Kleinstadthelden-Sänger Simon Lam spricht über Lena, Scheeßel und Auftritte

„Konzerte sind das Größte“

Kleinstadthelden-Sänger Simon Lam (v.r.) im Interview.

Scheessel - Von Pascal Faltermann - Auf Tour mit Lena Meyer-Landrut, Videos im TV und auf allen Kanälen aktiv: Die Band Kleinstadthelden hat immer mehr Erfolg. Am 20. August spielen sie in Scheeßel beim Feuerfest. Vorab stand uns Sänger Simon Lam Rede und Antwort.

Sie sind auf den Namen „Kleinstadthelden“ gekommen, weil Sie aus Osterholz-Scharmbeck kommen, oder?

Simon Lam: Naja, also im Endeffekt war es so, dass ich in meinem Jugendzimmer ein Poster hängen hatte, von einem Konzert, wo Turbostaat und Helden USA gespielt haben. Turbostaat wurde mit Kleinstadtmief beschrieben, und dann haben sich die Worte so getroffen, also Kleinstadt und Helden, was wir wegen unserer Herkunft recht passend fanden.

Mittlerweile wohnen Sie alle in Bremen. Wird aus dem Namen jetzt „Großstadthelden“?

Lam: Definitiv nicht. Wir haben unsere Zentrale nach wie vor in Osterholz-Scharmbeck. Dort ist unser Tonstudio, der Proberaum. Dort passiert alles, und wir fühlen uns zu Hause. Deswegen ist es kein Grund, den Namen zu ändern.

Sie haben in Städten wie Frankfurt, Dortmund, Berlin, Hamburg oder München gespielt. Wo hat es Ihnen am besten gefallen?

Lam: Es ist ja immer so, dass man die Zeit auf der Bühne in guter Erinnerung behält. Eines der größten Konzerte war in Frankfurt mit mehr als 10 000 Leuten. Das ist ein Erlebnis, das bleibt noch lange in Kopf. Aber genauso gut in Erinnerung ist uns das Konzert in Wolfsburg im Jugendhaus Ost, wo 200 Besucher waren. Da ist es ein bisschen wie bei einem Familienbesuch. Wir haben dort das dritte Mal gespielt, da kommen wir an, und die Leute freuen sich. Da stimmt das Zwischenmenschliche zwischen dem Veranstalter und uns. Wir machen gute Konzerte nicht von der Menge abhängig, sondern von der Stimmung. Und so würde ich sagen, die Top-Konzerte waren Wolfsburg und Frankfurt.

Sie haben einige Male im Landkreis Rotenburg gespielt. Was verbinden Sie hier mit der Stimmung?

Lam: Bei mir ist es so, dass meine Großeltern im Landkreis gewohnt haben, deshalb war ich in meiner Jugend relativ häufig dort. Wir freuen uns definitiv auf Scheeßel. Und das Gute ist ja auch, dass es nicht die längste Autobahnfahrt ist. Nach 14 Stunden, die wir auf dem Rückweg von München gebraucht haben, sind wir jetzt froh, dass wir fast so lange auf der Bühne stehen werden, wie wir im Auto sitzen.

Sie waren mit Lena Meyer-Landrut zusammen auf Tour, die in der TV Sendung TV Total gesagt hat, dass sie Ihre Musik sehr mag. Sind Sie auch Fan von ihr?

Lam: Das ist immer so schwierig zu sagen, wenn man Leute persönlich kennen lernt, inwiefern man von der Musik Fan ist oder ob da eine freundschaftliche Beziehung mit rein spielt. Wir blicken auf jeden Fall mit einem lächelnden Gesicht auf die Tour zurück. Denn wir hatten eine wirklich gute Zeit mit ihr. Sie ist eine Künstlerin, vor der man einen Haufen Respekt haben sollte. Musikalisch haben wir uns mit ihr auseinander gesetzt, auch weil sie im Radio rauf und runter lief. Da haben wir gemerkt, das jeder von uns seinen Lieblingssong hat. Ich würde die Frage also mit „Ja“ beantworten. Aber ich habe kein Poster von ihr in meinem Zimmer hängen (lacht).

Auf Ihrer Tour haben Sie viele Social-Media-Kanäle genutzt, um die Fans zu informieren. Wie wichtig sind Facebook, Twitter und LastFM für eine Band?

Lam: Es ist der persönlichste Draht, den man zu seinen Leuten hat. Ich vermeide immer das Wort Fan. Ich bin Fan von Werder, und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass uns die Leute so feiern. Ich hab zwar immer wieder beobachtet, wie „verrückt“ die teilweise sind, aber ich will mir das noch nicht eingestehen. Es ist ein guter, direkter Draht zu den Leuten, mit dem wir schon früh angefangen haben. Ganz am Anfang noch Myspace und dann natürlich Facebook und Twitter. Und es wird echt gut angenommen.

Ist das schon wichtiger als der direkte, persönliche Draht auf einem Konzert, weil man mehr Menschen damit erreicht?

Lam: Nein! Das kann gar man nicht vergleichen. Es ist ein vermeintlich direkter Kontakt, aber doch komplett anonym. Gegen nichts würden wir den persönlichen Kontakt auf Konzerten eintauschen. Da schaut man sich in die Augen und kann sich richtig austauschen. Konzerte sind das größte Ding! Den wichtigsten, den direkten Draht, sollte man nicht vernachlässigen.

Ihre Songs „Reise“ und „Resignation und Aufstehen“ gibt es im Netz als kostenlosen Download. Was bringt es der Band, die eigenen Songs zu verschenken?

Lam: Es ist ein Weg, um unsere Musik etwas zu streuen und Leute zu erreichen, die vielleicht nicht 5,99 Euro bei iTunes zahlen wollen. Bei unserem aktuellen Album hatten wir ja auch eine Aktion bei Amazon und haben dort einfach ein Lied verschenkt. Zu einen ist es ein kleines Dankeschön, und auf der anderen Seite ein Weg, um mehr Leute zu erreichen. Es ist wichtig, dass unsere Musik gehört wird – deswegen auch gerne mal ein kostenloses mp3-Format.

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