Marco Ivers und Uli Drömann pendeln zwischen Werbestrategie und Unternehmensberatung

Kreativkinder schaffen Emotionen

Kreiszeitung Syke

Scheessel - Von Pascal Faltermann„Bleiben wir realistisch und fordern das Unmögliche“ steht auf der Homepage der beiden Scheeßeler Uli Drömann und Marco Ivers. Diese Abwandlung des Che Guevara-Zitats bringt das auf den Punkt, was die beiden Kommunikationsdesign-Studenten antreibt. „Ich bin eher derjenige, der das Unmögliche will. Oft mit dem Kopf durch die Wand“, sagt Ivers. Drömann hingegen ist eher der Realist. Was die beiden unterschiedlichen Charaktere zusammenschweißt? Die Kombination dieser Eigenschaften, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Und: Die Kreativität und Leidenschaft für ihre Agentur „Malemädchen und Kreativkinder“.

Die Kommunikation mit den Scheeßelern läuft über Facebook, Twitter oder iPhone, ob im Zug oder in ihrer Hamburger Wohngemeinschaft, die sie seit einiger Zeit teilen. Interviews werden auch mal per Videotelefonie über Skype geführt. Wer mit den charismatischen Jungunternehmern spricht, erfährt viel über Corporate Design, Social Media, Werbestrategien oder Editiorial Design.

Ihr eigenes kleines Unternehmen gründeten sie 2009. Es dauerte nicht lange, bis die Werbegestalter zahlreiche Firmen, Institutionen und Verbände zu ihrem Kundenstamm zählten, viele davon aus dem heimischen Umfeld – die Beekeschule, Feiner Wein, das Padam in Riepe oder der Lerchenkrug. Und dann ist da noch etwas: Die Idee, für die mittlerweile auf fast allen norddeutschen Festivals bekannten „Dich-mag-ich-Karten“, wurde auch im Gründungsjahr geboren.

„Kreativität ist für mich, neue Dinge zu schaffen, etwas Vorhandenes so zu interpretieren, dass es auffällt“, erklärt der 19-jährige Marco Ivers. „Menschen begeistern, Emotionen hervorrufen, darum geht es uns“, ergänzt Drömann. Ihr Ziel sei es, Menschen davon zu überzeugen, neue Wege zu gehen – „wir begleiten unsere Kunden auf diesem Weg.“ Das schaffen sie nicht nur mit einer sympathischen Botschaft auf Aufklebern, Shirts und Postkarten, sondern auch bei immer mehr Auftraggebern.

Wie es dazu kam? Beide absolvierten ein Schulpraktikum bei der Werbeagentur Unterweger und Partner in Hamburg. Ivers lernte schon mit 14 Jahren riesige, schicke Büros an der Alster kennen und bekam einen Eindruck von Lebensstil und Arbeitsweise der Werber. „Das hat auf jeden Fall mein Weltbild geprägt.“ Nachdem Drömann als Elftklässler ähnliche Erfahrungen bei dieser Agentur machte, überzeugte Ivers seinen Freund nach dem Abitur schnell davon, eine eigene Agentur zu gründen. „Wir hatten das grundlegende Know-How und wollten vor allem im Regionalen etwas verändern, etwas bewegen“, so Ivers. Viele Internetseiten und Logos von Unternehmen im Landkreis hielten beide für nicht gerade wettbewerbsfähig. Vieles scheitere an Mut und manchmal auch am Geld. „Dabei steckt im Lokalen so viel mehr Potenzial“, betont Drömann. Stolz sind sie auf Projekte wie das neue Logo eines Scheeßeler Autohauses. Für das entwarfen sie das Markenclaim: Ein blaues Herz mit einem Auto, darunter steht „Mit Herz bei der Sache“. Die neuen Holz-Speisekarten der Pizzeria in ihrer Lieblingsdisko oder die Gesamtbetreuung und Entwicklung unterschiedlichster Kommunikationsmaßnahmen des örtlichen Landparks – all dies ist für die Studenten immer wieder eine Herausforderung. Ivers‘ bisher größter Coup war der Gewinn eines Wettbewerbs für eine Anzeige für Jugend forscht. Seine Idee wurde ganzseitig im Stern veröffentlicht. Diese erschien in fast millionenfacher Auflage. Ein Ziel, das auch für die Zukunft gilt: Möglichst viele Menschen erreichen und sie mit ihrer Kreativität berühren.

Klar, dass die beiden Festivalgänger sich auch in Zukunft im Werbebereich sehen. Marco Ivers, derzeit im sechsten Studiensemester, möchte im Anschluss Branddesign studieren. Uli Drömann überlegt noch, ob er die „kreative Schiene“ weiterverfolgen oder lieber Betriebswirtschaftslehre studieren soll. Das wäre eine gelungene Verbindung: „Mit der Kombination könnten wir Unternehmen noch besser beraten. Von der Schaffung einer Marke bis hin zur Festigung und dem weiteren Ausbau“, so Ivers. Wenn das nicht klappen sollte, können sie sich aber auch eine Karriere in einer Hamburger Agentur vorstellen.

Die Zukunft der beiden kreativen Köpfe, sie liegt irgendwo zwischen Aufklebern, Tierpark und dem schickem Büro an der Alster, mit dem alles anfing.

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