Landkreis macht kurzen Prozess / Koniferen mussten weichen / Dahms erstattet Anzeige

Kettensäge statt Trittleiter

Flurbereinigung: Um einen freien Blick auf vermeintliche Autowracks zu bekommen, ließ die Behörde einige Bäume fällen. Fahrzeuge wurden allerdings nicht entdeckt.

Wittorf (jw) · Nächste Episode im Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem ehemaligen Wittorfer Frank Dahms und der Kreisverwaltung: Um zu schauen, ob auf dem Gelände an der Molkereistraße 32 Fahrzeuge stehen, die nach Meinung des Amts für Abfallwirtschaft nur noch Schrott sind, ließen die Staatsdiener kurzerhand einige Koniferen fällen, statt „auf eine Leiter zu klettern und über den Zaun zu gucken“, wie Dahms gegenüber unserer Zeitung zornig hervorhebt.

Schon seit längerer Zeit schauen die Behörden dem Wittorfer, der zurzeit aber nicht im Visselhöveder Raum gemeldet ist, in Sachen Hundehaltung (diese Zeitung berichtete exklusiv), Barbetrieb und auch Fahrzeugaufbewahrung intensiv auf die Finger. Und das nicht nur im sogenannten „Roten Haus“ an der Wittorfer Straße, sondern auch in dem von Dahms nach eigenen Angaben gemieteten Haus an der Molkereistraße, das vor einer Zwangsversteigerung stehen soll.

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"Wie Diebe hereingeschlichen"

In den Rotenburger Amtsstuben war man jetzt der Meinung, dass die Fahrzeuge, die Dahms auf den Grundstücken stehen hatte, verwaltungsrechtlich als „Abfall“ zu werten seien. Ergo folgte eine Verfügung mit dem Inhalt, die Autos fachgerecht zu entsorgen.

Wahrscheinlich hat Frank Dahms die Verfügung zunächst ignoriert, wenn sie ihn auf dem Postwege überhaupt erreicht hat. Der 43-Jährige ist zwar nach wie vor der Meinung, dass es sich bei den Karossen um noch fahrbare Untersätze handele, aber dennoch hat er die Mercedes S-Klasse und andere Fahrzeuge vom Grundstück an der Molkereistraße weggebracht.

Das wiederum wussten die Behörden in der Kreisstadt zunächst nicht. Das Amt für Abfallwirtschaft rollte an, um die Verfügung zu überprüfen. Nur wie das bei den von Dahms in irgendeiner Form bewirtschafteten Grundstücken so üblich ist, ist eine Einsicht von außen kaum möglich. An der Molkereistraße wachsen nämlich meterhohe Koniferen rings um das Einfamilienhaus, das zeitweise dem Rotlicht-Milieu zuzuordnen war. Seit einer Polizeirazzia 2006 ist es amtlich versiegelt.

Sieht einer Anzeige „gelassen“ entgegen: Dr. Torsten Lühring.

Wo keine Bäume stehen, verhindert Dahms die freie Sicht durch Baustahlmatten, die mit Plastikfolien verhängt sind. So in ihrer Kontrollarbeit behindert, griff die Behörde zur Kettensäge – mit Hilfe des Visselhöveder Bauhofs. Die örtliche Polizei und das Ordnungsamt waren im Zuge der Amtshilfe mit dabei.

„Vier alte Bäume wurden gefällt, dazu die Zaunkonstruktion beschädigt. Den Schaden schätzte ich auf rund 5 000 Euro“, so Frank Dahms, der Anzeige gegen Unbekannt wegen „Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch“ gestellt hat. „Wenn die schon gucken wollen, hätte eine Leiter gereicht. Aber es musste ja gleich die Säge zum Einsatz kommen.“ Seiner Meinung nach seien die Behörden“ „sehr weit über das Ziel hinausgeschossen“.

Möglichen Ermittlungen der Justizbehörden sieht der Erste Kreisrat Dr. Torsten Lühring „gelassen“ entgegen. Außerdem stellt er sich demonstrativ vor seine Mitarbeiter: „Der gute Mann ist kein unbeschriebenes Blatt in unserer Behörde und beschäftigt nicht nur die Veterinäre, die Bauaufsicht und das Ordnungsamt, sondern auch das Amt für Abfallwirtschaft.“ Er habe „vollstes Verständnis“ für die Arbeitsweise seiner Behörde, denn die „Mitarbeiter wissen in diesem Fall ja nie, was auf sie zukommt.“ Der Betroffene spiele sein Spielchen mit den Behörden und „wir müssen im Auge haben, dass auf den Grundstücken ordnungsgemäße Zustände herrschen“, so Lühring.

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