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Lokale Künstler spenden Bilder für Kunstauktion zugunsten der Ukraine

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Von: Ulla Heyne

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Die vier Personen vor einem Haus, jeder hält ein Bild vor sich.
Carsten Gehse (l.) und Ehefrau Nicole (3.v.l.), Birgit Bösen und Chris Krause freuen sich, lokale Kunst für die Ukraine-Hilfe unter den Hammer zu bringen. © Ulla Heyne

Was Kunst mit dem Krieg in der Ukraine zu tun hat? Am 30. April eine ganze Menge – denn dann verwandelt sich der Friseursalon von Carsten Gehse in Scheeßel in die Kulisse zu einer lebhaften Kunstauktion, deren Erlöse in die lokale Ukraine-Hilfe fließen sollen. 

Scheeßel – Was hat Kunst mit dem Krieg in der Ukraine zu tun? Am 30. April eine ganze Menge – denn dann verwandelt sich der Frisörsalon von Carsten Gehse und Ehefrau Nicole in die Kulisse zu einer Kunstauktion, deren Erlöse in die lokale Ukraine-Hilfe fließen. Die Idee hierzu hatte Kundin Birgit Bösen. Die leidenschaftliche Hobbymalerin hatte im Salon an der Großen Straße in Scheeßel den Reigen regelmäßiger Kunstausstellungen eröffnet.

Wieder einmal mit ihren Söhnen zum Haareschneiden vor Ort, fielen ihr die derzeit leeren Wände auf. Gleichzeitig – es waren die ersten Kriegstage in der Ukraine – habe sie sich gefragt, was man tun könnte. Die Idee zur Veranstaltung war geboren. „Ich weiß, dass Gehses offen für Neues sind, gern planen und Gäste einladen“, meint die Clüversborstelerin.

Schnell kommen viele Künstler zusammen

Bei Gehses rannte sie offene Türen ein. Schon bald waren zahlreiche regionale Künstler dabei – „über alte Netzwerke, aber auch neue Kontakte haben sich über Mundpropaganda aufgetan“, erzählt Nicole Gehse. So zieren dieser Tage Landschaften in Acryl, Tierbilder in Öl, Akte, Abstraktes oder eine Collage aus Foto und Malerei von Lars Kressin die Wände. Doch nicht nur Maler sind dabei; mit Polaroids von Thorsten Finner und „Lost Places“-Bildern von Ralf Siemensglüß kommen auch Fotografien unter den Hammer. Mittlerweile sind es 35 Werke von einem guten Dutzend lokaler Künstler, „meine 20 Meter Galerieschienen waren nicht ausreichend“, sagt Carsten Gehse.

Und auch von unerwarteter Seite kamen spontane Angebote: Die für ihr Bier beim Museumstag bekannten Braukünstler Dirk Trochelmann und Oliver Tobis stellen drei Fässer für die Versteigerung zur Verfügung, Krimiautor Chris Krause bietet eine Wohnzimmerlesung gegen Gebot. Auch durch zahlreiche Moderationen unter anderem bei der jährlichen Sportverleihung geübt, schlüpft der schlagfertige Westerescher in die Rolle des Auktionators.

Für ihn war es aus mehreren Gründen klar, für den guten Zweck den Hammer zu schwingen: „Nicht nur, um Gelder für die Ukraine zu sammeln, sondern auch, „weil wir nach der Pandemie Gemeinschaft erstmal wieder lernen müssen.“ Er ist überzeugt, dass sich mit dem „Wiedersuchen des Wirs“ auch ein Diskurs zur Lösung gesellschaftlicher Probleme anstoßen lässt. Dabei gelte es die Balance zu finden zwischen der Ernsthaftigkeit des Anlasses und einer gewissen Leichtigkeit der zwanglosen Zusammenkunft mit Unterhaltungscharakter.

Aktion kommt bei Kunden an

Bei den Kunden und den Mitarbeitern, die zum Teil auch sehr persönliche Bezüge zur Ukraine haben, kommt die Aktion jedenfalls gut an. Doch auch in den sozialen Medien wollen die Organisatoren in den nächsten Wochen noch ordentlich die Werbetrommel rühren. Über das Facebook- und Instagram-Konto des „Head Spa“ sollen sämtliche Werke vorab auch online in Augenschein genommen werden können. Gebote können nicht nur am Auktionsabend selbst abgegeben werden, sondern auch vorab per E-Mail. Viele der Künstler werden selbst anwesend sein. Eine vorige Anmeldung per E-Mail ist erwünscht, um sich einen Platz zu sichern.

Die Erlöse gehen an die lokale Ukraine-Hilfe der Lions; „die haben schon ein Netzwerk aufgebaut und so sind wir sicher, dass das Geld ohne Abzüge dort ankommt, wo es gebraucht wird“, so Gehse. Einlass ab 18 Uhr, die Versteigerung beginnt gegen 18.30 Uhr.

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