Bürgerbüro braucht rund 25 Minuten länger pro Stück / Neue Funktionen

Neuer Ausweis kostet viel mehr Zeit und Geld

Wer will, kann seine Fingerabdrücke auf dem Chip im Ausweis hinterlegen. Mathias Haase scannt hier den Zeigefinger einer Antragstellerin. ·

Visselhoevede - VISSELHÖVEDE · Früher war es so einfach: Rein ins Rathaus, Antrag ausfüllen, Bild abgeben, unterschreiben und nach spätestens fünf Minuten war man wieder draußen. „Die Ausstellung des neuen Personalausweises dauert jetzt um ein Vielfaches länger“, sagt Mathias Haase vom Visselhöveder Bürgerbüro. „Mindestens 30 Minuten, und unsere Kunden müssen zweimal erscheinen.“

Und die Antragsteller müssen nicht nur mehr Zeit einplanen, sondern auch ein dickeres Portmonee mitbringen, denn statt früher acht Euro kostet der neue Ausweis satte 28,80 Euro. Für unter 24-Jährige wird es sechs Euro günstiger, dafür ist das Dokument aber nur sechs Jahre gültig.

Seit dem 1. November 2010 gibt es den neuen Ausweis. „Bis jetzt haben wir rund 1400 ausgestellt“, bilanziert Haase. Dabei habe sich die Geschichte mit den Bildern ein wenig entspannt. Denn bekanntlich ist ja ein Lachen auf Ausweisdokumenten strikt verboten. „Einige Leute rufen an, wie das Bild aussehen muss, andere verweisen wir an die örtlichen Fotografen, weil die genau Bescheid wissen“, informiert der Ordnungsamtschef.

Wesentlich zeitaufwändiger sei allerdings die Bearbeitung der verschiedenen Funktionen. Denn der Antragsteller kann, muss aber nicht, zwei Fingerabdrücke auf dem kleinen Chip ablegen. Diese so genannten biometrischen Merkmale dienen ausschließlich zur sicheren Feststellung der Identität. „Wenn jemand dann auch noch die Onlinefunktion des Ausweises freischalten lassen will, dauert es eben auch noch ein wenig länger“, sagt Haase.

So brauchten die beiden Sachbearbeiterinnen für die genannten 1400 Ausweise rund 700 Stunden, während früher für die gleiche Anzahl nur 115 nötig gewesen seien. „Das ist für uns natürlich eine deutliche Mehrbelastung“, unterstreicht Haase, der aber auch die Vorteile nicht verhehlen will. „Denn heute werden viele Geschäfte im Internet getätigt und die Onlinefunktion gibt Händler und Käufern zusätzliche Sicherheit“. Von der Behörde bekommt man die Freischaltung per so genannter PIN- und PUK-Nummer zur elektronischen Legitimierung.

Klar, dass sich in der aktuellen Ferienzeit die Anträge stapeln. Darum rät Haase: „Wer im Winter seinen Sommerurlaub plant, sollte auch gleich an seinen Ausweis denken.“ · jw

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