Birgit Lünsmann brillierte beim Theaterherbst im Metronom

Leben der Garland perfekt inszeniert

Spielte das Leben des Hollywoodstars nach: Birgit Lünsmann.

Visselhoevede -Judy Garland – war das nicht die aus dem „Zauberer von Oz“ und Mutter von Liza Minelli? Ein wesentlich differenzierteres Bild der Schauspielerin zeichnete Birgit Lünsmann in ihrem „musikalischen Portrait“, einer Eigenproduktion unter der Regie von Alvaro Solar im ausverkauften Hütthofer Theater Metronom.

Dabei wurde die stimmlich und mimisch äußerst präsente Hamburgerin Lünsmann vom Pianisten Wolf Kauder souverän und sensibel begleitet. Dass der Abriss des Garland-Lebens nicht zur bloßen Liederrevue geriet, dafür sorgte die ganz eigene Annäherung an den Hollywoodstar der Nachkriegszeit: Immer wieder wechselte sie die Perspektive und verband so geschickt Biographie mit aktuellen Bezügen und Seitenhieben („die böse Hexe des Ostens, aber nicht Angela Merkel“).

Gleichzeitig gelang ihr in den Passagen, in denen sie in die Rolle des „kindlichen Mädchens mit der erwachsenen Stimme“ schlüpfte, eine große Nähe zum Publikum und Empathie für das Scheitern einer lebenslustigen, aber unsicheren Frau voller Selbstzweifel auf der Suche nach Liebe zu wecken.

Dabei nahm man Lünsmann dank ihrer Wandlungsfähigkeit das zwölfjährige Mädchen beim ersten Radioauftritt ebenso ab wie die gebrochene Tablettensüchtige kurz vor ihrem Tod durch eine Überdosis Tabletten mit 47. Aber auch komische Elemente kamen nicht zu kurz, etwa bei der recht wörtlichen Umsetzung von „Smoke in your eyes“, in der die Garland trotz brennender Bühne unverdrossen weiter sang, frei nach ihrem Motto nach den ersten Selbstmordversuchen: „Ich bin nicht tragisch, sondern unverwüstlich!“

Choreographisch stark inszeniert: Die Abhandlung der fünf Ehen. Ein Großteil davon mit Partnern, denen das eigene Geschlecht mehr zu liegen schien. So wurde ein Rosenstrauß nach allen Regeln der Kunst frikassiert – eine Blume pro Gatte. Dabei erzählten Hits wie „After you´ve gone“, zum Teil eingedeutscht, die Geschichte der etwas naiven, lebenshungrigen Tochter von Schaustellern, die letztlich an der Zauberwelt Hollywood zerbrach.

Und wie ein Sinnbild des gescheiterten Strebens nach Glück ertönte es zum Schluss doch noch, frei von Pathos und feinfühlig intoniert: „Somewhere over the Rainbow“ – im wahrsten Sinne große Unterhaltung.

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