Neonazis vom Überfall auf den „Campus Unterstedt“ sind der Polizei bekannt

Polizei findet Beweise

Die Täter vom „Campus“ sind bekannt – aber die Polizei hält sich bedeckt.
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Die Täter vom „Campus“ sind bekannt – aber die Polizei hält sich bedeckt.

Rotenburg - Nachdem der „Campus Unterstedt“ in der Nacht zum Samstag Zielscheibe von zwei mutmaßlich rechtsradikalen Männern geworden war, laufen die Ermittlungen weiter. Wie der Sprecher der Rotenburger Polizeiinspektion, Heiner van der Werp, auf Anfrage mitteilte, sei die Wohnung von einem der beiden mutmaßlichen Täter durchsucht worden. Die Beamten hätten Beweismittel gefunden, die jetzt ausgewertet werden.

Gegen 2 Uhr seien die Beamten Samstagnacht zu der Unterkunft für Asylsuchende gerufen worden. Die Eindringlinge hätten die Nachtruhe gestört und die Bewohner beunruhigt. Sie hätten fotografiert und rechtsextreme Parolen gerufen. Einer der Flüchtlinge habe die Aktion als Videosequenz auf seinem Handy festgehalten. Anschließend hätten die Fremden die Unterkunft wieder verlassen.

Die beiden Männer seien auf der Videoaufnahme eindeutig zu erkennen. Sie gehören nach Angaben des Polizeisprechers der rechtsextremen Szene an. Die beiden Männer waren dem Staatsschutz bereits bekannt. Weitere Fragen zu den Beweisen sowie zu den beiden Männern, denen mindestens Hausfriedensbruch vorgeworfen wird, lehnte van der Werp ab. Weder das Alter noch die Wohnorte nennt der Polizeisprecher – weil ansonsten erkennbar sei, um wen es sich handelt. „Diese Nachricht ist für die Öffentlichkeit nicht wichtig“, merkte der Polizeisprecher an – und er sei auch nicht zur Herausgabe dieser Informationen verpflichtet. Sollte es weitere Neuigkeiten zu dem Vorfall geben, werde er sich in dieser Sache wieder melden.

Nach dem Vorfall und dem bundesweiten Echo nimmt auch die politische Debatte Fahrt auf. Am Mittwoch wird Innenminister Boris Pistorius (SPD) im Landtag über die Sicherheitslage in Niedersachsen berichten. Thema werde dann auch die Gewalt und Vorfälle im Zusammenhang mit Flüchtlingen sein – einerseits als Täter, andererseits als Opfer, berichtet die Scheeßeler Landtagsabgeordnete Elke Twesten (Grüne). Sie beobachte „mit großer Sorge“ einen Anstieg an Überfällen auf Ausländer. Der Vorfall in Rotenburg sei schockierend, beschämend und beunruhigend: „Sollte sich ein rassistischer Hintergrund bewahrheiten, sind die Täter konsequent zu bestrafen. Es geht darum, den Anfängen rechtsextremer Gewalterscheinungen gegen Flüchtlinge vor Ort entschieden zu begegnen. Nirgendwo in Niedersachsen ist Platz für Rechtsextremismus. Gerade Flüchtlinge brauchen unseren besonderen Schutz, jegliche Art von Gewalt, die darauf abzielt, Ängste zu schüren, verurteile ich auf das Allerschärfste.“

men/mk

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