Seit sieben Jahren kümmert sich das sechsköpfige Team in der Stadtbibliothek um die Kleinen

Leseomas leisten wichtige Arbeit

„Was macht das Schwein in der Stadt?“ – Leseoma Gisela Bartikowski (links) hat bei ihrem Vorlesenachmittag ganz aufmerksame Zuhörer. ·
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„Was macht das Schwein in der Stadt?“ – Leseoma Gisela Bartikowski (links) hat bei ihrem Vorlesenachmittag ganz aufmerksame Zuhörer. ·

Rotenburg - Darauf haben viele Kinder schon gewartet: Endlich, nach den Ferien, hat die Vorlesesaison in der Stadtbibliothek Rotenburg wieder begonnen. Endlich kommt mittwochs ab 16 Uhr eine der sechs Vorleseomas, trägt Geschichten vor und nimmt die Vier- bis Sechsjährigen mit in eine besondere Welt: heraus aus dem Alltag, hinein in den Zauber der Märchen oder in spannende Erlebnisberichte.

Zum Auftakt ist Leseoma Gisela Bartikowski (72) an der Reihe. Die ehemalige Pfarramtssekretärin, die selbst keine Enkel hat: „Ich mag Kinder sehr gern, dies sind quasi meine Leihenkel.“ Und die „Leihenkel“, die diesmal ganz still und mit großen Augen um sie herum sitzen, sind Charlotte (2) und Bent (4), außerdem Rebecca (2) und Johanna (4). Gebracht von ihren Eltern und für die nächste Zeit die artigsten Kinder der Welt. Einfach zu spannend die Geschichte „Was macht das Schwein in der Stadt?“, die die Leseoma zu Beginn rezitiert! Zusammen mit vielen anderen ist das Kinderquartett immer wieder Gast bei einer der speziell ausgebildeten Leseomas. Nadeschda Zielke, stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek, sorgt zusammen mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen dafür, dass vorher die entsprechenden Titel ausgesucht werden. Die Auswahl ist riesig: Insgesamt verfügt die Bücherei an der Stadtkirche über rund 35 000 Medien, davon allein rund 9 000 Kinder- und Jugend-Medien.

Nadeschda Zielke: „Wir haben ein tolles Team an Leseomas. Der besondere Reiz ist, dass jede für sich ein ganz individueller Mensch ist. Das macht jedes Vorlesen für die Kinder zu einem speziellen Erlebnis.“ Die älteste Leseoma, immerhin schon 93 Jahre, bevorzuge Märchen. Gisela Bartikowski, die heute das Programm gestalte, bevorzuge etwas Lustiges. Eine andere liebe Bücher mit „sinnlichem“ Hintergrund. Eine andere Oma, weiß Zielke, „macht am laufenden Band Action“.

Sieben Jahre ist es inzwischen her, dass die Stadtbibliothek das Konzept für die Leseomas aus Rostock übernahm. Rotenburg ist eine der ganz wenigen Büchereien, die sich diesen scheinbaren Luxus erlauben. Gerne nehmen die Leiterin der Rotenburger Bücherei, Diplom-Bibliothekarin Christine Braun, und ihre Mitarbeiterinnen die zusätzliche Arbeit an, weil sie wissen, wie wichtig es ist, Kinder so früh wie möglich an das Buch heranzuführen.

Christine Braun betont: „Der Mensch kann sich weder politisch noch wissenschaftlich oder technisch informieren oder orientieren, wenn er nicht in der Lage ist, komplexe Texte zu verstehen. Wer nicht schon in der Kindheit lesen und verstehen lernt, wird diese Fähigkeit nie erlernen.“ Und dessen ist sich die Chefin der Stadtbibliothek ganz sicher: Trotz aller schnellen Sprünge, die die Technik macht, wird das gute alte Buch auch künftig seinen Platz bewahren. · bn

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