Ulrike Meier-Sander stolpert über Goebel-Einladung / Verletzung der Neutralität

Ortsvorsteherin droht Ärger aus dem Rathaus

Ulrike Meier-Sander
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Ulrike Meier-Sander

Visselhoevede - Von Jens WietersDRÖGENBOSTEL · Der Drögenbosteler Ortsvorsteherin Ulrike Meier-Sander (CDU) droht Ärger aus dem Visselhöveder Rathaus wegen einer Verletzung der Neutralitätspflicht.

Was war passiert? Meier-Sander lädt für heute Abend zu einer Bürgerversammlung (19.30 Uhr in Bremers Gasthaus) ein. Neben einigen anderen Punkten, die Meier-Sander den Drögenbostelern erläutern will, heißt es beim Punkt fünf der Tagesordnung: „Bürgermeisterkandidat Ralf Goebel stellt sich vor“. Allerdings dürfte es sich auch bei Ratsfrau Meier-Sander herumgesprochen haben, dass am 25. Mai nicht nur einer, sondern zwei Kandidaten auf dem Wahlzettel stehen. Nämlich der parteilose und vom CDU-Gemeindeverband sowie vom SPD-Ortsverein gemeinsam unterstützte Ralf Goebel und eben auch der CDU-Ratsherr Eckhard Langanke.

„Aber Langanke kennt ja jeder in der Stadt, nur Goebel noch nicht so richtig, darum habe ich diesen Kennenlerntermin vereinbart“, so Meier-Sander auf Nachfrage unserer Zeitung.

Sie habe nur aus diesem Grund Goebel allein eingeladen, ganz „ohne Wahlkampf- oder andere Hintergedanken“. Und außerdem sei es ja nur der „vorletzte Punkt“ auf der Tagesordnung.

Meier-Sander hat offenbar in ihrem Brief an die Drögenbosteler Einwohner einen kleinen, aber entscheidenden Fehler gemacht, denn sie hatte das Schreiben mit der Überschrift versehen: „Die Ortsvorsteherin“ lädt ein.

„Und das darf sie nicht“, urteilte Visselhöveder Bürgermeisterin Franka Strehse, quasi Meier-Sanders Chefin. Denn ein Ortsvorsteher sei ein Ehrenbeamter und damit ein „verlängerter Arm der Verwaltung“, wie Strehse den Posten bezeichnet, und der müsse neutral bleiben. Anders verhalte es sich bei einem vom Ortsrat gewählten Ortsbürgermeister. „Hätte Meier-Sander als CDU-Ratsfrau und nicht als Ortsvorsteherin eingeladen, wäre es etwas anderes gewesen“, so Strehse, die in diesem Zusammenhang an den Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder erinnerte. „Der hatte während des SPD-Wahlkampf bei öffentlichen Veranstaltungen immer eine Strickjacke an und kein Sakko, damit man ihm nicht vorwerfen konnte, er würde seinen Bundeskanzlerposten ausnutzen.“

Ob Drögenbostels Ortsvorsteherin nun mit Konsequenzen zu rechnen habe, ließ Strehse offen. Meier-Sander selbst sagt, dass sie auch Langanke einladen würde, wenn es vom Dorf gewünscht werde.

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