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Fynn Kliemann: „Bin kein Betrüger“ – Influencer will nach Maskenskandal „alles aufräumen“

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Von: Yannick Hanke

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Immer mehr Details zum Maskenskandal rund um Influencer Fynn Kliemann kommen ans Licht. Auf Instagram kündigt er einen Regelkatalog für seine Unternehmen an.

Zeven – Wer einen Fehler gemacht hat und nicht korrigiert, begeht einen zweiten. So lautet einer der bekanntesten Aussprüche vom Philosophen Konfuzius. Eventuell wird sich auch Fynn Kliemann hieran orientieren. Der Influencer, der jahrelang nur die Sonnenseiten seines Social-Media-Ruhms genoss, steht wegen eines großen Maskenskandals in der Kritik. Fynn Kliemann soll fehlerhafte Schutzmasken gegen Corona an Flüchtlingslager verkauft haben. Auf Instagram zeigt sich der 34-Jährige nun einsichtig und reumütig.

Fynn Kliemann: Influencer will nach Maskenskandal „alles aufräumen“

Rund sechs Minuten hat sich Influencer Fynn Kliemann für sein Instagram-Video Zeit genommen. In diesem greift der 34-Jährige noch einmal die ganze Causa rund um seine Person und den Vorwurf auf, unter anderem bewusst falsche Angaben beim Handel mit Atemschutzmasken gemacht zu haben. Das hätte eine Recherche des Teams vom „ZDF Magazin Royale“, der TV-Show vom aus Bremen stammenden Satiriker Jan Böhmermann, ergeben.

Influencer Fynn Kliemann trägt einen orangefarbenen Beanie und schaut zur Seite. Eine FFP2-Maske liegt verdreckt auf dem Boden.
Zeigt sich reumütig: Influencer Fynn Kliemann steht wegen eines Maskenskandals im Fokus der Öffentlichkeit. Auf Instagram entschuldigt sich der 34-Jährige für sein Verhalten. (kreiszeitung.de-Montage) © Andre Lenthe/imago

Mehrmals entschuldigt sich Fynn Kliemann für sein Verhalten bei den Maskengeschäften. „Ich habe so viel Schei**“ gebaut, heißt es vom Niedersachsen. Er verspricht aber auch fast schon gebetsmühlenartig, „jetzt alles aufräumen“ zu wollen. Der aus Zeven im Landkreis Rotenburg stammende Kliemann meint damit den Scherbenhaufen respektive Rattenschwanz, den sein Handeln mit sich zieht – auf allen Ebenen.

Fynn Kliemann: „Wollte krasser sein als ich bin“ – Influencer zeigt sich nach Maskenskandal reumütig

Für die einen mögen Fynn Kliemanns Entschuldigungen nach dem Maskenskandal wie Ausflüchte und leere Worthülsen klingen. Für die anderen sind sie möglicherweise ein Zeichen für Einsicht und der Bereitschaft, Dinge grundlegend zu ändern. Es hätte kommunikative Fehler gegeben, die Rede ist von „Schnellschüssen“ und dem simplen Gefühl, von den Zuschauern gemocht zu werden. Allesamt Dinge, die Fynn Kliemann, gegen den auch WDR möglicherweise mit rechtlichen Schritten vorgehen könnte, im Nachgang kritisch betrachtet.

Ich wollte krasser sein als ich bin.

Influencer Fynn Kliemann in einem Entschuldigungs-Video auf seinem Instagram-Kanal

„Die Wahrheit ist, dass ich mehr davon haben wollte. Das ist vielleicht peinlich“, spricht Fynn Kliemann, gegen den die Polizei Rotenburg Hinweise und Anzeigen entgegennimmt, auf Instagram über sein akutes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und dem Drang, gemocht zu werden. Gleichzeitig greift er nach dem Maskenskandal um seine Person die nähere Zukunft vor. Für seine Firmen will der Influencer künftig einen Beirat aufsetzen. Zusammen mit vier bis sechs unabhängigen Beratern soll ein verbindlicher Regelkatalog eingeführt und umgesetzt werden.

Fynn Kliemann zieht Konsequenzen aus Maskenskandal – und spendet Gewinn von fast 300.000 Euro

Darüber hinaus gibt Fynn Kliemann das Versprechen ab, sowohl alle privaten als auch beruflichen Verbindungen zum Maskenhersteller Global Tactics zu beenden. Dazu würde beispielsweise die Abgabe seiner Anteile an den 2021 neu gegründeten Global Tactics GmbHs für je „einen symbolischen Euro“ zählen.

Mit seinen Atemschutzmasken konnte Kliemann einen Gewinn von 282.000 Euro erzielen. Diese Summe will der Influencer nun an NGOs spenden, die sich für Geflüchtete sowie die Gerechtigkeit in der Textilindustrie einsetzen. „Ich bin manchmal übereifrig und vielleicht ein sche** Unternehmer, aber ich bin kein Betrüger“, hält der 34-Jährige fest. Die Diskussionen um seine Personen werden aber trotzdem wohl vorerst nicht weniger werden.

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