Schule an der Wieste bildet Fünft- bis Zehntklässler zu Streitschlichtern aus

„Konflikt gemeinsam lösen“

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Die Streitschlichter der Wieste-Schule wissen: „Gewalt ist keine Lösung!“ ·

Sottrum - „Wenn zwei sich streiten ...“: Dann helfen an der Schule an der Wieste in Sottrum die Streitschlichter. Als neutrale Mittler bringen sie die Konfliktparteien an einen Tisch und versuchen, das Problem im gemeinsamen Gespräch zu lösen. Seit 2005 können sich Jugendliche der fünften bis zehnten Haupt- und Realschulklassen auf freiwilliger Basis in Rahmen einer AG in dem Bereich ausbilden lassen. Die jüngste Abschlussprüfung ging im Dezember im Gemeindehaus der St.-Georg-Kirche über die Bühne. Nun erhielten die Schüler ihre Zertifikate.

„Diese Gruppe ist top. Sie sind alle sehr engagiert und machen alles selbstständig“, lobt AG-Leiterin Elisabeth Epp ihre aktuell zehn Schützlinge und hofft, dass im zweiten Halbjahr weitere Teilnehmer – möglichst auch aus den höheren Jahrgängen – dazukommen. Fachliche Unterstützung erhält die Lehrerin von Schulsozialarbeitern Silvia Heinzelbecker. Finanziell greift der Förderverein den Aktiven unter die Arme.

Beide Frauen verstehen die Streitschlichtung als einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer konstruktiven Konfliktstruktur an der Schule. Gemeint sei der Umgang mit Konflikten auf allen Ebenen. Diese gelte es zu lösen, bevor der Streit eskaliere, es zu Beleidigungen, Verletzungen oder gar Gewalt komme. „Damit wir ein besseres Miteinander haben“, betont Elisa Schröder aus der 6e. Die Ausbildung zu Streitschlichtern soll die Schüler im Umgang mit Konflikten und deren Lösung schulen.

Die AG trifft sich montags in der siebten und achten Stunde. Erfahrenere Streitschlichter, die bereits die Stufe zum Mediator erreicht haben, bereiten die Zusammenkünfte vor und leiten diese – unter Aufsicht von Elisabeth Epp. An den Nachmittagen lernen die Teilnehmer wichtige Grundlagen für ihren späteren Job. Darunter sind auch Schüler, die sich selbst zuvor schlecht in die Gemeinschaft integrieren konnten.

„Wir machen auch viele Wahrnehmungs- und Rollenspiele“, betont Heinzelbecker. So spiele die Gruppe unter anderem fiktive Streitsituation und deren Lösung durch. Hauptziel der Ausbildung sei es, den Schülern Gesprächstechniken sowie die Fähigkeit zur Gesprächsstrukturierung zu vermitteln, die ihnen bei ihrer Tätigkeit helfen sollen. „Es geht uns nicht darum, Kinder und Jugendliche zu kleinen Rechtsanwälten oder Psychologen auszubilden, sondern um methodische Hilfestellungen und menschliche Unterstützung für die zukünftigen Streitschlichter-Aufgaben“, unterstreicht Heinzelbecker.

Im Schulalltag übernehmen die Jugendlichen eine wichtige und verantwortungsvolle Rolle. Denn nicht jeder Schüler traue sich, seine Probleme mit einem Lehrer oder den Schulsozialarbeitern zu besprechen, vertraue sich lieber einem Gleichaltrigen an, weiß Mediatorin Nicole Brunßen aus der 8a. Manchmal schickten auch Lehrer einen Schüler zu den Streitschlichtern. Jedoch seien alle Gespräche freiwillig. „Keiner wird bedrängt“, unterstreicht Mediatorin Yasmin Bezek aus der 7f. Wenn der Betroffene einem Gespräch zustimme, „dann können wir alle gemeinsam den Konflikt lösen“, erklärt Brunßen. Besonders wichtig dabei: „Wir haben eine Schweigepflicht“, betonen beide Mediatorinnen. · sbo

Gespräche nur auf

freiwilliger Basis

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