An der Lindenstraße blockieren Bäume den Gehweg / AK Bäume ist gefragt

Kein Platz für Rollstühle

Für Rolf Brüggen gibt es mit dem Rollstuhl auf dieser Seite der Lindenstraße kein Durchkommen. Nur vorsichtig kommt er am ersten Baum neben seiner Ausfahrt vorbei. Die Gehwegplatten hat die Stadt schon vor Jahren entfernt – zu sehr drückten die Wurzeln damals.
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Für Rolf Brüggen gibt es mit dem Rollstuhl auf dieser Seite der Lindenstraße kein Durchkommen. Nur vorsichtig kommt er am ersten Baum neben seiner Ausfahrt vorbei. Die Gehwegplatten hat die Stadt schon vor Jahren entfernt – zu sehr drückten die Wurzeln damals.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Rolf Brüggen ist momentan aufgrund eines Unfalls auf den Rollstuhl angewiesen – das alleine macht viele Dinge ohnehin schon schwerer. Noch schwieriger ist es aber, wenn er Wege, die er normalerweise zu Fuß zurücklegt, damit befahren möchte. Das Problem: Einige Bäume an der Rotenburger Lindenstraße, an der er wohnt.

„Die Bäume hier nehmen den Platz weg, sodass man mit einem Rollstuhl oder einem Kinderwagen nicht mehr durchkommt“, erklärt der 67-jährige Pensionär. Eine Spazierfahrt mit dem Hund durch die Kottmeierstraße und durch die Buhrfeindstraße? Momentan gestaltet sich das Ganze schwieriger – denn Brüggen muss mit seinem Rollstuhl zunächst die Straßenseite wechseln, denn da stehen keine Bäume mitten auf dem Gehweg, um ein paar hundert Meter später wieder auf die andere Seite zu wechseln und dann abzubiegen. In Richtung Therkornsberg ist das ganz ähnlich. Für Brüggen ein unhaltbarer Zustand. „Das Argument darf nicht gelten, dass man den Bürgersteig wechseln muss, wenn man in diese Richtung möchte. Klar, könnte ich das so machen. Aber wenn auf dem Bürgersteig sowieso keiner gehen kann, dann kann der auch gleich ganz weg oder dort ein Schild stehen“, sagt er.

Nicht mal die Gehwegplatten um die Baumstämme herum sind noch da. „Die hat die Stadt schon vor Jahren herausgenommen, weil sie von den Wurzeln hochgedrückt wurden“, erinnert er sich. In seinen Augen könne es nur die Möglichkeit geben, dass die Bäume entfernt und dort kleinere gepflanzt würden. „Mir sind Bäume auch wichtig. Aber ich finde, das Wohl der Bürger geht vor.“

Auch habe er schon oft gesehen, wenn eine Gruppe von den Rotenburger Werken vorbeikäme, dass sie gleich auf der anderen Seite der Straße bleiben. Für Brüggen kein haltbarer Zustand: Es könne nicht Sinn der Sache sein, dass der Bürgersteig nicht zu benutzen ist. Mit seinem Hund spaziert Brüggen, solange er auf den Rollstuhl angewiesen ist, also erst mal nicht mehr in seiner Gegend. Denn mit einer schnellen Lösung rechnet er nicht: „Das hat mir die Stadt auch so mitgeteilt.“

Auf Nachfrage bestätigt das auch Stephan Lohmann, Verkehrsamtsleiter der Stadt Rotenburg. „Wir nehmen das sehr ernst. Es ist ein deutlich erkennbares Problem“. Für solche Fälle gebe es den Arbeitskreis (AK) Bäume, der sich aber erst Ende Januar das erste Mal trifft. An diesem AK sind sowohl die Fraktionen als auch Fachmitarbeiter aus der Verwaltung beteiligt, je nach Bedarf auch andere Fachleute wie Baumgutachter oder der Förster. Eine kurzfristige Lösung kann er also nicht in Aussicht stellen. Eine vergleichbare Grundproblematik gebe es auch am Waldstegener Weg. „Wir sind da in einer Zwickmühle zwischen Bürger und Politik. Die Politik muss für uns die Richtlinie vorgeben, wie wir mit solchen Fällen umgehen.“ Es bleibt also abzuwarten, welche Ideen der AK Bäume dann ab Ende Januarentwirft.

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