Zukunftsworkshop der Stadt am 10. November / „Rotenburg sehr attraktiv“

Nachverdichtung allein kann die Nachfrage nicht decken

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Bürgermeister Detlef Eichinger (v.l.), Helmut Worthmann, im Rathaus mit Grundstücksangelegenheiten beschäftigt, und Planungsamtsleiter Werner Scholz bereiten sich intensiv auf den Zukunftsworkshop im November vor. ·

Rotenburg - Von Guido MenkerEin wenig schmunzelnd, aber durchaus ernst gemeint sagt Bürgermeister Detlef Eichinger: „Einwohner werden ein knappes Gut.“ Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gehe es vor allem um Attraktivität. „Wer da etwas verpasst, fällt runter“, fügt Werner Scholz als Leiter des Rotenburger Planungsamtes im Gespräch mit der RK hinzu. Hintergrund des Gespräches: Die Stadt plant für den 10. November einen Zukunftsworkshop. Titel: „Wie soll sich Rotenburg entwickeln?“

„Wir haben einen wahren Boom bei den Grunstücksverkäufen“, sagt Eichinger. Dieser habe bereits 2001 mit der Ausweisung des Baugebietes Grafeler Damm Ost begonnen. Allein in den vergangenen zehn Jahren habe die Stadt 184 Bauplätze an den Mann und an die Frau gebracht. Im gleichen Zeiträum hätten in Zeven nur ein Drittel davon, in Bremervörde sogar noch weniger Grundstücke den Besitzer gewechselt. Daraus zieht der Bürgermeister einen eindeutigen Schluss: „Rotenburg ist eine sehr attraktive Stadt – wegen der Arbeitgeber, der Kultur, der Schulen und auch wegen des sportlichen Angebotes, aber auch wegen der guten Anbindung.“ Vor dem Hintergrund, dass die Stadt weiter wächst, hatte sich Eichinger im vergangenen Jahr dafür stark gemacht, 1,8 Millionen Euro in den Haushalt einzustellen, um der Nachfrage nach Grundstücke gerecht werden zu können. Ein Vorgehen, das auch auf Kritik gestoßen war. Die Grünen forderten, den demografischen Wandel zu berücksichtigen und zunächst die Innen- und Nachverdichtung voranzutreiben. Eichinger: „Das machen wir schon seit Jahrzehnten, aber damit lässt sich die Nachfrage nicht decken.“ Es sei faktisch falsch, wenn die Politik da nicht rangehe, fügt er hinzu.

Was Eichinger gar nicht schmeckt: Mehr als 50 Interessenten stünden zurzeit auf der Warteliste, es gebe nach wie vor viele Anfragen, und inzwischen verließen viele Menschen die Kreisstadt, weil sie hier kein passendes Grundstück fänden. Der Bürgermeister: „Das ist eine ganz schlechte Entwicklung.“ Und genau daraus sei die Idee entstanden, einen Zukunftsworkshop auf die Beine zu stellen, um zu verdeutlichen, welche Zahnräder ineinandergreifen. Handwerk, Schulen, Kindergärten und Arbeitsplätze – das alles funktioniert nur, wenn auch die Menschen in der Stadt passenden Wohnraum finden. Und schon die Tatsache, dass allein in der Kernstadt während des vergangenen Jahres Gebraucht immobilien (Ein- und Zweifamilienhäuser) für fast zehn Millionen Euro gekauft worden seien, mache deutlich, wie groß der Boom sei.

Jetzt soll das komplette Thema auf den Tisch, an dem geladene Fachleute, Akteure vor Ort sowie Politiker Platz nehmen können. Katrin Fahrenkrug vom Institut für Raum und Energie aus Wedel wird diesen Workshop moderieren, bei dem es auch um das Thema „Wohnen im Alter“ gehen wird. Im Vorfeld nimmt die Fachfrau Kontakt mit den im Stadtrat vertretenen Parteien, mit dem Diakoniekrankenhaus als großen Arbeitgeber, mit dem Kreishandwerksmeister Friedrich Leefers sowie mit Landrat Hermann Luttmann und dem Vorsitzenden des Rotenburger Wirtschaftsforum, Heiko Kehrstephan, auf. „Sie macht sich vorab ein Bild von der Situation vor Ort – daraus wird sich der Ablauf für den 11. November ergeben“, erklärt Werner Scholz. Entstehen soll ein Forum, damit alle Interessenten in eine Diskussion kommen.

Ganz sicher dürfte sich dann auch die Frage stellen, wo in Rotenburg noch Kapazitäten vorhanden sind, um weitere Baugrundstücke auszuweisen. Einen Bereich haben Scholz und seine Kollegen bereits im Auge: Den Abschnitt zwischen dem Stockforthsweg und der Reithalle. Das Potenzial beziffern Eichinger, Scholz und Helmut Worthmann auf 60 bis 70 Grundstücke unterschiedlicher Größe. Eichinger: „Wir müssen für jede Geldbörse ein bezahlbares Grundstück anbieten können.“ Es geht schließlich um Attraktivität in einem sich zuspitzenden Wettbewerb um Einwohner. Eichinger: „Rotenburg darf dabei nicht abgehängt werden.“ Knapp 22 000 sind es zurzeit. Tendenz: leicht fallend.

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