Stefan Schlösser ist einer der wenigen, die im Kindergarten arbeiten / „Leider nur für ein Jahr“

Männer verzweifelt gesucht

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Stefan Schlösser ist als Mann eine echte Rarität in den Kindergärten der Region. ·

Visselhoevede - VISSELHÖVEDE · Stefan Schlösser ist eine echte Rarität in seinem Metier – er absolviert seit einigen Wochen ein Freiwilliges Soziales Jahr im städtischen Visselhöveder Kindergarten Fabula und ist somit einer der wenigen männlichen Kollegen zwischen vielen Frauen – in der Region Visselhövede der einzige.

„Wir haben definitiv zu wenig Männer in dem Job, aber von einer überwiegenden Halbtagstätigkeit kann man eben auch keine Familien ernähren“, weiß Kindergartenleiterin Gisela Teschke, die es daher um so mehr begrüßt, einen männlichen Mitarbeiter in ihrer Mitte zu haben.

Gerade mal 16 000 Erzieher gibt es nach Angaben des statistischen Bundesamtes unter den 360 000 Erziehern. Doch die Forderung nach mehr Männlichkeit in Erzieherberufen hat an Bedeutung gewonnen. Allerdings winken viele Männer wegen schlechter Bezahlung und geringem Sozialprestige in diesem typischen Frauenberuf ab.

„Stefan Schlösser kommt bei allen Kindern sehr gut an und ist aufgeschlossen. Er ist sehr interessiert und stellt viele Fragen“, lobt Teschke den Neuzugang. Sie weiß, wie wichtig männliche Pädagogen in den ersten Jahren gerade bei Jungs sind, um sich mit ihnen identifizieren zu können. So kam auch der 19-Jährige auf die Idee, im Kindergarten sein Soziales Jahr zu absolvieren. „Nach der Grundschule ging es für mich nachmittags in den Kinderhort zur Betreuung. Dort war ein Zivildienstleistender, der hat einen ziemlich starken Eindruck auf mich gemacht. Er hatte für mich eine Art Vorbildfunktion.“ Doch auf die Dauer wird der Jarlinger dem Fabula-Team nicht erhalten bleiben, denn er nimmt das Jahr zur Überbrückung, bevor er eine Ausbildung bei der Polizei antritt.

Auf alle Fälle fühlt sich Schlösser voll integriert und hat sich im Kindergarten-Alltag gut eingelebt. Die eigentliche Aufgabe mit den Kinder alleine zu arbeiten, geht im neuen Jahr los. „Zugegeben, ich werde von den Jungs ein bisschen mehr belagert und habe einen guten Draht zu ihnen. Aber egal ob Junge oder Mädchen, im Moment probieren sie alle ihre Grenzen aus. Aber sie wissen, dass sie mit mir nicht alles machen können!“, schmunzelt der „Zeit-Erzieher“. · aki

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