Elektronische Gesundheitskarte: Manuela Sauer informiert am Leser-Telefon

Ohne PIN des Versicherten kein Zugriff auf die Daten

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Manuela Sauer, Chefin der DAK im Landkreis. ·

Kreis Rotenburg - „Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verläuft recht zögerlich“, stellt Manuela Sauer, Leiterin der DAK-Geschäftsstellen im Landkreis Rotenburg, im Gespräch mit der Redaktion fest.

Viele Patienten begegneten dem neuen Versichertenausweis, der nach und nach die alte Krankenversicherungskarte ablösen soll, mit Skepsis, hätten die Sorge, dass mit ihren persönlichen, sensiblen Daten Missbrauch betrieben werden könnte. Manuela Sauer versucht die Ressentiments zu zerstreuen. Am Freitag, 7. September, steht die Expertin im Rahmen einer Telefon-Aktion allen Lesern Rede und Antwort.

„Die Karte ist sicher und bietet für Patienten wie behandelnde Ärzte eine Reihe von Vorteilen“, betont Manuela Sauer. Als Chefin der DAK-Geschäftsstellen in Rotenburg, Zeven und Bremervörde ist sie für die Betreuung von rund 14 500 Krankenversicherten verantwortlich.

Jeder könne selbst entscheiden, erläutert Sauer, ob über den auch heute bereits auf der Karte hinterlegten Stammdaten weitere medizinische Informationen gespeichert werden. Der Arzt habe nur Zugriff, wenn er sich selbst mit seinem Heilberufsausweis im Kartenterminal einlogge und der Patient ihm den Zugriff mit seiner persönlichen Identifikationsnummer autorisiere. Die PIN sei frei wählbar, die letzten 50 Datenzugriffe würden auf der Karte dokumentiert. Der heute übliche Chip werde zu einem Mini-Computer aufgerüstet, die Daten würden komplett verschlüsselt und seien so auch für Hacker beispielsweise nicht abgreifbar. Das sei im Internet anders, wo haufenweise persönliche Daten ausgetauscht würden, ohne dass der Betroffene wisse, wer alles Zugriff darauf habe.

Seit Oktober 2011 wird die eGK ausgegeben, bis Ende 2012 sollen 70 Prozent der Versicherten die Karte erhalten haben. Wichtig sei, wirbt Sauer, dass die Versicherten der Aufforderung ihrer Kasse Folge leisteten und ein Passfoto zur Verfügung stellten. Das solle die Identifikation des Karteninhabers erleichtern und Missbrauch vorbeugen. Ausgenommen davon seien Kinder bis 15 Jahre und Pflegebedürftige. – Auf der elektronischen Gesundheitskarte könnten Notfalldaten, Patientenverfügungen, Therapiemaßnahmen, Organspendeerklärungen, Arzneimittel- und Impfdokumentationen sowie die komplette elektronische Patientenakte gespeichert werden. „Wenn ein Versicherter das wünscht“, bekräftigt Sauer. Nur im Notfall seien die gespeicherten Notfalldaten für Rettungssanitäter und Ärzte auch ohne PIN des Patienten abrufbar. Sauer: „Das macht Sinn, kann unter Umständen Leben retten.“

Der Arzt könne sich durch den Blick auf die Patientendaten schneller ein Bild machen, und dem Patienten würden Belastungen durch beispielsweise doppeltes Röntgen künftig erspart, stellt Sauer nachvollziehbare Vorteile heraus. Patientenbriefe könnten sofort eingesehen und müssten nicht erst umständlich auf dem Postwege angefordert werden.

Die „gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH“ ist mit der Einführung beauftragt. Gesellschaft des Unternehmens sind die Spitzenverbände im Gesundheitswesen: Ärzte, Apotheker, Krankenkassen und Krankenhäuser.

Manuela Sauer informiert am Freitag, 7. September, von 16 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 04261/ 72-215 (oder -216) über die elektronische Gesundheitskarte. Wer Fragen hat, sollte zum Hörer greifen. · sf

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