Dagmar Penquitt spricht im Interview über ihren Beruf als Hebamme

„Nach fünf Jahren packte mich die Sehnsucht“

Steht Müttern im Umkreis von etwa 20 Kilometern mit Rat und Tat zur Seite: Hebamme Dagmar Penquitt. ·
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Steht Müttern im Umkreis von etwa 20 Kilometern mit Rat und Tat zur Seite: Hebamme Dagmar Penquitt. ·

Scheessel - Von Hannelore RutzenFINTEL · Sie selbst sagt, sie habe den schönsten Beruf, den sie sich vorstellen könne. Eine Tätigkeit in der Mitte des Lebens. Dagmar Penquitt hat schon vielen Kindern auf die Welt geholfen und die neuen Familien nach der Geburt betreut. Im Interview plaudert die Fintelerin über ihren Lebensweg und den Arbeitsalltag als ausgebildete Hebamme.

Frau Penquitt, Hand auf‘s Herz: Wie vielen Babys haben Sie schon auf die Welt geholfen?

Dagmar Penquitt: Oh, ein Dorf könnte man damit wohl sicher füllen. Aber die Geburt allein ist ja nicht alles. Jeder Mutter steht vom Gesetz her Hebammenhilfe zu – und zwar vom Beginn der Schwangerschaft an bis weit nach der Geburt. Zunächst geht es darum, den ersten Kontakt aufzunehmen, die Frau und ihre Lebenssituation kennen zu lernen, mich einzufühlen, auszuloten, wo steht sie, das Paar, was ist möglich und was nicht.

Warum sind Sie Hebamme geworden?

Penquitt: Nach dem Abitur war mir klar, dass ich einen Beruf erlernen wollte, der mich erfüllt, und den galt es zu finden. Bis dahin jobbte ich unter anderem als Babysitter, Schmuckdesignerin und Briefträgerin. Als eine gute Freundin schwanger wurde und mich zu ihrer Hausgeburt einlud, sagte ich freudig zu, hatte ich doch schon daran gedacht, eventuell Hebamme zu werden. Wir erzählten der betreuenden Hebamme von dieser Idee, und sie sagte: „Schauen wir mal ...“. Nach der Geburt klopfte sie mir auf die Schulter und sagte: „Mädchen, Du kannst das, mach!“ Das war mein Schlüsselerlebnis und der ausschlaggebende Punkt.

Sie haben 22 Jahre als freiberufliche Hebamme in einem Göttinger Krankenhaus gearbeitet. Was hat Sie nach Fintel gezogen?

Penquitt: Nach 22 Jahren erfüllender, aber auch stressvoller Arbeit hatte ich genug getan, fand ich. Inzwischen waren meine Eltern gestorben, mein Sohn erwachsen und ich selbst ungebunden. Vor sechs Jahren wagte ich dann endlich den großen Sprung und erfüllte mir einen lang gehegten Traum: Ich kündigte alles, kaufte mir ein Wohnmobil und pilgerte los, durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich nach Spanien. Dort blieb ich am längsten, über drei Jahre. Ich arbeitete für Kost und Logis – unter anderem im Bio-Gartenbau, in der Küche sowie im Herbergs- und Seminarbetrieb. Nach fünf Jahren packte mich allerdings wieder die Sehnsucht nach meinem Beruf. In Spanien als Hebamme zu arbeiten kam für mich nicht infrage, die Geburtshilfe ist dort noch sehr konservativ – außer vielleicht in den Großstädten, aber ich bin kein Stadtmensch.

Und wie kamen Sie nun nach Norddeutschland?

Penquitt: Das ging ganz schnell. Ich hörte mich um und erfuhr beim Deutschen Hebammenverband, dass im Umland von Rotenburg Hebammen fehlen würden, besonders im östlichen Bereich. In Fintel habe ich mich dann niedergelassen. Dazu hatte ich das große Glück, in Redderberg/Redderberghof eine Wohnung direkt über einem schönen Gruppenraum mit allem Drum und Dran zu finden. So kam ich hierher, um die Lücke zu füllen und den hiesigen werdenden Müttern und Eltern im Umkreis von etwa 20 Kilometern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Dagmar Penquitt ist telefonisch unter 04265 / 9540433 zu erreichen. Weitere Informationen über sie und ihre Arbeit gibt es auch im Internet unter http://www.schwangerenyoga-und-mehr.de.

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