Nach RK/VN-Bericht Fragen formuliert / Konzerne sollen Stellung nehmen

Lagerstättenwasser: Stadtrat verlangt Aufklärung

Die Verpressungsanlage in Grapenmühlen wird stärker frequentiert, nachdem es in Scharnhorst Kritik hagelte. ·
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Die Verpressungsanlage in Grapenmühlen wird stärker frequentiert, nachdem es in Scharnhorst Kritik hagelte. ·

Visselhoevede - Von Jens WietersVISSELHÖVEDE · „Wir fordern eine Infoveranstaltung für die Bürger, bei der der Konzern RWE Dea alle Details zur Verpressung von Lagerstättenwasser in der Anlage Grapenmühlen erläutert!“ Mit dieser Meinung steht Wittorfs Ortsbürgermeister Willi Barg-frede (CDU) nicht alleine da: Aufgeschreckt durch einen Bericht unserer Zeitung, verlangt der komplette Visselhöveder Stadtrat rasche Aufklärung vom Energiemulti.

Ihm habe es fast die Sprache verschlagen, als er am Mittwoch die Rotenburger Kreiszeitung/Visselhöveder Nachrichten gelesen habe, so Bargfrede, der sofort einen ganzen Fragenkatalog formulierte, den er während der Ratssitzung am Mittwochabend der Verwaltung überreichte, die sich nun schnellstmöglich um einen Termin kümmern soll.

Hintergrund der Eile: Nachdem die Kritik am Verpressen von benzolhaltigem Lagerstättenwasser in einem Wasserschutzgebiet bei Scharnhorst (Landkreis Verden) immer lauter geworden war, hatte die RWE Dea AG nämlich reagiert. Sie stellte das Verpressen des belasteten Wassers, das bei der Erdgasförderung anfällt, dort weitgehend ein und fährt es nun mit Tankwagen nach Wittorf und verpresst es an der Station Grapenmühlen bei Wittorf.

„Waren wir bei dieser Thematik bisher viel zu sorglos?“, fragte auch SPD-Fraktionschef Lothar Cordts in die Runde. Jetzt müsse man allerdings handeln, und man könne nicht hinnehmen, dass „bei uns jetzt mehr von diesem Lagerstättenwasser verpresst wird, nur weil es in anderen Landkreisen Kritik hagelt“, so Cordts, der den letztlich erfolgreichen Antrag stellte, dass die Verwaltung einen Gesprächs- und Infotermin mit der RWE Dea vereinbart.

Genau wie Cordts will auch Bargfrede „Antworten auf die Fragen und Sorgen der Bürger“. Unter anderem wollen beide wissen, aus welchem Material die Leitungen sind, in denen das Lagerstättenwasser verpresst werde. Natürlich wollen sie vom Konzern RWE Dea wissen, wie es um die Sicherheit bei Leckagen bestellt ist, wie viel und wie lange noch Wasser in der Anlage in die Tiefe gepresst wird. „Wir wollen auch erfahren, wer die chemische Zusammensetzung des Wassers untersucht und in welchen zeitlichen Abständen dies geschieht“, so der Wittorfer Bürgermeister. Informationen würden auch darüber gebraucht, was nach dem Ende der Verpressung mit dem Bohrloch geschehen soll. „Wie wird versiegelt und wer überwacht.“

Heiner Gerken (Grüne) traut längst nicht allen Gutachtern und schlug vor, eigenständig Wasserproben der umliegenden Gräben und Quellen in Grapenmühlen zu ziehen.

Bürgermeisterin Franka Strehse (SPD) nimmt den Auftrag des Rates, Informationsabende mit RWE Dea und dem Landesbergamt zu organisieren, offenbar sehr gern an: „Es kann ja auch nicht sein, dass das Lagerstättenwasser einfach woanders in die Erde gedrückt wird, wenn am ersten Standort Ärger droht.“

Die Verwaltung werde sich bemühen, schnellstmöglich einen Termin zu bekommen. Gleiches gelte auch für ein Gespräch mit der Firma ExxonMobil, die in der Gilkenheide eine Verpressungsanlage betreibt.

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