Gudrun Göppert von der Landwirtschaftskammer referiert über Lebensmittelverschwendung

Landfrauen fragen: Teller oder Tonne?

Kritische Worte über die Lebensmittelverschwendung: Gudrun Göppert (2.v.l.) mit den Landfrauen Monika Weber (v.l.), Irmtrud Stegmann-Hesse, Claudia Knoke, Maria Heyen und Regina Meyer. ·
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Kritische Worte über die Lebensmittelverschwendung: Gudrun Göppert (2.v.l.) mit den Landfrauen Monika Weber (v.l.), Irmtrud Stegmann-Hesse, Claudia Knoke, Maria Heyen und Regina Meyer. ·

Scheeßel - Der Landfrauenverein des Kreises Rotenburg und Umgebung hatte auf seiner Erntedankversammlung im Scheeßeler Hof die Diplomökotrophologin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Gudrun Göppert zu Gast. Sie forderte eine größere Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln. Der Vortrag brachte die Zuhörer ins Grübeln.

Probleme einer Überflussgesellschaft: In den privaten Haushalten landen jährlich 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Pro Kopf entspricht das mehr als 81 Kilogramm an Essbarem, die schlicht verschwendet werden. Den Landfrauen im Landkreis ist dieses Thema schon lange ein Dorn im Auge, vor allem, da zwei Drittel vom Weggeworfenen noch genießbar gewesen wären, vor allem Gemüse, Obst und Backwaren. Seit Jahren sensibilisieren sie die Öffentlichkeit für einen schonungsvolleren Umgang, veranstalten Kochkurse für Kinder, besuchen mit ihnen landwirtschaftliche Betriebe und verdeutlichen, wieviel Mühe es macht, Lebensmittel herzustellen.

Eine prominente Fürsprecherin haben die Landfrauen in Gudrun Göppert gefunden. Unter dem Titel „Lebensmittel auf dem Müll – muss das sein?“ referierte die Ökotrophologin von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen jetzt vor 150 Teilnehmerinnen der Erntedankversammlung im Scheeßeler Hof. Mit im Gepäck hatte sie den Dokumentarfilm „Essen im Eimer – Die große Lebensmittelverschwendung“ von Valentin Thurn. Darin wurden den Landfrauen die Ursachen der Verschwendung aufgezeigt. Aber auch, welchen Einfluss diese auf Hunger und Klima hat.

Ein Bauer im Film beklagte, dass viele Lebensmittel bereits bei der Ernte entsorgt werden, darunter krumm gewachsene Gurken oder Kartoffeln, die Verwachsungen aufweisen. „In den Großmärkten“, führte die Gastrednerin aus, „sind es ganze Chargen, die weggeschmissen werden.“

Teller oder Tonne? Es finden sich viele Gründe, Obst, Gemüse und andere Speisen wegzuwerfen. Dabei kommt die unbedachte Entsorgung einem Vier-Personen-Haushalt teuer zu stehen – etwa 940 Euro pro Jahr, rechnete Göppert vor.

„Was also tun?“, wollte eine Zuhörerin wissen. Eine richtige Einkaufsplanung, Lagerung und Resteverwertung im Haushalt seien wichtige Ansatzpunkte, so die Referentin. „Ein Einkaufszettel ist schnell geschrieben, ein Blick in den Kühlschrank und die Vorräte verhindert Fehlkäufen oder mehr einzukaufen als man wollte.“

Am Ende der Vortragsveranstaltung fühlten sich die Landfrauen in ihrer Mission bestätigt: Aufklärung ist nach wie vor wichtig. Aber auch ein Umdenken – begonnen beim Erzeuger über den Handel, der Gastronomie bis hin zum Verbraucher – müsse endlich stattfinden. · hr

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