Erfolgreiche Seeadlerbrut im Südkreis / Das Jungtier hat den Horst verlassen und lernt das Jagen

Wie ein kleines Staatsgeheimnis

Majestätisch, aber leider nur präpariert: Dieses junge Seeadlerweibchen musste vor zehn Jahren im Landkreis Rotenburg sein Leben lassen. ·
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Majestätisch, aber leider nur präpariert: Dieses junge Seeadlerweibchen musste vor zehn Jahren im Landkreis Rotenburg sein Leben lassen. ·

Kreis Rotenburg - Zum ersten Mal seit Menschengedenken ist im Landkreis Rotenburg die Brut eines Seeadlers erfolgreich abgeschlossen worden: Das Jungtier hat den mächtigen Horst in etwa 25 Metern Höhe in einer uralten Heidekiefer verlassen und lernt jetzt von seinen Eltern, wie es am besten durch sein bis zu 20 Jahre langes Adlerleben kommt. Im Mittelpunkt steht dabei für den traditionellen deutschen Wappenvogel das Jagen: Fische, Säugetiere und Wasservögel gehören zu der Nahrung.

Ein majestätischer Greifvogel mit einer Flügelspannweite bis zu fast 2,50 Metern. Vor wenigen Jahren noch ganz in der Nähe des Aussterbens, baut sich der Bestand inzwischen ganz langsam wieder auf.

Die Verantwortlichen haben den Seeadlerhorst im Südkreis behandelt wie ein kleines Staatsgeheimnis. Nicht ohne Grund, denn in den vergangenen Jahren waren drei Brutversuche an dieser Stelle aufgrund von Störungen gescheitert. Allerdings unbeabsichtigte menschliche Störungen. Für die scheuen Großvögel genügte es jedoch, um die eingeleitete Brut zu unterbrechen.

Hinzu kam, dass in den Jahren zuvor vier Seeadler, die versucht hatten, im Landkreis heimisch zu werden, umgekommen waren: Ein Großvogel wurde zerfetzt unter einem Windrad gefunden, drei weitere Tiere waren offensichtlich vergiftet worden. Ein Täter konnte allerdings nicht gefasst werden. Umso größer deshalb die Freude darüber, dass es jetzt gelungen ist, Nachwuchs großzuziehen. Mit Spannung wird von den Tierschützern darauf gewartet, für wie viele Seeadler im Kreis Rotenburg Platz ist. Wird das Jungtier hier einen Partner bekommen oder wird es über kurz oder lang seinen Platz in einem anderen Bereich suchen?

Forstoberrat Jürgen Cassier, Chef der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises: „Ich bin dankbar dafür, dass wir die Unterstützung durch den Grundeigentümer sowie die Jagdpächter bekommen haben. Ich wünsche mir, dass der Seeadler hier eine neue Heimat findet, die auch ohne Schutzgebietsausweisung noch viele erfolgreiche Brutgeschäfte ermöglicht.“

Inzwischen kehren immer mehr Seeadler in ehemalige und auch neue Verbreitungsgebiete zurück. Nach Information von Alfred Nottorf, Stemmen, Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Adlerschutz in Niedersachsen (AAN) hat sich der Seeadlerbestand in Niedersachsen weiter vergrößert. 30 Brutpaare, so Nottorf, seien im vergangenen Jahr registriert worden. Bei 24 Seeadlern wurde eine Brut nachgewiesen. Davon hatten 19 einen Bruterfolg. 34 Jungvögel flogen aus, so viele wie noch nie in Niedersachsen. Im vergangenen Jahr breitete sich der Seeadler weiter nach Westen aus.

Die Vergleichszahlen für 2012: In Niedersachsen gab es in diesem Jahr 32 Seeadler-Reviere. Es kam zu 23 Bruten, von denen 20 erfolgreich waren. 30 Jungvögel kamen auf die Welt, einer davon der „Rotenburger Seeadler“. Allerdings handelt es sich noch nicht um die absolut endgültigen Zahlen, es kann also noch zu leichten Verschiebungen kommen. Nach den Worten des verantwortlichen Mitarbeiters der Staatlichen Vogelschutzwarte Hannover, so Alfred Nottorf, habe sich damit der Bestand von Seeadlern inzwischen stabilisiert. Auch in Rotenburger Nachbarkreisen gibt es inzwischen Seeadler: jeweils ein Paar in den Landkreisen Stade und Harburg, zwei Paar im Kreis Cuxhaven. Beobachtet wurden Seeadler wiederholt im Teufelsmoor im Kreis Osterholz. · bn

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