Dritter Teil der Ausbildungsserie – heute: Friseurin / Erster Eindruck ist der entscheidende

Wie ein kleiner Mediziner

Die Auszubildende zur Friseurin Kristina Fabritius probiert sich beim Haareschneiden an „Everlaunch“-Sänger Thorsten Finner.

Scheessel - Von Florian Neuhauss · Kristina Fabritius hatte schon immer ein Auge für Frisuren. Wie selbstverständlich überlegte die 16-Jährige, was man aus den Haaren ihres Gegenübers so alles machen könnte.

Dennoch bedurfte es vier Praktika, bevor ihr klar war, dass sie Friseurin werden wollte. Denn eigentlich strebte sie eine Karriere bei der Polizei an. Seit August ist die junge Frau aus Hemsbünde nun Auszubildende bei Head Spa an der Großen Straße in Scheeßel.

Als der Realschülerin nach ihrem Praktikum bei der Polizei klar war, dass ihr der Job „auf Dauer körperlich und seelisch zu anstrengend sein würde“, dachte sie um. An ihrem Freund probierte sich Kristina erstmal mit dem Haareschneiden. „Ich habe gleich gemerkt, dass mir das liegt, mir die Arbeit Spaß macht und dass ich mich darauf gut konzentrieren kann“, berichtet sie.

Im Friseursalon von Carsten Gehse arbeitete sie dann in den Osterferien drei Tage zur Probe mit und bewarb sich im Anschluss um einen Ausbildungsplatz – mit Erfolg. „Ich achte besonders auf den ersten Eindruck, das Auftreten“, erklärt der Friseurmeister. „Schließlich werden die Azubis hier auf die Kunden losgelassen und fassen diese auch an. Da muss schnell ein Bezug aufgebaut werden können.“ Wichtig sei ihm auch, dass seine Mitarbeiter nicht bloß „tratschen“, sondern die Unterhaltungen auf einem gewissen Level ablaufen.

Schulzeugnisse bewertet Gehse nicht über, allerdings achtet er auf die Noten in Biologie und Chemie. „In der Ausbildung lernt man, wie die Haare aufgebaut sind, wie die Mittel zum Beispiel für die Dauerwelle oder die Farben zusammengesetzt sind und wie sie auf die Haut wirken“, sagt der 40-Jährige. „Sogar der kleine Blutkreislauf stand bei mir noch auf dem Lehrplan. Ab und an fühlt man sich da schon wie ein kleiner Mediziner.“ Außerdem muss eine Friseurin auch Mathematik beherrschen – der Dreisatz kommt regelmäßig zur Anwendung.

Kristina ist mittlerweile seit gut vier Monaten dabei. An zwei Tagen in der Woche geht sie zur Berufsschule, ansonsten färbt die Hemsbünderin schon fleißig Haare, wäscht den Kunden den Kopf oder geht ihren Kolleginnen zur Hand.

Am Anfang müssen sich die Azubis noch viel abschauen. Haare schneiden darf Kristina bei den Kunden noch nicht. Doch dafür gibt es schließlich die Modelle. Freunde, Verwandte und Bekannte stellen sich zur Verfügung. An den bekannten Gesichtern beziehungsweise Köpfen übt sie dann den Ernstfall. „Ich muss so tun, als ich ob meine Freunde nicht kenne, so an sie herantreten, wie ich das auch bei ‚echten‘ Kunden machen würde“, erklärt die 16-Jährige und gibt zu, dass sie dabei nicht immer ganz ernst bleiben kann. „Die wissen schließlich alles ganz genau, was grad in meinem Kopf vorgeht.“ Dennoch mache ihr das Haareschneiden natürlich am meisten Spaß. Gehse erwartet, dass seine Auszubildenden im zweiten Lehrjahr eigenverantwortlich arbeiten können und im dritten dann selbst schon die neuen Azubis anleiten.

Interessenten melden sich entweder bei Kay Rieke von der Arbeitsagentur unter Telefon 04261 / 914143 oder über Ruf 04263 /985150 bei Carsten Gehse .

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