OP-Team unterstützt Mediziner in Ghana

Viel Arbeit wartete in den OP-Sälen.

Scheessel - Von Hannelore Rutzen · Zum zweiten Mal reiste ein Team der Klinik für plastisch-ästhetische und rekonstruktive Chirurgie sowie der Handchirurgie des Diakoniekrankenhauses Rotenburg unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Detlev Hebebrand zum Operationseinsatz nach Kumasi und Sunyani in Ghana.

Dr. Oheneba Owusu-Danso, Allgemeinchirurg aus Ghana und

Schwester Claudia Bellmann, Dr. Mehmet Atila und Schwester Lucyna Roselieb (Mitte) mit afrikanischen Geschenken.

derzeit Gastarzt im Diakoniekrankenhaus, hatte eingeladen. Fach-OP-Schwester Lucyna Roselieb, die schon zum zweiten Mal mitfuhr, und Dr. Mehmet Atila waren gespannt, wie sich die vor einem Jahr operierten Patienten entwickelt hatten. Ob das, was sie an Erfahrungen und Methoden vermittelten und einbrachten, fruchtete und wie es weitergegangen war. „Da gab es zum Beispiel ein kleines Mädchen, das überfahren worden war. Wir konnten ihr das eine Bein komplett erhalten und das andere wenigstens so versorgen, dass das Mädchen eine stabile Ferse hat, auf der sie auftreten und laufen kann“, erzählen Roselieb und Atila.

OP-Schwester Claudia Bellmann aus Fintel war zum ersten Mal dabei. „Prof. Detlev Hebebrand, Dr. Mehmet Atila, Dr. Knut Busching, Dr. Helmut Beck sowie die Schwestern Lucyna Roselieb und Isabel Matthies und ich waren ein tolles Team, das sich untereinander prima verstand,“ erzählt sie begeistert. „In diesem Jahr stellte uns das Diakoniekrankenhaus für diese Zeit frei. Ansonsten nehmen die Teilnehmer solcher Einsätze hierfür Urlaub oder nutzen ihre freie Zeit.“

Ein starkes Team: Dr. Mehmet Atila, Prof. Dr. Detlev Hebebrand, Dr. Oheneba Owusu-Danso (oben von links), die Schwestern Claudia Bellmann, Isabel Matthies und Lucyna Roselieb (unten v.l.) mit Begleitern

Von morgens bis Mitternacht wurde teilweise operiert. „Da schaut natürlich niemand auf die Uhr.“ Lucyna Roselieb hatte Bellmann von dem Einsatz erzählt und betont, dass dringend eine OP-Schwester gebraucht würde. „Denn beim ersten Einsatz assistierte sie den Ärzten an zwei Tischen Ich stimmte mich mit der Familie ab – und es klappte. Und ich habe es nicht bereut. Im Gegenteil, die Menschen übermittelten so viel Freude, Fröhlichkeit und Dankbarkeit.“ Die Rotenburger bekamen in dem modern ausgestatteten OP-Zentrum in Kumasi zwei Tische zugewiesen. In eine Reihe Operationen wurden die einheimischen Ärzte aktiv eingeführt und angeleitet.

Claudia Bellmann: „Die zweite Operationswoche traten wir im Regional Hospital in Sunyani an. Das ist sauber, hygienisch und hat einen prachtvoll gepflegten Garten. Dort klappte es mit der Organisation besser. Unsere Ärzte bekamen eine Liste mit Patienten und sichteten sie. Es konnte ein OP-Plan aufgestellt werden. Alle örtlichen OP-Schwestern und -pfleger, die Anästhesisten und -pfleger waren sehr wissbegierig und versuchten, so viel wie möglich zu lernen.“

Das habe die Motivation der Deutschen gefördert, so dass an vier effektiven Tagen 38 Operationen erledigt wurden. Es wurden auch konservative Therapiepläne erarbeitet und durch einheimische Ärzte in die Wege geleitet.

Bellmann: „Wir waren tief beeindruckt vom Engagement und der Freundlichkeit der einheimischen Ärzte und des Pflegepersonals. Das gibt natürlich unheimlichen Auftrieb für die weitere Arbeit auch bei uns hier zu Hause und sich weiter zu engagieren. Mir hat dieser Einsatz viel gebracht. Es ist gut zu wissen, dass man gebraucht wird und einen Beruf gewählt hat, mit dem man anderen unmittelbar helfen kann“.

Prof. Dr. Hebebrand bedankte sich beim gesamten Team und allen Helfern: „Wir fühlten uns dort jederzeit willkommen und planen weitere Einsätze verbunden mit Ausbildung in den kommenden Jahren. Nur durch die Kontinuität der Einsätze mit einer Fort- und Weiterbildung des einheimischen Personals kann dort eine langfristige Verbesserung der medizinischen Versorgung erreicht werden“.

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