Dieter Hunold als Feuerwehr-Abschnittsleiter verabschiedet / Jürgen Runge übernimmt

Der Mitgliederschwund geht weiter

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Wachwechsel: Clemens Mahnken (v.l., Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Rotenburg), Jürgen Lemmermann (Kreisbrandmeister), Jürgen Runge (neuer Abschnittsleiter Rotenburg), Dieter Hunold (scheidender Abschnittsleiter), Thorsten Reinsch (gewählter stellvertretender Abschnittsleiter), Herrmann Luttmann (Landrat) und Käthe Dittmer-Scheele (Bürgermeisterin Scheeßel).

Ostervesede - Zu einer besonderen Feuerwehr-Versammlung hatte Rotenburgs Abschnittsleiter Dieter Hunold nach Ostervesede eingeladen, denn nach mehr als 15 Jahren im Amt, sollte es seine letzte Versammlung werden.

Obwohl die Altersgrenze für den aktiven Feuerwehrdienst jüngst per Gesetz angehoben wurde, entschied sich Dieter Hunold in den Feuerwehrruhestand zu gehen und für keine weitere Amtszeit anzutreten. Neben einigen Gästen aus Politik, Verwaltung und Feuerwehrführung, erschienen 53 Abordnungen der insgesamt 55 Feuerwehren im Abschnitt Rotenburg, berichtet Oliver Hein, der bei der Kreisfeuerwehr für die Pressearbeit zuständig ist.

Als Gastgeberin unterstrich Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele die Bedeutung der Feuerwehren für die Gesellschaft, aber auch für die einzelnen Orte. Mit Dieter Hunold verbinde sie einige Erinnerungen. So sei das Hurricane-Festival stets ein Berührungspunkt mit der Feuerwehr, bei dem sie immer ein eingespieltes und funktionierendes Team vorfand. Als Abschiedsgeschenk überreichte sie dem scheidenden Abschnittsleiter ein Buch über die langjährige Festivalgeschichte.

Doch bevor der Amtswechsel anstand, trug Hunold zum vergangenen Jahr vor. Zunächst führte er zu den Änderungen des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes aus und zu Maßnahmen, die den Feuerwehrdienst attraktiv und zukunftsfähig gestalten sollen. Mit einer Imagekampagne des Landes Niedersachsen soll zudem für den Feuerwehrdienst geworben werden – das Motto der Kampagne heißt „Ja zur Feuerwehr“.

Für die Bewältigung der zahlreichen Einsätze komme es vor allem auf die Verfügbarkeit aktiver Feuerwehrmitglieder an. Die Mitgliederstatistik stagniere jedoch seit einigen Jahren. Bereits bei der Versammlung im vergangenen Jahr sei mit 2 402 Mitgliedern (2011) ein neuer Tiefstandsrekord seit 1998 aufgestellt worden – mit Abschluss des Jahres 2012 sei dieser Wert mit weiterem Mitgliederschwund im aktiven Dienst auf 2 379 aktive Feuerwehrleute unterboten worden. „Vor allem in der Altersgruppe der 16 bis 30-Jährigen bestehe Nachwuchsbedarf“, entnimmt Hunold seiner Statistik. Die Feuerwehrfrauen, die in den vergangenen Jahren steten Zuwachs zu verzeichnen hatten, mussten ebenfalls ihren Mitgliederbestand zum Jahresende 2012 um neun Feuerwehrfrauen reduzieren und zählten nun 162 Mitglieder im aktiven Feuerwehrdienst. Die 22 Jugendfeuerwehren im Abschnitt zählten zum Jahresende 258 Jungen und 79 Mädchen, insgesamt zwei Mitglieder mehr als im Vorjahr. Die Jugendfeuerwehr zähle zu den wichtigsten Nachwuchsquellen für den aktiven Dienst – in 2012 sind 17 männliche und zwei weibliche Jugendfeuerwehrangehörige in den aktiven Dienst gewechselt.

Die Zahl der Einsätze wächst indes, die Feuerwehren des Abschnittes Rotenburg verzeichneten ein Plus von 54 im Vergleich zum Vorjahr und wurden insgesamt 449 Mal alarmiert, so Hunold. Zu den Vorjahren lägen die Einsatzzahlen mit leichten Schwankungen auf einem gleichbleibenden Niveau. Der überwiegende Anteil der Alarmierungen fiel auf Brandeinsätze (58 Prozent), die übrigen Alarmierungen erfolgten im Rahmen der technischen Hilfeleistung. Legt man für die geleisteten Einsatzstunden im Jahre 2012 einen achtstündigen Arbeitstag zugrunde, so wurden insgesamt 1 794 Arbeitstage ehrenamtlich von den Feuerwehrleuten erbracht. Aber: Es stieg auch die Anzahl der Fehlalarmierungen von 73 (2011) auf 80. Hinzu kommen 25 Alarmierungen, bei denen letztendlich kein Feuer festgestellt werden konnte. Von den 105 vergeblichen Alarmierungen seien allein durch die Feuerwehren im Stadtgebiet Rotenburg 41 Einsätze zu tragen gewesen.

Abschließend richtete Hunold einige persönliche Worte an die Anwesenden und blickte auf seine Zeit im Amt zurück, das im Januar 1997 mit seiner Wahl zum Abschnittsleiter begann. Ohne das Verständnis und den Rückhalt seiner Frau sei diese Aufgabe nicht zu bewältigen gewesen. In seiner Funktion habe er viel dazulernen können. Er nahm durchschnittlich an 20 Dienstversammlungen pro Jahr teil. Zahlreiche Übungen und Einsätze, auch mit den Feuerwehr-Bereitschaften, seien ihm in guter Erinnerung geblieben.

Landrat Herrmann Luttmann nahm anschließend den formellen Teil vor. Auch er dankte Dieter Hunold und hob die besonderen Eigenschaften und Verdienste seiner Amtszeit hervor. Schließlich verlas er die Urkunden, die ihn in den Feuerwehrruhestand versetzen und zum Ehrenabschnittsleiter ernennen.

Bei der Kreisbrandmeister-Dienstversammlung im November war bereits der Nachfolger Hunolds gewählt worden – der Stellvertreter und bisherige Stadtbrandmeister Visselhövedes, Jürgen Runge. Thorsten Reinsch aus Rotenburg wurde neuer stellvertretender Abschnittsleiter.

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Ehrenabschnittsleiter

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