„Australian Voices“ verzaubern das Publikum im Heimat- und Kulturhaus

„Moon“ über Hellwege

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Gordon Hamilton (r.) und seine „Australian Voices“ zogen das Publikum im Heimat- und Kulturhaus in Hellwege mit ihrem abwechslungsreichen Programm in ihren Bann. ·

Sottrum - HELLWEGE · Schon zum zweiten Mal kam der Chor „Australian Voices“ unter der Leitung von Gordon Hamilton als wunderschönes Weihnachtsgeschenk in das Heimat- und Kulturhaus nach Hellwege. Während die jungen Sänger im Vorjahr die deutsche Weihnachtswinterwelt im weißen Schnee bewunderten, mussten sie dieses Mal frierend das norddeutsche Schmuddelwetter kennenlernen.

Wie kommt dieser renommierte Chor, der auf seiner diesjährigen Tournee schon in Wien, Prag, Berlin, Hamburg, Bremen und anderen Städten gastierte sowie auf seinen vielen Konzertreisen bereits in Amerika, England, Frankreich, Ungarn und vielen weiteren Ländern auf der Bühne stand, mit seinem außerordentlich fantasievollen und anspruchsvollen Programm nach Hellwege? Warum erklingen a capella gesungene Didgeridoo-Klänge, mit wundervollen Stimmen nachgeahmte chinesische und indische Sita-Töne sowie ein romantisches aus tralisches Mondmärchen gerade in diesem kleinen Ort?

Gordon Hamilton, den jungen Leiter dieses mitreißenden Ensembles, in dem die 27 Sänger alle unter 30 Jahren sind, verbindet eine enge Freundschaft mit Edwin Bohlmann, dem kulturellen Organisator im Heimat- und Kulturhaus. Der Komponist und Dirigent Hamilton, der bis 2009 fünf Jahre der Liebe wegen in Bremen gelebt und dort den Chor „Northern Spirit“ gegründet hat, lernte den Saxofonisten Bohlmann in dieser Zeit kennen und folgte gerne schon 2010 mit den „Australian Voices“ seiner Einladung nach Hellwege. „Diese Konzerte sollten hier Kult werden“, war die einhellige Meinung des begeisterten Publikums.

Zu Gehör kamen Ausschnitte aus Hamiltons fantastischer, für den A-capella-Chor komponierten Erzählung „Moon“, mit der das mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnete Ensemble derzeit auf Europa-Tournee ist. Auch ohne die aufwendigen Bühneninstallationen, die in den großen Häusern das Mondmärchen illustrieren, verschaffte der Chor, auch einmal singend ausgestreckt auf dem Boden liegend, den Zuhörern einen eindrucksvollen Einblick in dieses außergewöhnliche musikalische Werk von Hamilton.

Seine Liebe zu seiner Heimat Australien manifestierte sich auch in den Klängen australischer Volksmusik, bei denen sich die weiblichen Chormitglieder im Publikum verteilten und aus verschiedenen Positionen dem männlichen Ensemble im Bühnenraum mit klaren und den Ureinwohnern Australiens nachahmenden Lauten antworteten.

Volkslieder verschiedener Länder bilden ebenfalls eine Grundlage für weitere eigenwillige Interpretationen. So hat „The Keeper“, komponiert von der Sängerin Amber Evans schon im Alter von 15 Jahren, seinen Ursprung in einem englischen Jagdlied. Hamilton versteht sein Ensemble nicht nur als nachahmenden Klangkörper, sondern fördert und ermutigt die Sänger, eigene Ideen und Kompositionen einzubringen. „In unseren Proben ist nichts wirklich geplant, wir arbeiten sehr spontan, und das ist nur möglich, weil die Sänger mich genau verstehen und mein Verständnis von Musik lesen können“, sagt er leise.

Und das spürt man bei jeder seiner Gesten, es knistert vor Harmonie zwischen dem Chor sowie seinem Dirigenten und umgibt alle mit einer ganz besonderen Aura. Die begeisterten Zuhörer ließen die Künstler nicht ohne drei Zugaben gehen. Dabei zeigte sich auch die Liebe Hamiltons zu deutschem Liedgut sowie seiner Sehnsucht nach deutscher Weihnacht, die er in seiner Zeit in Bremen kennengelernt hat. So erklang sein „Macht hoch die Tür“ in völlig neuer und kraftvoller Art. Nie erklang „Stille Nacht“ inniger und wärmer als an diesem Abend in seiner ganz besonderen Interpretation sowie der sichtbaren Hingabe des Chores.

Leider beendete das Ensemble mit diesem Abend seine Europa-Tournee, sodass Fans wohl bis nächstes Jahr warten müssen, bis Gordon Hamilton und seine „Australian Voices“ hoffentlich wiederkommen. · hs

Finale der

Europa-Tournee

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