Der künftige Bürgermeister sucht sich seinen Stellvertreter selbst aus

Keine Pause für Weber

Andreas Weber freut sich zusammen mit seiner Frau Claudia über den Wahlsieg.
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Andreas Weber freut sich zusammen mit seiner Frau Claudia über den Wahlsieg.

Rotenburg - Rotenburg hat am Sonntag den Wechsel gewählt, doch dieser wird erst in fünf Monaten vollzogen. Dann löst Andreas Weber von der SPD den parteilosen Detlef Eichinger im Bürgermeisterzimmer der Kreisstadt ab. Auswirkungen hat das deutliche Wahlergebnis allerdings schon jetzt. Das versichert Weber in einem Gespräch mit der Kreiszeitung.

Zurzeit läuft beispielsweise die Stellenausschreibung für den Nachfolger der bisherigen Ersten Stadträtin Ute Scholz. Ganz bewusst erst jetzt, damit der Bürgermeister der kommenden sieben Jahre Einfluss darauf nehmen kann, wer sein Stellvertreter im Rathaus wird. Mehr noch: „Diese Entscheidung werde ich treffen“, sagt Weber, der seinen eigenen Job als Leiter des Landeskriminalamtes und zugleich Chef der Kriminalpolizei in Bremen an den Nagel hängt. „37 Jahre bei der Polizei – es ist nicht leicht, das zurückzulassen“, gibt er unumwunden zu, „aber für mein Rotenburg mache ich das gerne.“ Gefeiert hat er den Wechsel mit rund 150 Freunden in und vor „Andre‘s Domshof“. Von der Euphorie, die sich breit gemacht habe, habe er sich allerdings nicht so sehr anstecken lassen. Viel wichtiger sei es ihm, sich bei seinen Wählern zu bedanken und die 40 Prozent, die ihr Kreuz für Eichinger gemacht haben, in den kommenden Jahren zu überzeugen. Vor diesem Hintergrund erinnere er gerne an Bodo Räke: „Er war ein guter Bürgermeister, der den Konsens über die Parteigrenzen hinweg vor Augen hatte.“ Zugleich halte er nichts davon, Entscheidungen übers Knie zu brechen. Weber: „Wir haben lauter unter Zeitdruck entstandene Baustellen.“ Damit soll Schluss sein.

Gestern hatte der 56-Jährige noch einen Tag Urlaub. Der Wahlkampf war zwar vorbei, aber dennoch drehte sich vieles um den Wahltag – zahlreiche Anrufe, Nachrichten und E-Mails erreichten ihn seit Sonntagabend. Auf viele Glückwünsche habe er noch gar nicht reagieren können. So auch auf den von Lars Klingbeil, dem SPD-Bundestagsabgeordneten, der sich via Twitter bei Weber gemeldet hatte. Twitter, Facebook – der künftige Bürgermeister hat die sozialen Netzwerke in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv genutzt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Wortbeiträge, Fotos und auch eine Reihe von kurzen Filmen sollten helfen, die Vorhaben und Vorstellungen Webers von einer Stadt wie Rotenburg an den Mann und an die Frau zu bringen. „Es ist noch unklar, wie – aber wir werden diese Netzwerke weiter nutzen“, verspricht Weber. Schließlich ließen sich auf diesem Wege vor allem junge Menschen gut erreichen.

Auf einen guten Draht setzt der Sozialdemokrat vom 1. November an auch im Rathaus. Es sei ganz entscheidend, wie gut die Mitarbeiter mit ihren Stärken zur Geltung kommen. Weber spricht von einem angenehmen und nachvollziehbaren Führungsstil, der die künftigen Kollegen erwarte. Er setzt dabei vor allem auf das Prinzip „Mit Freude zur Arbeit.“

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