Die Zirkusgruppe „Smarties“ aus Ahausen ist seit zehn Jahren ein Garant für gute Unterhaltung

„Noch nie so gut wie jetzt“

Diese eindrucksvolle Nummer der „Smarties“ hat den Namen „Pyramide“.

Sottrum - AHAUSEN (bn) · Ein wenig stolz ist Diakon Volker Renke schon: „Die haben Feuer gefangen. Ich habe ihnen alles das gezeigt, was ich konnte. Inzwischen haben sie mich längst überholt.“ Und noch ein Plus verteilt der 54-Jährige: „Besonders gut finde ich ihre Eigeninitiative.“ Die Rede ist von den „Smarties“, jener Jugend-Zirkusgruppe, die – ziemlich einmalig – seit mehr als zehn Jahren zur Marien-Kirchengemeinde Ahausen gehört.

Die Truppe hat sich einen Namen gemacht und wird von einem wachsenden Publikum geliebt. Zirkusluft hat immer noch ihren Reiz und diese, gezaubert von 13 Mädchen im Alter von elf bis 19 Jahren, offenbar einen ganz besonderen. Die Idee hat Volker Renke aus dem Kirchenkreis Burgdorf mitgebracht. Warum sollten nicht das Jonglieren, die Akrobatik Teil der Jugendarbeit sein?

Mit viel Begeisterung und Fantasie wurden die „Smarties“ ins Leben gerufen und bekamen ganz „schnell Beine“. „Wir setzten uns zusammen, dabei war jugendlicher Enthusiasmus, alle brachten ihre Vorstellungen und Ideen ein. Ein kreatives Chaos, was wir da machten“, erinnert sich Renke. Viel anders ist es auch heute nicht. Nur, dass die Programme immer umfangreicher, anspruchsvoller und für die Akrobaten schwieriger wurden. Die Altersstruktur verlangte es, dass für herauswachsende „Smarties“ freiwerdende Plätze möglichst ohne große Probleme ersetzt wurden. Zurzeit gestaltet die Truppe das neue Programm, das bis Juni/Juli stehen muss. „Wir waren noch nie so gut wie jetzt. Dies ist die erste Gruppe, mit der man so weit kommen konnte“, schwärmt Renke.

Trotz intensiven Übens mit Ringen, Keulen und Bällen: Die Mädchen aus Ahausen und Unterstedt haben das Lachen nicht verlernt. Es macht ihnen offensichtlich großen Spaß, mit viel körperlichem Geschick und zähem Willen die „Pyramide“ zu bauen, mit ihrer Akrobatik die Besucher in Atem zu halten oder mit der Flugrolle zu glänzen. Scheinbar leicht und doch am schwierigsten: der Clown, als der sich Maraike Pahl (18) versucht.

Die „Smarties“ sind mit viel Ehrgeiz und Begeisterung „gewachsen“, haben sich „gemausert“, sind mindestens im Landkreis Rotenburg längst zu einem Begriff geworden. Die Zirkusgruppe wird eingeladen zu Dorf-, Erntedank-, Spargel- und Weihnachtsfesten, besonders kritischen Blicken müssen sie sich bei Sportlerveranstaltungen stellen. Mit einigem Stolz erzählen sie von der Einladung zum Straßen-Zirkus-Festival „La Strada“ nach Rotenburg. Das Tollste sei die achttägige Tournee an die Nordsee mit je zwei Auftritten und einer Kinder-Mitmachaktion pro Tag auf einer Reihe von Campingplätzen gewesen. Eine Tournee, die 2011 wiederholt wird, diesmal an die Ostsee.

Inzwischen können sich die „Smarties“ über ein neues Zelt freuen. Zehn Meter Durchmesser, 60 bis 70 Plätze. Überhaupt: Die technische Ausrüstung des Jugend-Zirkus’ wie die Beleuchtung konnte mit der Zeit immer mehr verbessert werden. Andreas Pahl (43) hat sich gern für die Betreuung der Technik und die übrige Organisation zur Verfügung gestellt.

Glücklich wären die jungen Zirkusleute, wenn ihnen jemand den dringend benötigten Wohnwagen zu günstigen Konditionen anbieten würde. Der Diakon bittet um einen Anruf unter Telefon 04254 / 801290.

„In jedem Sommer veranstalten wir im Rahmen des Kinderferienprogramms der Samtgemeinde Sottrum einen Zirkusworkshop. Daraus hat sich vor anderthalb Jahren eine Nachwuchsgruppe, die ,Mini-Smarties’, gebildet“, erklärt Renke. Der Gruppe gehören 23 Kinder an, davon vier Jungen, im Alter von acht bis elf Jahren. Geleitet wird diese von der 19-jährigen Abiturientin Sarah Weirauch aus Ahausen. Unterstützt wird sie von ihrer Schwester Laura (16), der Ahauserin Marie-Lena Worthmann (13) sowie Tessa Groß (13) und Mirja Rieke (13) aus Unterstedt.

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