Samtgemeinde-Jugendfeuerwehrwart Jens Schiller: „Knabbern zahlenmäßig nicht am Bettelstab“

Nachwuchs in den Startlöchern

Jens Schiller ist stolz auf die Entwicklung der Jugendfeuerwehr in der Samtgemeinde.

Sottrum - SOTTRUM (sbo) · Der demografische Wandel ist auch in den Feuerwehren spürbar. Das zeigt vielerorts ein Blick auf den Altersdurchschnitt. Dennoch macht sich Jens Schiller derzeit keine Sorgen um den Nachwuchs in der Samtgemeinde Sottrum. „Wir knabbern zahlenmäßig nicht am Bettelstab. Die Fluktuation ist okay. Seit 1999 sind durchgehend immer so um die 100 Jugendliche dabei“, berichtet der Samtgemeinde-Jugendfeuerwehrwart und ergänzt schmunzelnd: „Aber mehr geht immer. Ich hätte gerne so 200 oder 300 Kinder, die mitmachen.“

Besonders freut sich Schiller, dass ein Großteil der ohnehin geringen Fluktuation nicht auf Austritte zurückzuführen ist. Im Gegenteil: Viele seiner Schützlinge blieben der Feuerwehr auch als Erwachsene treu. So wechselten zwischen 1980 und 2008 in der Samtgemeinde 175 Heranwachsende mit dem Erreichen der Altersgrenze von 18 Jahren in die aktive Wehr. Allein 2010 waren es sieben junge Frauen und Männer. „Das ist schon ein guter Schnitt“, unterstreicht Schiller, der selbst im Februar 1984 mit 14 Jahren in die Sottrumer Jugendfeuerwehr eingetreten ist. Ihr großer Vorteil: „Sie sind alle ausgebildet worden in der Jugendfeuerwehr, und wenn sie auch die Jugendflamme I und II sowie die Leistungsspange gemacht haben, sind sie sehr gut gerüstet für die Feuerwehr“, weiß Schiller.

Die Geschichte der Jugendfeuerwehren in der Samtgemeinde beginnt 1968. In dem Jahr gründen die Sottrumer Kameraden als erste eine eigene Sparte für ihren Nachwuchs. Seit 1974 sind die Jugendwehren in den Gemeinden unter dem Dach der Samtgemeinde-Jugendfeuerwehr zusammengefasst. Heute gibt es Jugendabteilungen in Ahausen, Bötersen, Hassendorf, Hellwege, Reeßum, Sottrum und Stuckenborstel. Ende 2010 zählten diese 102 Mitglieder – 67 Jungen und 35 Mädchen. Die Altersspanne reicht von zehn bis 18 Jahren. Das Gros davon ist zwischen elf und 15 Jahren alt.

Die stärksten Gruppen sind zurzeit die Sottrumer mit 24 Jugendlichen und Bötersener mit 20 Mitgliedern. Auch die Hassendorfer seien Schiller zufolge relativ gut aufgestellt. Die kleinste „Einsatzgruppe“ stellt dagegen Hellwege mit neun Steppkes.

Technik, Fahrten, Zeltlager, Basteln, Werken, Wettbewerbe, Orientierungsmärsche, Spiele, Sport, Spaß, Grillen, Kegel-, Volleyball- und Korbball-Turniere sowie Umweltschutz: Das Angebot der Jugendfeuerwehren ist breit gefächert – auch, wenn die Ausbildung zum aktiven Brandschützer dabei eindeutig im Vordergrund steht. Einen großen Stellenwert hätten aber ebenso das soziale Miteinander in der Gemeinschaft sowie die Stärkung des Gruppenzusammenhaltes und Teamgeistes. „Das Programm ist so vielfältig“, schwärmt Schiller.

Überaus stolz macht den Samtgemeinde-Jugendfeuerwehrwart, dass seine Schützlinge im Landkreis führend bei der Jugendflamme sind. Schließlich organisiert er die Prüfungen auch. Zwischen 2003 und 2010 erwarben 104 Mädchen und Jungen aus der Samtgemeinde die Jugendflamme I. Kreisweit waren es 531. Den acht Aufgaben zur Jugendflamme II, zu der sich insgesamt nur 73 Heranwachsende meldeten, stellten sich dagegen allein 45 Jugendliche aus der Wieste-Region. „Das finde ich richtig gut“, betont Schiller.

Wer in der Jugendfeuerwehr mitmachen möchten, sollte mindestens zehn Jahre alt sein, Lust auf eine gemischte Gruppe Jugendlicher bis 18 Jahre haben sowie Interesse an Feuerwehr, Technik und Gemeinschaft haben. Weitere Informationen über die Samtgemeinde-Jugendfeuerwehr gibt es im Internet unter der Adresse http://www.jfsgmsottrum.de.

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