Ehrenamtliches Engagement hat sich gelohnt: Wanderwegesystem im Bereich des Bullensees präsentiert

Natur durch „neue Brille“ sehen

Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das Bullenseeprojekt realisiert wurde (von links): Hein Benjes, Herbert Brandt, Jürgen Hicke und Jürgen Cassier. Foto Bonath

Visselhoevede - KIRCHWALSEDE (bn) · Die Ehrenamtlichen waren noch mit viel Schweiß, aber mit noch mehr Begeisterung dabei, in Schubkarren Baumaterial für die Wege zu asten, da kam von Spaziergängern immer wieder der Hinweis: Das wird offenbar ein großer Wurf, wir freuen uns auf die Fertigstellung! Am Freitag war es soweit: Im Beisein zahlreicher Gäste präsentierte Nabu-Vorsitzender Jürgen Hicke im Dorfgemeinschaftshaus in Kirchwalsede das neue Wanderwegesystem.

Das Große und Weiße Moor im Bereich des Bullensees, vor der Abtorfung in letzter Minute gerettet, wiedervernässt und als Naturschutzgebiet eines der am besten erhaltenen Hochmoore in Niedersachsen, ist jetzt durch ein 15 Kilometer langes Wanderwegesystem erlebbarer geworden. Eine Begegnung mit der Natur auf dem schonenden, sanften Weg.

Jürgen Hicke, der unter den Gästen auch Landrat Hermann Luttmann, die Geschäftsführerin des Nabu-Landesverbandes, Gabriele Köppe, Vertreter der Kommunen und Sponsoren begrüßte, erinnerte daran, dass erste Planungen für das anspruchsvolle Projekt bis auf das Jahr 2004 zurückgehen. Hartnäckigkeit und Begeisterung bei den Nabu-Verantwortlichen und bedingungslose Unterstützung durch das Amt für Naturschutz und Landschaftspflege mit Jürgen Cassier an der Spitze führten dazu, dass auch nach Streichen der Mittel für die Umgestaltung des Kioskes die Arbeiten für das Bullenseeprojekt nicht eingestellt wurden.

Fast 5 000 Stunden ehrenamtlichen Engagements haben sich gelohnt: Die Gäste hatten am Freitag Gelegenheit, bei einem Rundgang die Natur durch die „neue Brille“ zu sehen. Die Holzhäckselwege führten vorbei an witterungsstabilen, vom Nabu gestalteten Informationstafeln. Gesäumt werden die Wege von Aussichtstürmen und Themenpavillons, die gleichzeitig als Unterstände gelten. Sehenswert auch der historische Schafstall (Uennerstedter Spieker) mit einer Ausstellung älterer landwirtschaftlicher Geräte. Oder die fünf erhaltenen Jungsteinzeit-Grabhügel. Oder der Moorerlebnispfad. Hier kann der Lebensraum Moor mit allen Sinnen und viel Spaß erlebt werden. Herausgeputzt und zu neuem Leben erweckt wurde der historische Butterweg, auf dem einst die Kirchwalseder Bauern ihre Butter nach Rotenburg transportierten. Ein Tabu bleiben allerdings die sensiblen Kolken. Hier bietet der Nabu jährlich mehrere Exkursionen an.

Heinrich Sander konnte nicht, wie geplant, die Umweltminister Hans-Eröffnungsveranstaltung besuchen. Sander in einem Brief an Hicke: „Es ist leider festzustellen, dass sich immer weitere Kreise der Bevölkerung, insbesondere Kinder und Jugendliche, der Natur entfremden. Vielen fehlen grundlegende Kenntnisse über die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Mit dem Moorerlebnispfad und der Moorerlebniszone wird den Besuchern eine Gelegenheit geboten, diese eindrucksvolle Natur zu erleben und im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.“

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