Überlegungen der KIR sind ins Stocken geraten / Private Initiative sammelt neue Ideen

Kulturzentrum mit Kino – das wär‘s

Das Gloria-Cinema an der Mühlenstraße: Viele Rotenburger erinnern sich noch gerne an die alten Zeiten. · Archivfoto: Menker
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Das Gloria-Cinema an der Mühlenstraße: Viele Rotenburger erinnern sich noch gerne an die alten Zeiten. · Archivfoto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Es ist unbestritten: Rotenburg hat kulturell jede Menge zu bieten. Und doch gibt es viele Menschen in der Kreisstadt, denen das nicht reicht. So überlegt die Kulturinitiative Rotenburg (KIR) bereits seit mehr als zwei Jahren, ob und wie sich an der Wümme ein kommunales Kino realisieren lässt. Parallel dazu gibt es jetzt auch noch eine private Initiative, die sich mit dem Vorhaben auseinandersetzt, ein Kulturzentrum zu schaffen – in dem vielleicht auch ein Lichtspielhaus Platz finden könnte.

Ein Bild sagt mehr als 1 000 Worte, heißt es in einem Sprichwort. Aber manchmal sorgt ein Bild eben auch für mehr als 1 000 Worte. So wie eine Aufnahme vom früheren Gloria-Cinema an der Mühlenstraße in Rotenburg. Das hat auf einer Seite im sozialen Netzwerk Facebook für ausführliche und vor allem zahlreiche Reaktionen gesorgt. „Das gute alte Kino“ – es regt in diesen Tagen viele Rotenburger an, Erinnerungen auszutauschen und ihrer Hoffnung Ausdruck zu verleihen, dass die Kreisstadt vielleicht irgendwann einmal wieder ein „richtiges“ Kino bekommt. „Das waren noch Zeiten“, heißt es auf der Seite. „Vor der Tür bekam ich meinen ersten Kuss“, schreibt eine Nutzerin, ein anderer erinnert sich daran, dass auf Knopfdruck die Bedienung zum Platz kam ...

Das Vorhaben der KIR, ein kommunales Kino zu schaffen, dessen Angebot deutlich über das des derzeitigen Stadtkinos in der Aula der Stadtschule hinausgeht, ist ins Stocken geraten. Das sagen Thomas Riemer und der Noch-Vorsitzende der KIR, Bernd Braumüller. „Die einzige Chance wäre, ein bislang ungenutztes und schwer vermietbares Gebäude in der Innenstadt zu finden.“ Genau so etwas sei aber zurzeit nicht in Sicht. Das Gebäude müsste nämlich zugleich eine ganze Reihe von Voraussetzungen erfüllen: hohe Räume und ein bezahlbarer Mietpreis. Selbst ein Neubau war einmal im Gespräch, doch auch daran sei derzeit nicht zu denken: Einerseits sei kein geeignetes und bezahlbares Grundstück im Gespräch, andererseits sehe sich die KIR nicht in der Lage, ein solches Projekt in Eigenregie zu stemmen. „Dafür bräuchten wir Unterstützung“, so Braumüller. Er meint die Stadt.

Hinzu kommt, dass sich die KIR momentan in einem Umbruch befindet. Im Zuge des Wechsels an der Spitze stellt sich die Initiative neu auf – auch organisatorisch. Ist die Idee damit gestorben? „Nein“, sagt Thomas Riemer, der einst den Anstoß für das Stadtkino gegeben hatte, nachdem das Gloria an der Mühlenstraße verschwunden war. Die KIR bleibe am Ball und damit auch auf der Suche nach einer Möglichkeit, das Vorhaben zu realisieren. Grundlage sei ein Gutachten, das einem kommunalen Kino in Rotenburg eine realistische Chance bescheinige.

Riemer wünscht sich mit Blick auf die Diskussionen im Internet allerdings, dass sich der öffentliche Wille mehr Gehör verschafft: „Wir müssen vom Schwelgen zum Handeln kommen.“ Es wäre seiner Ansicht nach gut, wenn sich die Leute, die sich zum Beispiel bei Facebook äußern, bei der KIR melden, um mitzumachen. Seinerzeit bemühten sich er sowie Bernd Braumüller und Hedda Braunsburger, um das Stadtkino zu installieren. Riemer: „Warum sollte es heute nicht auch so Verrückte geben?“ Ein kommunales Kino für Rotenburg: Die Bemühungen liegen zwar nicht auf Eis, aber es müsse neue Impulse geben.

Ein Motor müsse her, weil die, die sich um den laufenden Betrieb in der Aula der Stadtschule kümmern, allein die Energie nicht aufbringen könnten. Einen neuen Impuls gibt es: In Rotenburg formiert sich eine private Initiative, die sich intensiv mit der Überlegung beschäftigt, an der Wümme ein Kulturzentrum zu schaffen. Ein erstes Treffen hat es bereits gegeben, ein weiteres ist geplant. An die Öffentlichkeit will der Mann, der den Anstoß gegeben hat, zurzeit noch nicht gehen. Fakt ist: Auch die Kino-Gruppe der KIR war mit von der Partie und ist von dem Vorstoß ganz angetan. „Das könnte in der Tat ein Impuls sein“, meint Riemer.

Parallel dazu könnte sich auch im Gespräch mit den Rotenburger Werken etwas ergeben. Riemer: „Dort werden im Zuge der Dezentralisierung Kapazitäten frei.“ Ob sich eine passende Immobilie finden lässt, werde sich noch zeigen müssen. Eine weitere Idee in diesem Fall könnte es sein, mit dem Betrieb eines Kinos neue Arbeitsplätze auch für Menschen mit Behinderungen zu schaffen – ein wenig nach dem Vorbild des „Cafesito“ der Lebenshilfe an der Großen Straße. Riemer: „Auch das wäre eine sympathische Variante – wir sind da ganz offen.“ Jetzt gilt es zu beobachten, wie diese Gedankenspiele in der Facebook-Gemeinde diskutiert werden.

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