Käthe Dittmer-Scheele mit 63,45 Prozent im Amt bestätigt / Wahlbeteiligung liegt bei 64 Prozent

Scheeßels neue Chefin ist die alte

Die Herausforderer René Kahlbrecht (l.) und Bernd Braumüller erwiesen sich als faire Verlierer. Sie beglückwünschten Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele zu ihrem Sieg.
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Die Herausforderer René Kahlbrecht (l.) und Bernd Braumüller erwiesen sich als faire Verlierer. Sie beglückwünschten Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele zu ihrem Sieg.

Scheeßel - Feierstimmung bei der Union, versteinerte Mienen bei SPD, Grünen und der Gruppe 57.

So lassen sich die Reaktionen auf das Wahlergebnis der gestrigen Bürgermeisterwahl in Scheeßel zusammenfassen, bei der Amtsinhaberin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) mit einem großen Vorsprung vor ihren beiden Herausforderern über die Ziellinie ging und damit für die kommenden sieben Jahre weiterhin das höchste Amt der Gemeinde bekleidet. Bereits im ersten Wahlgang erreichte sie die absolute Mehrheit, holte von 6548 gültigen Stimmen 4155 – oder umgerechnet einen Anteil von 63,45 Prozent.

Das Ergebnis der Wahl gibt es hier in der Tabelle

Der parteilose, allerdings von der Mehrheitsgruppe im Gemeinderat unterstützte Kandidat Bernd Braumüller kam auf lediglich 1707 Stimmen (26,06 Prozent), Einzelbewerber René Kahlbrecht, ebenfalls parteilos, auf 686 Stimmen (10,47 Prozent). Insgesamt beteiligten sich von den 9065 Wahlberechtigten 5841 Bürger an der gestrigen Bürgermeisterwahl (64,43 Prozent).

„Das ist ein tolles Ergebnis. Mit diesem deutlichen Resultat habe ich überhaupt nicht gerechnet“, kommentierte Dittmer-Scheele, deren Erfolg sich bereits vor 19 Uhr klar abzeichnete. Als sie dann ins Rathaus kam, wurde sie mit riesigem Jubel von zahlreichen Freunden und Mitgliedern der CDU, die ihr ihre Unterstützung zugesagt hatten, empfangen. Die alte und neue Bürgermeisterin dankte all ihren Freunden, den Wählern und ganz besonders ihrem Mann Lothar, „der den gesamten Wahlkampfstress genauso mitmachen musste wie ich“. Ihre Ansprache nutzte sie auch, einen Appell an die heimische Politik zu richten: „Ich hoffe, dass wir diesen Wahlkampf nun hinter uns lassen und eine gute, sachliche Arbeit für Scheeßel zusammen machen können. Das ist das, was die Menschen von uns erwarten.“

Ihre Herausforderer Bernd Braumüller und René Kahlbrecht erwiesen sich als faire Verlierer. Als das Gesamtergebnis feststand, kamen sie gegen 19.45 Uhr zum Gratulieren. „An der Deutlichkeit des Ergebnisses lässt sich nichts schönreden“, sagte ein sichtlich enttäuschter Braumüller, der bis zuletzt noch auf eine Stichwahl gehofft hatte. Ausschlaggebend für den Erfolg war in seinen Augen der Bonus der Amtsinhaberin. „Ich denke, dass die Scheeßeler keine Experimente wollen – wie das Ergebnis zeigt, bin ich für sie wohl ein Experiment gewesen. Ich bin kein Politiker im klassischen Sinne, da sind die Wähler offensichtlich auf Nummer sicher gegangen.“ Am Montag wolle er das Ergebnis erstmal verarbeiten, danach geht es mit Frau Susanne für ein paar Tage an die Ostsee.

Auch Braumüllers Unterstützer aus dem Gemeinderat zeigten sich enttäuscht. „Die Wähler haben entschieden, das ist zu akzeptieren“, meinte SPD-Fraktionschef Johannes Hillebrand. Für ihn sei das dürftige Abschneiden des Kandidaten vor allem dem Wahltermin geschuldet gewesen.

„Da wir unseren Kandidaten relativ kurzfristig aufgestellt haben, war die Zeit eindeutig zu knapp, uns wäre eine Wahl im September lieber gewesen.“ Aus Sicht von Gabriela Villwock, Fraktionsvorsitzende der Grünen, habe man „mit allen Kräften einen engagierten Wahlkampf geführt“. Und auch der Kandidat selbst habe massig Präsenz gezeigt. Villwock: „Leider hat das für das große Ziel Stichwahl nicht gereicht.“

Große Freude über den Sieg von Dittmer-Scheele gab es naturgemäß bei der CDU. „Käthe ist für ihre hervorragenden Leistungen der vergangenen acht Jahre honoriert worden“, sagte Gemeindeverbandsschef Manfred Lieder, der sich wünschte, dass Dittmer-Scheele den Elan aus der Wahl in ihre dritte Amtszeit mitnimmt.

Mit seinem Wahlergebnis rundum zufrieden zeigte sich Einzelbewerber René Kahlbrecht. Er gelangte mit 10,47 Prozent der Stimmen noch ganz knapp in den zweistelligen Bereich. „Damit kann ich sehr gut leben“, so der Lehrer, der auf einen Wahlkampf größtenteils verzichtet hatte. Ihm sei bewusst, dass er mit seiner Kandidatur vor allem Protestwähler an die Urne gelockt hatte. „Für mich ist heute Herr Braumüller der große Verlierer, immerhin hätte er es auch ohne meine Stimmen nicht zur absoluten Mehrheit geschafft.“ Eine erneute Kandidatur für die Bürgermeisterwahl in sieben Jahren wollte er übrigens gestern Abend nicht ausschließen.

Nicht nur bei der Bürgermeisterwahl stellte die CDU in der Einheitsgemeinde den siegreichen Kandidaten. 68,37 Prozent der Scheeßeler Wähler sprachen sich für eine weitere Amtszeit von Landrat Hermann Luttmann aus – übrigens nach den Zahlen aus der Samtgemeinde Geestequelle kreisweit das zweithöchste Ergebnis. Mitbewerber Hans-Peter Daub kam in der Gemeinde dagegen nur auf 31,62 Prozent.

Deutlich von den beiden Direktwahlen profitiert hatte die Beteiligung an der Europawahl. Gingen vor fünf Jahren noch knapp 43 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne, waren es dieses Mal 63 Prozent. Stärkste Partei auch hier: die CDU mit 46,07 Prozent.

Heute um 16 Uhr entscheidet der Wahlausschuss über das Endergebnis.

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