Erhöhte Zahl an Erkrankungen / Anwohner vermuten Zusammenhang / Unterschriftenaktion

Krebs durch Erdgasförderung?

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Kathrin Otte (l.) und Silke Döbel – vor sich die 695 Unterschriften besorgter Söhlinger und Hemslinger Bürger. ·

Söhlingen · Silke Döbel (43), Kosmetikerin aus Söhlingen, ist wie viele andere Einwohner der kleinen Gemeinde erheblich beunruhigt: In jüngerer Zeit, so die Mutter von zwei Kindern, sei es im engsten Umfeld, bei Freunden, Nachbarn und Bekannten zu einer auffälligen Zahl von Krebserkrankungen gekommen.

Gibt es einen Zusammenhang mit den Erdgasförderanlagen, von denen sich 16 um Söhlingen und Hemslingen gruppieren? Das wollen die Bürger von Söhlingen und Hemslingen wissen, deshalb wurde eine Unterschriftenaktion gestartet. Deshalb findet zurzeit eine Fragebogenerhebung statt. Deshalb sind Kreis- und Landesgesundheitsamt eingeschaltet worden.

Silke Döbel, in Söhlingen geboren und „mit den Erdgasförderstellen quasi aufgewachsen“, liegt, wie sie immer wieder betont, Panikmache fern, aber sie macht sich Riesensorgen. Sie, die sich an die Spitze der verunsicherten Frauen und Männer gestellt hat: „Im Augenblick vermuten wir, dass es Umwelteinflüsse sind, die die Leute krank machen. Wir fordern deshalb, dass unsere Umgebung, also das Wasser, die Luft und der Boden, auf krebserregende Stoffe getestet werden. Eine Untersuchung, die sich selbstverständlich auch auf andere für die Gesundheit relevante Stoffe beziehen muss. Dies fordern immerhin 697 Einwohner von Hemslingen und Söhlingen mit ihrer Unterschrift.“

Begleitet wird die Aktion vom Gemeinnützigen Netzwerk für Umweltkranke (Genuk) und dessen 2. Vorsitzender Kathrin Otte aus Amelinghausen bei Lüneburg. Sie weist auf die erkennbare Bereitschaft zur Mitarbeit bei den Behörden hin, weiß aber gleichzeitig, dass ein langer Weg bevorstehen könnte. Zur Zeit, so Otte, werde über ein Abfragen des Krebsregisters in Oldenburg nachgedacht, um zu klären, ob im Bereich Söhlingen/Hemslingen eine erhöhte Rate von Krebserkrankungen vorliegt.

Eine erste Info-Veranstaltung hat vor wenigen Tagen im Landgasthaus Meyer in Hemslingen stattgefunden. Überraschend groß, nämlich etwa 200, war die Zahl der Besucher. Es geht weiter: Am Montag, 3. Februar, 20 Uhr, kommt es bei Meyer zu einem Treffen. Dabei wollen die Hemslinger und Söhlinger eine Bürgerinitiative für Gesundheit „BIG“ gründen. Es gehe dabei unter anderem darum, so Silke Döbel, durch eine Lobby deutlich zu machen, „dass wir uns nicht alles gefallen lassen“. Außerdem solle das eigene fachliche Wissen vergrößert und ein „neues Gesundheitsbewusstsein geschaffen werden“. Ohne bei der Fördergesellschaft Exxon zu hinterfragen, bedauert Silke Döbel, „haben wir zu lange stillgehalten“. · bn

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