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Betrug bei Kunstauktion? Neue Vorwürfe gegen Fynn Kliemann

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Von: Marcel Prigge

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Links ist Fynn Kliemann auf seinem Hof zu sehen. Rechts ein Handy mit der App von Rarible
Neue Vorwürfe gegen Fynn Kliemann: Bei einer Kunstauktion auf der Plattform Rarible soll der Influencer wegen Gebotsannahme nach Auktionsende rund 60.000 Euro Mehreinnahmen erzielt haben. (kreiszeitung.de-Montage) © Hauke-Christian Dittrich/dpa/AFLO/Imago

Neue Vorwürfe gegen Fynn Kliemann: Bei einer Kunstauktion soll der Influencer gegen eigene Vorschriften verstoßen und daran Geld verdient haben. Es geht um 60.000 Euro.

Landkreis Rotenburg – Der Medienrummel um Fynn Kliemann hört nicht auf. Nachdem der Influencer am Montag, 20. Juni 2022, ein Video auf Instagram postete, in dem er die Berichterstattung über den möglichen Maskenskandal kritisierte, werden weitere Vorwürfe gegen den Unternehmer bekannt. Er könnte bei einer eigenen Kunstauktion Regeln gebrochen und sich daran bereichert haben. Es geht um insgesamt rund 60.000 Euro.

Mach Maskenbetrug: Neue Vorwürfe gegen Kliemann wegen Kunstauktion

Nachdem Satiriker Jan Böhmermann in seiner Sendung Vorwürfe gegen Kliemann erhoben hatte, Corona-Schutzmasken als fair produzierte Güter aus der EU vertrieben zu haben, obwohl sie in Bangladesch und Vietnam produziert wurden, reißt die Berichterstattung um den Influencer nicht ab. Der Fall ist kleinteilig und letztendlich schwer einzuschätzen, was stimmt und was nicht. In jedem Falle haben die Vorwürfe Konsequenzen, denn eine Anzeige ging gegen Fynn Kliemann ein und seine ehemaligen Partner sprangen ab.

Regeln bei Kunstauktion gebrochen: Umsatz um 60.000 Euro gesteigert

Nun könnte es für Kliemann noch dicker kommen: Laut Recherchen des ARD-Magazins Kontraste, könnte er bei einer seiner Kunstauktionen Regeln gebrochen und sich daran bereichert haben. Für etwa 215.000 Euro habe er etwa 100 Musikstücke im Internet versteigert. Dabei habe er auch Gebote nach Fristende des Angebots angenommen und so seinen Umsatz um mehr als 60.000 Euro gesteigert.

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Laut ARD versteigerten Kliemann und sein Produzent die Musik über die Auktionsplattform Rarible als NFTs. Durch die Annahme von Angeboten nach Fristende habe er bei einigen Musikstücken den Verkaufswert mehr als verdoppeln können.

Musik im Internet versteigert: Kliemann akzeptierte Gebote nach Fristende

Auf der Internetseite „JingleBe“, die von einer Firma Kliemanns betrieben wird, hieß es, dass am Sonntag, 7. März 2021, um 20 Uhr jeweils der Höchstbietende den Zuschlag erhalten würde. Jedoch seien auch nach Ende der Auktion Angebote eingegangen, die angenommen wurden. Laut Kontraste seien Gebote für es mindestens 84 NFTs gewesen, die nach 20 Uhr eingingen und über dem Höchstgebot von 20 Uhr waren. Vereinzelt seien auch Gebote akzeptiert worden, die unter dem Höchstgebot von 20 Uhr liegen.

Kliemann entschuldigt sich für Ablauf: Beschwerden nach Auktion auf Twitter

Daraufhin hätten sich mehrere Personen bei Kliemann über Twitter beschwert. Der Influencer habe sich daraufhin entschuldigt und den Fehler eingeräumt. Es seien keine konkreten Uhrzeiten bei den Geboten angezeigt worden. Den Fall lasse Kliemann durch seinen Anwalt erläutern, der erklärt habe, dass die Aktion für den Unternehmer Neuland gewesen sei. Es sei geglaubt worden, dass alle Auktionen auf mal beendet werden konnten. Dies sei nicht der Fall gewesen, weshalb sich Kliemann jede Auktion einzeln, nach Fristende, vornehmen musste.

Nach fehlerhafter Auktion Schadensersatzforderungen möglich

Auch wenn sich der Influencer bei manchen Käufern entschuldigte, bleibe eine Haftung für den mutmaßlichen Auktionsbetrug bestehen. Das erklärte ein Rechtsanwalt gegenüber Kontraste. Es gebe für den Höchstbietenden von 20 Uhr einen zivilrechtlichen Anspruch darauf, den NFT zu bekommen. Es bestehe ein Anspruch auf Schadensersatz.

Kliemann meldet sich über Instagram und wettert gegen deutsche Medien

Nach dem mutmaßlichen Maskenbetrug, der erst die Welle an Kritik auslöste, die sich Kliemann nun stellen muss, ist ein Ermittlungsverfahren gegen den Unternehmer gestartet worden. Mehrere Partner lösten Vereinbarungen auf und Unternehmen wie der FC. St. Pauli sowie der WDR prüfen rechtliche Schritte gegen Kliemann. Nachdem der Influencer nach den Vorwürfen untergetaucht war, meldete er sich am Montag, 20. Juni 2022, auf Instagram zu Wort. In diesem wettert er gegen die deutschen Medien und die „woke linke Szene“.

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