Anwohnerin kritisiert Situation am Küsterkampweg / „Ein Schildbürgerstreich“

Ortsschild gefährdet Verkehrssicherheit

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Halten die jetzige Verkehrssituation am Küsterkampweg für unzumutbar: Wolfgang Bassen von der Scheeßeler CDU-Fraktion und Anwohnerin Martina Viets. ·

Scheessel - Von Lars WarneckeMit einem Affenzahn jagt der Geländewagen über die Bahnbrücke am Küsterkampweg. Eine Radfahrerin, die gerade die Straße queren will, zuckt zusammen, macht auf halbem Weg kehrt. Zu spät hat sie das heranrasende Auto gesehen. „Solche Szenen spielen sich hier fast täglich ab“, sagt Martina Viets.

Als Anwohnerin ist ihr die Verkehrssituation schon seit längerem ein Dorn im Auge. Doch erst das Ortsschild, welches vor knapp drei Wochen auf dem unbebauten Grundstück zwischen Hausnummer 3 und 15, also direkt am Fuße der Brücke, aufgestellt wurde, bereitet ihr wirkliches Unbehagen. „Ich kann nicht begreifen, warum der Landkreis die Tafel wieder an ihren ursprünglichen Standort in Richtung Ortsmitte aufgestellt hat“, so die Unternehmerin. Ihrer Meinung nach sei dieses Vorgehen „ein Schildbürgerstreich“, der die Verkehrssicherheit in höchstem Maß gefährde.

Dabei war es an gleicher Stelle schon einmal zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang gekommen. Damals sei ein Postbote von einem über die Brücke kommenden Fahrzeug erfasst worden, erinnert sich Viets. „Daraufhin hat die Gemeinde reagiert und erwirkt, dass der Landkreis das Schild rund 800 Meter an das Ende der Straße in Richtung Industriegebiet versetzen ließ, um so mit der nunmehr geltenen innerörlichen Tempo-50-Zone das Gefahrenrisiko zu verringern.“

Nur vier Jahre nach dieser Maßnahme steht das Schild nun wieder am alten Fleck, über die Brücke darf – wie zu alten Zeiten – wieder mit 70 Stundenkilometern geheizt werden. „Dieses Vorgehen ist vollkommen daneben“, kritisiert auch Wolfgang Bassen. „Die Anwohner haben sich schon immer darüber beschwert, dass das eine Rennstrecke sei.“ Der Scheeßeler CDU-Politiker weiß, wovon er spricht, ist er doch in unmittelbarer Nähe zum besagten Brennpunkt aufgewachsen. „Falls das Ortsschild nicht wieder ans Ende der Straße versetzt wird, sollte dort zumindest ein Tempo-50-Schild hin.“ Auch die Aufstellung eines stationären Blitzers hält er für sinnvoll. „Vielleicht zeigt der ja seine Wirkung und schützt die Bevölkerung besser vor den Rasern.“

Martina Viets indes hat ihren Unmut bereits der Gemeinde mitgeteilt. „Wieso lässt man solche Fehlentscheidungen zu und setzt sie auch noch ohne vorherige Information an uns betroffene Anwohner um?“, fragt sie. Die Unternehmerin würde sich wünschen, die geänderte Verkehrsregelung so schnell wie möglich rückgangig zu machen. „Überall wird versucht, den Straßenverkehr sicherer zu machen, hier ist eindeutig das Gegenteil passiert.“

Der Landkreis war gestern für eine Stellungnahme leider nicht mehr zu erreichen.

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