Verordnung für das Befahren von Wümme und Oste deutlich verschärft

Kreis legt Kanuwanderer und Paddler an die Kandare

Bald gelten verschärfte Regeln für Wasserwanderer auf der Wümme. ·
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Bald gelten verschärfte Regeln für Wasserwanderer auf der Wümme.

Rotenburg - Letztlich nur mehrheitlich passierte die novellierte „Verordnung des Landkreises Rotenburg (Wümme) zur Einschränkung des Gemeingebrauchs an Fließgewässern“ diese Woche den Kreistag.

Und das, obwohl eigentlich alle eine Verschärfung der Regelungen für Kanufahrer und Paddler für angezeigt hielten.

Die in den vergangenen Jahren auch durch Werbeanstrengungen des Touristikverbandes im Landkreis beförderte, vermehrte Nutzung von Oste und Wümme hat, so argumentiert die Verwaltung, „zu steigenden Problemen für den Naturschutz geführt.“

Die jahrzehntealte Vorgängerverordnung wurde den gestiegenen Wassersportlerzahlen schon längst nicht mehr gerecht. Nach rund einjähriger Debatte hatte sich der Umweltausschuss einstimmig zum Verordnungsentwurf bekannt. Dennoch wurden einzelne Passagen im Kreistag ausgiebig diskutiert. Dr. Heinz-Hermann Holsten (CDU, Tarmstedt) outete sich als Wasserwanderer mit bundesweiten Erfahrungen. „Nirgends habe ich mir Gedanken über Genehmigungen gemacht“, bekannte er. Wohl auch, weil sein Verhalten den Ansprüchen an den Naturschutz gerecht werde: „Und das trifft sicherlich auf die große Mehrheit zu.“

Nichtsdestotrotz sei die vorgelegte, verschärfte Verordnung nötig um die, „die aus Unkenntnis, Übermut oder Mutwilligkeit heraus Schäden verursachen“, an die Kandare zu legen. Ob die nachweislich geforderte „Qualifikation für Sicherheit und Ökologie des Landeskanuverbandes“, die mindestens ein Teilnehmer an der Wasserwanderung vorweisen muss, nötig und die Beschränkung der Bootslänge auf 4,50 Meter unumgänglich ist, sollte die Verwaltung kritisch überprüfen. Bei der Abstimmung votierte Holsten konsequenterweise mit „Ja“.

Nicht so sein Fraktionskollege und Namensvetter Gerhard Holsten (CDU, Heeslingen). Der Anwohner der Oste findet die Verordnung „völlig überzogen“, zumal sie die Einzelwanderer und Anlieger treffe, die seit Jahrzehnten das Flüsschen für Ausflüge nutzten. Er habe kein „Patent“ und sein Boot überschreite die hier zulässige Länge von 4,50 Meter um einige Zentimeter. Die in der neuen Verordnung vorgeschriebene 24-stündige Voranmeldung über die E-Mail-Adresse „wasserwandern@lk-row.de“ verbiete es, sich an einem Sonntagmorgen bei schönem Wetter spontan zu einer Kanutour zu entschließen. Holsten: „Die Verordnung zielt auf Gruppen und trifft die Anlieger.“ Sein Antrag, „Kleingruppen bis zu drei Booten“ von der Anmeldung ebenso auszunehmen wie vom Vorweisen der Qualifikation für Sicherheit und Ökologie des Kanuverbandes, fand im Kreistag keine Mehrheit. Auch der Antrag von Jan-Christoph Oetjen (FDP, Sottrum), den Zugang zu „Dörpe und Veerse“ beispielsweise zuzulassen, wurde von der Kreistagsmehrheit abschlägig beschieden. Die Fragen von Hans-Jürgen Krahn (CDU, Sottrum), hinsichtlich der Umsetzbarkeit und der Kontrolle der Kennzeichnungspflicht an den Kreisgrenzen wurde mit kaum mehr als einem Achselzucken von der Verwaltung quittiert. Landrat Hermann Luttmann machte deutlich: „Wir werden keinen Notdienst für telefonische Anfragen einrichten.“ Eine „Unterscheidung zwischen Einheimischen und Auswärtigen in der Verordnung“ könne er sich nicht vorstellen. Mit der protokollierten Maßgabe, die Regelungen nach einem Jahr zu evaluieren, brachte die Kreistagsmehrheit von SPD, Grünen und WFB die Verordnung auf den Weg. · sf

Interview mit dem TouROW-Geschäftsführer Udo Fischer auf der Seite è Rotenburg

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