Bürgermeisterin gibt „Gas“/ Gewerbevereinschef will „Kontakte nutzen“

Kaserne: „Auch drei Jahre sind zu kurz für die Planung“

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Hat noch weitere Ideen für die Nachnutzung der Kaserne: Bürgermeisterin Franka Strehse.

Visselhoevede - Von Jens WietersVISSELHÖVEDE · Ein etwas anderes Tempo als der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel will Visselhövedes Bürgermeisterin Franka Strehse (SPD) bei den Planungen für eine mögliche Nachnutzung der Kaserne vorlegen.

Während Grindel gegenüber unserer Zeitung Anfang der Woche davon sprach, dass das Führungsunterstützungsbataillon 285 erst 2015 aufgelöst werde und man „darum mit Bedacht und in Ruhe“ über eine Konversion des Geländes nachdenken könne, will Strehse einen Gang höher schalten: „Auch drei Jahre sind bei einer Projektentwicklung dieser Größenordnung ein fast zu kurzer Zeitraum, den man nur im Schweinsgalopp schaffen kann.“

„Bestehende Gebäude

weiter nutzen“

Sie erinnert in diesem Zusammenhang an das – im Vergleich zum 19 Hektar großen und mit 32 Gebäuden bestückten Kasernengelände – relativ „kleine Projekt Güterbahnhof“, wo man eine ähnlich lange Planungsphase gehabt habe, die Verwaltung die vielen Verkaufsverhandlungen in dem engen Zeitrahmen kaum geschafft hätte.

„Hinzu kommt, dass potenzielle Investoren uns nicht unbedingt die Tür einrennen, wenn sie nicht das Datum kennen, ab wann sie das Gelände nutzen können“, so Strehse. Wohlwissend, dass sich die meisten Ideen eher auf der grünen Wiese gleich nebenan besser und billiger umsetzen lassen würden als auf dem Bundeswehrgelände, wolle sie sich aber in den künftigen Diskussionen und Planung „mit aller Macht“ dafür einsetzen, dass die bestehenden Gebäude weiter genutzt würden. „Schließlich hat sie der Steuerzahler finanziert.“

Die Idee der Visselhöveder Grünen, eine Art Friedensuniversität auf dem Gelände unterzubringen, hält Strehse zunächst einmal für „gut“, ist aber „enttäuscht“, dass ihr noch keine konkrete Planung vorliege. „Also sind es für mich bisher nur Gedankenspiele. Auch wenn die Internationale Friedensbibliothek gut in unser Haus der Bildung passen würde.“

Ebenso wie Grindel macht sich auch Strehse Gedanken, dass der Sportplatz und die Turnhalle in irgendeiner Form für die Einwohner nutzbar gemacht werden sollten. „Wir überlegen bereits, wie man Zufahrten und auch Heizungen von der übrigen Kasernenfläche trennt.“

Für die Verwaltungschefin steht außer Frage, dass man das Gelände parzellieren kann. „Und vielleicht bleibt dann auch noch ein Plätzchen für unseren Bauhof übrig“.

In dieser Woche sind im Rathaus alle örtlichen Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie der Landrat eingeladen, um „ihnen Ideen zur Nachnutzung zu präsentieren“, so die Bürgermeisterin.

Bürgerinfoabend

am 19. Januar

Die Öffentlichkeit werde am Donnerstag, 19. Oktober, ab 19 Uhr im Rathaus darüber und auch „über das Programm Stadtumbau West“ ausführlich informiert. „Für dieses Programm müssen wir uns bis zum Juni bewerben und entsprechende Vorarbeiten leisten. Also müssen wir Gas geben“, begründet Strehse das Tempo.

Dass der Bundespolitiker Grindel am 30. Januar den Chef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) nach Vissel holt, kann laut Strehse „nicht schaden“. Aber bereits eine Woche vorher würden Bima-Vertreter bei der öffentlichen Bauausschusssitzung (24. Januar, ab 17 Uhr im Rathaus) dabei sein.

Für den Visselhöveder Gewerbevereinsvorsitzenden Matthias Gutermann zählt ebenfalls „jeder Tag bis zur Kasernenschließung, um die Planungen voranzutreiben“. Es müssten alle „verfügbaren Kontakte genutzt werden, damit die Kaserne eine positive Entwicklung erfährt“. Dafür sei es aber enorm wichtig, dass alle Beteiligten und Politiker in dieselbe Richtung arbeiten würden. Man dürfe dabei aber nicht in Aktionismus verfallen, aber man müsse schon „in die Socken kommen“, Entscheidungen herbeizuführen, die gut seien für die Entwicklung Visselhövedes. „Mit Blick auf die Soldaten müssen wir zeigen, dass wir mit ihnen bis zum letzten Tag verbunden sind“, so Gutermann.

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