, davon ist er überzeugt. „Wir schlagen im Sinne eines kreativen Anachronismus die Brücke zwischen dem Gestern und Heute – und das auf unterhaltsame und niederschwellige Art. Und es ist ein Erkenntnisgewinn und Nachdenken über verschiedene Themen, wie Entschleunigung im täglichen Leben, Lieferkettenproblematik in der globalisierten Welt, Krieg und Frieden, nachhaltiges Wachstum und soziale Kompetenzen.“

Er freut sich auf das Pfingstspektakel: „Es ist schön, wieder vor Publikum agieren zu können, und wir freuen uns schon sehr auf das Wiedersehen mit den Rotenburgern.“ Und das ohne Handy: „Wir sind noch analog in der Welt unterwegs.“

Verlosung

Die Kreiszeitung verlost fünfmal jeweils zwei Eintrittskarten für das Pfingstspektakel. Teilnehmer sollten bis zum 27. April eine E-Mail mit vollem Namen und Wohnort unter dem Betreff „Fogelvreie“ an redaktion.rotenburg@kreiszeitung.de schicken.

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