Alena Röhrs’ unliebsames Erlebnis auf Mallorca / Plötzlich ist der Ausweis weg / Telefonkette klappt

„Nur noch mit Mama und Papa“

Alena Röhrs dankt ihrem „Retter“ Mathias Haase vom Bürgerbüro. ·

Visselhoevede - Von Jens WietersVISSELHÖVEDE · Diesen Urlaub wird Alena Röhrs so schnell nicht vergessen. Statt am letzten Tag vor der Abreise am Strand von El Arenal auf Mallorca in der Sonne zu liegen, erlebte die 18-jährige Visselhövederin eine Odyssee durch spanische und deutsche Amtsstuben in der Inselhauptstadt Palma. Kurz vor dem Rückflug vermisste sie nämlich ihren Ausweis – ein Dilemma, das dank der unbürokratischen und vor allem spontanen Hilfe aus dem Visselhöveder Rathaus ein gutes Ende nahm.

Mit sechs weiteren jungen Frauen aus Bothel und Visselhövede verbrachte Alena Röhrs unbeschwerte Tage auf der Sonneninsel. Da man auf den Straßen und Plätzen ferner Länder den Ausweis immer griffbereit haben sollte, steckte auch die junge Frau das Dokument in ihre Handtasche.

Dokument vermutlich

gestohlen

„Ich vermute, dass der Ausweis bereits am dritten Tag gestohlen wurde“, so Röhrs, die sich im Nachhinein an die geöffnete Tasche erinnert, aber dem Umstand vor Ort keine Bedeutung schenkte, weil das „Portmonee noch da war“. Nach dem Ausweis guckte sie nicht. Dafür am vergangenen Freitag gegen 6.30 Uhr. „Da wollte ich meine Papiere checken, da unser Flugzeug am frühen Samstagmorgen nach Hause startete. Aber der Ausweis war weg.“

Röhrs stellte zunächst das ganze Hotelzimmer, dann den Safe und schließlich auch die Taschen ihrer Freundinnen auf den Kopf. „Aber nichts zu machen“. An der Rezeption machte man der Visselhövederin sogar noch Angst: „Der Portier sagte, dass ich wohl noch einige Tage bleiben müsse.“ Also lief die 18-Jährige „ständig weinend“ zu Fuß und noch im Schlaf-Shirt zur örtlichen Polizeistation.

Dort wurde ihr ein DIN-A4-Schreiben mitgegeben, das bestätigte, dass sie ihren Ausweis vermisst. „Die Dolmetscherin sagte mir, dass ich damit fliegen könne“, so Röhrs, was die Deutsche Botschaft in Palma ganz anders sah.

Was also tun? „Da ich kein Geld mehr auf der Handykarte hatte, musste meine Freundin bei ihrer Mutter in Bothel anrufen und um Hilfe bitten.“ Dieser Anruf erreichte Beate Dudda am Freitag gegen 15 Uhr. Die wandte sich an Bothels Bürgermeister Kalle Keller und bat um Hilfe. Der wiederum weiß, dass der Botheler Gerd Köhnken im Visselhöveder Bauamt arbeitet und informierte ihn über das Missgeschick. Köhnkens Anruf erreichte über Umwege den Bürgerbüro-Chef Mathias Haase auf dem Handy, der weit nach Dienstschluss noch in der Stadt unterwegs war. „Ich nahm Kontakt mit der Deutschen Botschaft auf Mallorca auf, faxte Alenas Ausweisantrag, der bei uns im Rathaus vorliegt. Außerdem noch mal als Mail, wobei die Polizei Amtshilfe leistete, weil ich keinen Zugriff auf unseren Scanner hatte“, erzählt Haase.

Bürgerbüro hilft

auch nach Dienstschluss

Parallel dazu informierte er Beate Dudda, die über ihre Tochter schließlich Alena Röhrs von der Hilfe berichtete. „Nach einer teuren Taxifahrt wieder nach Palma, musste ich noch ein Bild machen und bekam den Ersatzausweis abends in der Botschaft“, erzählt Alena Röhrs, die so schnell nicht wieder allein verreisen will: „Nur noch mit Mama und Papa.“ Ihre Eltern bekamen die ganze Geschichte erst jetzt mit, weil sie noch einige Tage in Italien Urlaub machen.

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