Bei der Freisprechung im Heidejäger Urkunden auch für Hauswirtschafterinnen und Praktikanten

Landwirt bleibt attraktiver Beruf

Kreislandwirt Heinz Korte (v.l.), der Zevener Landvolk-Chef Rudolf Heins und Heiner Lindner von der Kammer sprachen 44 Landwirte frei. ·

Kreis Rotenburg - „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“: Kreislandwirt Heinz Korte wies bei der Freisprechung von Landwirten, Hauswirtschafterinnen und Praktikanten Mittwochabend im Mulmshorner Heidejäger darauf hin, dass „der Logik folgend“ für die erfolgreichen Absolventen nunmehr 45 Herrenjahre begännen.

Viele hätten auch die begründete Hoffnung, irgendwann Chef im elterlichen Betrieb zu sein und selbst Auszubildende zu haben. Korte überreichte vor 300 Gästen 44 Landwirten, neun Hauswirtschafterinnen und 17 Praktikanten die Urkunden der Landwirtschaftskammer.

Nach einem Jahr Praktikum fahren die brasilianischen Gäste zurück in ihre Heimat.

Heinz Korte stellte das Vertrauen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Das müsse sich der Landwirt hart erarbeiten, müsse verantwortungsvoll mit Tieren und Flächen umgehen. Es schmerze, wenn dieses Vertrauen (nach Lebensmittelskandalen) immer wieder in Frage gestellt werde. Das in den heimischen Betrieben produzierte umfängliche Angebot an Nahrungsmitteln sei durchaus keine Selbstverständlichkeit. Die Landwirtschaft sei heutzutage hochtechnisiert; der Landwirt sei gezwungen, ständig an der Effizienschraube zu drehen. Zurzeit zähle man im Landkreis Rotenburg noch rund 2000 landwirtschaftliche Betriebe, die Hälfte davon mit einer Betriebsfläche von unter 50 Hektar. Die Entwicklung zeige, dass die Zahl der Höfe mit mehr als 100 Hektar zunehme.

Die Hauswirtschafterinnen müssen sich auf ein verändertes Berufsbild einstellen. Links Ausbildungsberaterin Barbara Schencke, rechts die Sprecherin der Prüfungskommission, Lisbeth Lemke.

Stellvertretender Landrat Reinhard Brünjes betonte in seinem Grußwort, dass sich der Landkreis der Bedeutung der Landwirtschaft durchaus bewusst sei, wenngleich es immer wieder Diskussionen um grüne Ackerrandstreifen und Biogasanlagen gebe. Lisbeth Lemke aus Ottersberg, Sprecherin der Prüfungskommission, wies auf sich verändernde Anforderungen für Hauswirtschafterinnen hin. Der demografische Wandel bringe es mit sich, dass immer mehr alte Menschen zu Hause versorgt werden müssten, dass die Betreuung auch auf gesundheitliche Beeinträchtigungen abzielen müsse. Den Absolventinnen legte sie das Motto „Hauswirtschaft schafft Lebensglück“ ans Herz.

Neun Stunden dauere die Abschlussprüfung der Landwirte insgesamt und es werde viel verlangt, betonte Gerhard Eimer aus Battenbrock als Sprecher der „Prüfungskommission Landwirt“. Etwa zehn Prozent der Schüler hätten das Klassenziel nicht erreicht. Nach wie vor sei das Interesse an der Ausbildung enorm. Niedersachsenweit würden jährlich etwa 800 junge Frauen und Männer in die Landwirte-Ausbildung einsteigen. Nachdem sich Freya Schmerglatt und Anna Schröder namens der Hauswirtschafterinnen sowie Aloisio Preuss für die brasilianischen Praktikanten bei Ausbildern und Lehrern bedankt hatten, machte Thies Lahde als Sprecher der ehemaligen Landwirte-Azubis deutlich, dass man „immer einen Haufen Verantwortung im Nacken“ hatte und die 40-Stunden-Woche oftmals bereits Mittwochabend erreicht worden sei. Das Leistungspflügen sei allen Auszubildenden in guter Erinnerung geblieben, die Ermunterung „Durchziehen bis zum Schluss“ tauge als Motto für die Lehrzeit. · sf

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