Diskussion über Spielnachmittag / „Keine Überstunden für Schwimmmeister“

Lebensretter kontra Stadt: Bad-Streit schwelt weiter

Sprechen nicht „die gleiche Sprache“: DLRG-Chefin Gabriele Stöhr . .  .

Visselhoevede - Von Jens WietersVISSELHÖVEDE · Die Friedenspfeife hängt noch an der Wand, den ersten Zug haben bisher weder die Stadt noch die DLRG gemacht. Die Fronten zwischen der Visselhöveder Verwaltung und der Ortsgruppe der Lebensretter scheinen mehr denn je verhärtet. Und immer noch geht es um die künftige Nutzung des Hallenbades.

Unsere Zeitung hatte darüber berichtet, dass die DLRG-Ortsgruppe mächtig sauer auf die Stadt ist, weil die aus Sicht des Vereins einen monatlichen Spielnachmittag für jedermann abgelehnt beziehungsweise mit überhöhten Auflagen versehen habe.

„So sollten wir unter anderem sagen, mit wie vielen Teilnehmern wir rechnen. Das geht natürlich nicht, wenn wir es noch nie ausprobiert haben“, hatte DLRG-Vorsitzende Gabriele Stöhr während der Jahreshauptversammlung Ende Januar erklärt.

Von einer Ablehnung könne keine Rede sein, stellte Bürgermeisterin Franka Strehse (SPD) während der Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses am Mittwochabend klar, als Hedi Schmidt (Grüne) das Thema ansprach. „Wir brauchen aber exakte Details und Planungen, weil wir unser städtisches Personal aus rechtlichen Gründen dabei haben müssen“, so Strehse, die auch darüber informierte, dass „die DLRG auf den zugeschickten Fragenkatalog bisher nicht reagiert“ habe.

Im Übrigen sei die Verwaltung nicht bereit, Überstunden ihrer Schwimmmeister einfach so zu planen, „weil wir einen festen Stellenplan haben und in der gesamten Verwaltung Überstunden abbauen wollen.“ Eine Ausweitung der Öffnungszeiten zum Beispiel auf den Sonntag koste Geld. Auch könne von einer mangelnden Kommunikationsbereitschaft von Seiten der Stadt keinesfalls die Rede sein, unterstrich Strehse. „Wir reden mit keinem Verein so viel wie mit der DLRG.“

Hauptamtsleiter Klaus Twiefel ging in der Ausschusssitzung sogar noch einen Schritt weiter: „Wir sprechen offenbar nicht die gleiche Sprache“. Ihm stoße sauer auf, dass die DLRG öffentlich den Eindruck erwecken wolle, dass die Stadt bei der Attraktivitätssteigerung des Bades untätig bleibe. „Das Gegenteil ist der Fall: Wir versuchen alles, um den Leuten das Bad schmackhaft zu machen.“

Ihm seien aber einige Beschwerden ins Haus geflattert, in denen sich Familien über fehlende Rücksichtnahme der DLRG-Leute während der Trainingsstunden beklagt hätten. „So soll die Ortsgruppe nicht nur das kleine Becken, sondern auch das große fast komplett belegen, obwohl vereinslose Schwimmer den vollen Eintritt zahlen. Die fühlen sich regelrecht in die Ecke gedrängelt“, sagte Twiefel.

Gabriele Stöhr widersprach gestern gegenüber unserer Zeitung energisch: „Beim Training nutzen wir im großen Becken nur zwei Bahnen. Das Nichtschwimmerbecken teilen wir uns seit Jahren mit den anderen Badegästen. Und im Übrigen zahlen alle DLRG-Mitglieder jetzt auch Eintritt.“

Dasa die eingegangenen Fragen noch nicht beantwortet wurden, liege nur daran, dass der gesamte DLRG-Vorstand „zurzeit beruflich stark beansprucht“ sei.

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