Kinderarzt soll für Missbrauch lange in Haft

Hannover - 2014 sorgten die Entführung und der Missbrauch eines Fünfjährigen bei Hannover für Aufsehen. Die Spur führte nach Augsburg, dort steht ein Kinderarzt nun wegen 21 ähnlichen Fällen vor Gericht. Die Staatsanwältin fordert Sicherungsverwahrung für den Mann.

Vierzehneinhalb Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung hat die Staatsanwaltschaft Augsburg für einen Kinderarzt gefordert, der 21 Jungen sexuell missbraucht haben soll. Die Staatsanwältin blieb damit am Donnerstag mit ihrer Forderung in dem Prozess vor dem Landgericht Augsburg nur geringfügig unter der Maximalstrafe von 15 Jahren. Der Arzt war auch an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig gewesen, er war gefasst worden, nachdem er 2014 in Garbsen einen Fünfjährigen entführt hatte.

Laut Anklage hatte der Mann das Kind in sein Auto gelockt, in seiner Wohnung in Hannover narkotisiert, brutal missbraucht und nach zwei Stunden ausgesetzt. In anderen Fällen hatte der Mann seine jungen Opfer etwa in Augsburg und München angesprochen und dann in Tiefgaragen oder Keller gelockt, um sich an ihnen zu vergehen.

„Ohne Geständnis und Täter-Opfer-Ausgleich wäre mit Sicherheit die Höchststrafe herausgekommen“, sagte Staatsanwältin Maiko Hartmann. Hintergrund ist, dass der 41-Jährige mit drei Opferfamilien eine Vereinbarung getroffen und Schmerzensgeld gezahlt hat. Der Mediziner sei ein „äußerst gefährlicher“ Serientäter, begründete sie die Forderung nach der Verwahrung des Pädophilen.

Die Rechtsanwälte, die die Opfer in dem Prozess als Nebenkläger vertreten, schlossen sich weitgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft an. Am Freitag wollen die beiden Verteidiger ihr Plädoyer halten, das Urteil soll Donnerstag nächster Woche fallen.

Der Gerichtsgutachter hatte in dem Prozess angegeben, bei dem Angeklagten bestehe eine mehr als 50-prozentige Rückfallgefahr. Jedes Kind könne daher wieder Opfer werden, sagte die Staatsanwältin. Zudem verlangte sie ein lebenslanges Berufsverbot für den Kinderarzt.

Hartmann und die Anwälte der Familien schilderten drastisch die Traumatisierung der Opfer, das jüngste war erst vier Jahre alt. Die Jungen litten unter Schlafstörungen, Vertrauensverlust zu Lehrern und Ärzten, trauten sich nicht mehr alleine raus und brauchten Therapien. „Man kann es nur als Schneise der emotionalen Verwüstung beschreiben, die Sie hinterlassen haben“, sagte der Anwalt einer Opferfamilie zu dem Angeklagten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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