„Der letzte Flug“ feiert grandiose Premiere im Theater Metronom / Noch Tickets für Freitag

Der Kampf des alten Mannes

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Andreas Goehrt spielte verschiedene Charaktere in dem Stück „Der letzte Flug“. ·

Visselhoevede - Von Mareike BannaschHÜTTHOF · 27 Mal ist alles gut gegangen. Geschützt von der Sonne taucht er mit seiner Messerschmidt im Rücken des Feindes auf und schießt ihn ab. Seine Genauigkeit macht Horst Rippert zu einem der besten Jagdflieger des dritten Reiches. Doch beim 28. Mal trifft er den falschen Feind. Die Premiere des Stückes „Der letzte Flug“ lädt am Freitagabend im ausverkauften Hütthofer Theater Metronom zu einer spannenden Zeitreise ein.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Erinnerungen des Piloten Horst Rippert. Diesen spielt Andreas Goehrt, der auf grandiose Weise das Zaudern eines alten Mannes auf die Bühne bringt, der über Jahrzehnte nur vom einem getrieben wird – dem Versuch, zu vergessen. Doch nach der Bitte um ein Interview gelingt dies nicht mehr.

In einer Rückschau erzählt Goehrt aus der Sicht des Jagdfliegers das Leben des französischen Piloten und Buchautoren Antoine de Saint-Exupéry. Von der ersten Begegnung mit den Flugkisten in den frühen zwanziger Jahren bis zu seinem Tod am 31. Juli 1944, irgendwo vor der Küste von Marseille. Dabei wird vor allem eines deutlich: Rippert, ein alter Mann, der umgeben von Büchern, Schallplatten und Flugzeugmodellen in seinem Wohnzimmer sitzt, ist getrieben von Schuld. Der Schuld, den Abschuss seines Jugendidols verursacht und ihn so getötet zu haben. Denn immerhin war es de Saint-Exupéry der ihn mit seinen Büchern zum Fliegen brachte. Der Held seiner Kindheit, getötet im Rücken der Sonne über dem Meer. Und so erzählt er ihre Geschichte bis zum verhängnisvollen Tag im Juli 1944, wirbt um Verständnis, beschönigt und kann seinen Gefühlen doch nicht entkommen.

Andreas Goehrt versetzt sich jedoch nicht nur in die Rolle des alten Mannes, sondern stellt auf der Reise durch Saint-Exuperys Leben auch die anderen Charaktere dar. Mit Abstreifen des Sakkos wird er plötzlich zum polnischen Mechaniker, der einem kleinen französischen Jungen zum ersten Flug verhilft. Dabei ist es nicht nur der polnischen Akzent, sondern auch Gestik und Mimik, die den Zuschauer in den Bann ziehen. Aber auch die zahlreichen Modellflugzeuge unterstützen den Ausflug in die Geschichte der Fliegerei. Grandios ist die spannungsgeladene Verfolgung über dem Meer, die schließlich im Abschuss des Franzosen endet. „Der letzte Flug“ bietet einen abwechslungsreichen Abend mit einem brillanten, äußerst wandlungsfähigen Schauspieler, der nicht nur den Kampf eines alten Mannes mit sich selbst auf die Bühne bringt, sondern auch humorvoll unterhalten kann. Und die liebevolle Kulisse für sich zu nutzen weiß.

Wer die Inszenierung im Theater Metronom sehen möchte, muss sich beeilen. Es gibt nur noch einige Karten für die Vorstellung am Freitag, 14. Oktober, ab 20.30 Uhr. Reservierungen sind unter der Rufnummer 04262/1399 möglich.

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