„Oper und Operette auf dem Bauernhof“ in Waffensen / Zum zwölften Mal ein großer Erfolg

Liebesdramen in der Scheune

Die stimmigen Darbietungen zogen auch die jüngeren Musikliebhaber, wie die vierjährige Lisa, magisch an. ·
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Die stimmigen Darbietungen zogen auch die jüngeren Musikliebhaber, wie die vierjährige Lisa, magisch an. ·

Waffensen - Von Heidi Stahl · Längst sind die Konzerte in der Spargelscheune der Familie Holsten in Waffensen zum Kult in der ganzen Region geworden.

Die Wiese hinter der Scheune lud zum Verweilen ein.

So kamen auch im zwölften Jahr der Reihe „Oper und Operette auf dem Bauernhof“ mehr als 400 Gäste aus allen Himmelsrichtungen –  mit Bussen aus Lilienthal, Grasberg, Verden und Achim sowie mit Fahrrad und Auto aus der näheren und weiteren Umgebung. Seitdem die damalige Vorsitzende der Rotenburger Landfrauen, Annelore Holsten, vor zwölf Jahren auf Bitten eines Reiseveranstalters ihren ehemaligen Kuhstall für Konzerte mit klassischer Musik zur Verfügung stellte, hat sich viel getan. Das Gebäude mit 200 Plätzen wurde schnell zu klein, und so funktionierte man die große Scheune jedes Jahr nach der Spargelernte zum Konzertsaal um. Eichenlaubkränze mit Kerzen in funkelnden Gläsern ersetzen die Kronleuchter unter dem Holzgebälk der Scheune und zaubern eine festliche Stimmung, die große Wiese bildet mit Lagerfeuer, Kerzen auf Tischen und luftigen Zelten ein ländliches Foyer, das in der Pause sowie vor und nach der Veranstaltung zum Flanieren einlädt. Der Pianist und Dirigent Andreas Huisgen hatte auch diesmal ein abwechslungsreiches Programm mit bekannten Opern- und Operettenmelodien zusammengestellt, die den Geschmack des Publikums trafen und von den Sängern Susanne Ellen Kirchesch, Daniel Kim und Marco Vassalli sowie der Flötistin Iris Höfling, dem Violinisten Wassilij Ruszak und Huisgen selbst am Flügel in meisterhafter Virtuosität vorgetragen wurden.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Landvolkverbandes Rotenburg-Verden, Gerhard Eimer, führte die Chorleiterin Martina von Ahsen in unnachahmlicher und humorvoller Manier die Gäste durch das Programm. Ihre Erläuterungen zu den einzelnen Arien aus Opern wie „Don Giovanni“, „La Bohème“, „La Traviata“, „Tannhäuser“ und anderen fasste sie in Anlehnung an Wolfgang Körners „Einzig wahren Opernführer“ in die „Kurztexte für Nervöse“ zusammen. Dort wird „La Bohème“ folgendermaßen umschrieben: „Student löst Liebesbeziehung zu einer Kunststudentin, weil sie ihm was hustet. Sie stirbt aber trotzdem.“ – ein Einfall, der immer wieder für amüsierten Beifall sorgte. Nachdem sich die Gäste in der Pause am Lagerfeuer und an den vielen Ständen mit Getränken und kulinarischen Kleinigkeiten gestärkt hatten, gehörte der zweite Teil des Abends ganz den Operettenmelodien. Stücke von Franz Lehar, Paul Lincke und Ralf Benatzky ließen die Zuhörer bei „Schlössern, die im Monde liegen“ oder „Sind Sie von Sinnen, Herr Baron“ in Erinnerungen an die bekannten Melodien schwelgen.

Dass diese musikalischen sommerlichen Abende in Holstens Spargelscheune ganz bestimmt ihre Fortsetzung finden werden, bewies ein kleiner Zaungast: Die vierjährige Lisa, Spross der Holstenfamilie, pirschte sich heimlich immer näher an die Bühne, um den Künstlern ganz nah zu sein und mit großen Augen den Darbietungen zu lauschen. Bei so viel musikalischem Interesse brauchen sich die Musikfans keine Sorgen zu machen, dass es „Oper und Operette auf dem Bauernhof“ nicht in die nächste Generation schafft.

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