Punkt 6 Uhr ging´s ins Werk

Streik-Ende bei Neupack in Rotenburg

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Sie waren die Ersten, die mit einer Begleitperson des Unternehmens um 6 Uhr die Arbeit im Neupackwerk aufnahmen.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Mit Beginn der Frühschicht haben am Donnerstag um 6 Uhr rund 40 Mitarbeiter des Rotenburger Neupackwerks die Arbeit wieder aufgenommen. Betriebsrat Claus-Dieter Thiele erklärte auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz:

„Lars Krüger will nicht aussperren“, habe ich gehört. Der Geschäftsführer war für den ersten Arbeitstag nach 85 Streiktagen persönlich ins Rotenburger Werk gekommen.

Walter Haar hat gestern wieder seine Arbeit an der Verpackungsmaschine im Werk Rotenburg aufgenommen.

5.40 Uhr vor dem Werkstor in Rotenburg. Rund 40 Mitarbeiter haben sich vor dem Werkstor versammelt. Mit der Frühschicht wollen sie sich zur Arbeit melden. So auch Helmut Hartwig. „Ich erwarte, dass die Gespräche nun wieder aufgenommen werden. Ich habe ein gutes Gefühl und gehe ohne Aufregung ins Werk“, erklärte er im Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung. Zwischenzeitlich haben fast alle Arbeiter Fackeln angesteckt, um ein sichtbares Zeichen zu setzen, dass alle wieder da sind. „Wenn die Aussetzung wirklich hilft, gehe ich heute gerne arbeiten. Nach drei Monaten Streik wollen wir endlich etwas erreichen und das Geld haben, was uns zusteht“, erklärten die Männer. Mitten in der Menge auch der Hamburger Rechtsanwalt Harald Humburg. „Es war der Wunsch der Mitarbeiter, dass ich ihnen für rechtlichen Rat zur Verfügung stehe, falls es Probleme gibt.“ Bei allen die bange Frage: Was wird uns gleich erwarten?

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Aus Hamburg hätten Kollegen berichtet, dass sie Verträge unterzeichnen sollten oder sie seien in Urlaub geschickt worden. Cornelia Rottmann von der Streikleitung der Gewerkschaft belehrte die hiesigen Arbeitnehmer kurz vor 6 Uhr eingehend mit den Worten „Das macht ihr bitte nicht. Ihr wollt arbeiten und das ist der Grund, warum ihr hier seid. Wenn sie euch nach Hause schicken, ist es Annahmeverzug des Arbeitgebers. Falls es Zettel gibt, bringt sie ohne Unterschrift raus“, so die Gewerkschaftlerin. Dann war es so weit, in Fünfer-Gruppen betraten die Männer das Werksgelände. Wider Erwarten lief alles reibungslos. Allein zwei Mitarbeiter wurden von der Arbeit freigestellt. Bei einem Arbeitnehmer läuft ein Kündigungsverfahren seit Dezember und dem anderen wird vorgeworfen, an einer Strafsache beteiligt zu sein. Im Gespräch mit der RK/VN erklärte Neupack-Geschäftsführer Lars Krüger, dass die ehemals Streikenden zunächst in den alten Produktionshallen getrennt von den neuen polnischen Arbeiten die Tätigkeit aufgenommen haben. „Das wird sich in wenigen Tagen ändern“, erklärte er. Er wertete die Arbeitsaufnahme als positives Zeichen. Seitens des Arbeitgebers habe man erst am Vortag um 17.30 Uhr davon erfahren, da musste einiges improvisiert werden. Auf die Frage, ob er Gespräche mit der IG BCE aufnehmen werde, antwortete er ausweichend. „Wir werten die Arbeitsaufnahme als positives Zeichen, mal sehen was passiert.

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