Niedersachsen will dritte Krippenkraft finanzieren / Fünf Stellen in Rotenburg

Mehr helfende Hände

Eine helfende Hand mehr in der Kinderkrippe kommt in vielen Einrichtungen sehr gelegen.
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Eine helfende Hand mehr in der Kinderkrippe kommt in vielen Einrichtungen sehr gelegen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. „Darauf haben wir lange gehofft.“ Birgit Gölitzer vom Amt für Jugend und Soziales in Rotenburg freut sich – für die Stadt, aber insbesondere für die Kinder. Denn die Kleinsten können in Niedersachsen auf mehr Hilfe hoffen. Das Land will vom kommenden Jahr an eine feste dritte Betreuungskraft für Krippen gesetzlich festschreiben. Fünf neue Stellen könnte das allein in der Kreisstadt bedeuten.

Finanziert werden soll das zusätzliche Personal mit den 113 Millionen Euro jährlich, die das Land dadurch spart, dass der Bund die Bafög-Kosten vom kommenden Jahr an komplett übernimmt. Für Krippengruppen mit 15 Kindern sind in Niedersachsen gesetzlich bisher nur zwei Erzieherinnen vorgeschrieben, wenn die Hälfte der Kinder älter als zwei Jahre ist. Ist die Hälfte der Kleinen jünger als zwei, darf die Gruppe höchstens zwölf Mädchen und Jungen umfassen. In Rotenburg wären derzeit fünf Einrichtungen betroffen: je eine Kinderkrippengruppe an den Standorten Hemphöfen, Lebenshilfe, Lindenburg. Kinderarche und Unterstedt.

Bislang wurden die 15er-Gruppen durch Freiwillige aufgestockt. Die Stadt hatte beschlossen, junge Frauen und Männer aus Freiwilligendiensten wie dem FSJ gezielt einzusetzen, um den Betreuungsschlüssel zu erhöhen. Auch der Einsatz von Praktikanten soll helfen. Dass nun aber mit festen Kräften geplant werden kann, freut die Verwaltung. „Einfach wird es aber nicht sein, geeignetes Personal zu finden“, sagt Amtssprecherin Gölitzer. Erzieherinnen würden weiterhin überall gesucht. Trotzdem sei es in Rotenburg bislang stets gelungen, die vakanten Stellen schnell und adäquat zu besetzen. Bei 62 Prozent liegt die Betreuungsquote der Ein- bis Dreijährigen aktuell in der Stadt. Gölitzer: „Wir haben es bislang immer hinbekommen, dass die Eltern Plätze finden.“ Derzeit geht die Stadt davon aus, dass die Zahl der Krippenkinder ab August um 30 sinkt – daher sollten die angebotenen Plätze weiter ausreichen, selbst bei einer prozentual höheren Nachfrage.

Die hiesigen Abgeordneten begrüßten die Pläne der rot-grünen Landesregierung. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil teilte in einer Pressenotiz mit, dass „die bessere finanzielle Ausstattung der frühkindlichen Bildung ein wichtiger Bestandteil sozialdemokratischer Familienpolitik“ ist. Auch vor Ort werde man davon schon bald profitieren. Im Berliner Koalitionsvertrag von CDU und SPD seien zusätzlich sechs Milliarden Euro für Bildungsangebote vorgesehen. Ähnlich zufrieden äußerte sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Twesten: „Mit der Freigabe der Bundesmittel haben wir jetzt die Chance, weitere Verbesserungen im Bildungsbereich zu schaffen.“

Kritik hingegen kommt vom FDP-Landtagsabgeordneten Jan-Christoph Oetjen aus Sottrum. Er glaubt nicht, dass das Geld aus Berlin für die dritte Krippenkraft ausreicht. Mit den bisherigen Verteilungsschlüsseln hätte das Land mehr profitiert. Nun sei die Landesregierung gefordert, die Versprechen einzuhalten: „In der nächsten Landtagssitzung muss sich Rot-Grün positionieren, damit die Qualitätsverbesserung bei der frühkindlichen Bildung umgesetzt werden kann.“

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