Yoga ist im Kommen – gestandene und neue Kursleiterinnen bieten Termine

Die „jungen Wilden“ meinen es ernst

Die gestandenen Kursleiterinnen Corinna Krause (2.v.r.) und Anja Trochelmann (2.v.l.) versuchen, im neuen Jahr gemeinsam mit den „jungen Wilden” Nicole Indorf (r.) und Susanne Hastedt den Yoga-Bedarf zu decken. ·
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Die gestandenen Kursleiterinnen Corinna Krause (2.v.r.) und Anja Trochelmann (2.v.l.) versuchen, im neuen Jahr gemeinsam mit den „jungen Wilden” Nicole Indorf (r.) und Susanne Hastedt den Yoga-Bedarf zu decken. ·

Scheeßel - Die Teilnehmer von Kneippkursen sind über 70 und kämpfen gemeinsam im Wassertretbecken gegen ihre Krampfadern – Bei diesem Vorurteil müssen die vier Frauen, die beim Pressegespräch zusammensitzen, lachen.

Zwischen Anfang 30 und 50, allesamt hauptberuflich in anderen Jobs und mitten im Leben, wollen sie so gar nicht ins Klischee von Anleiterinnen des Kneipp-Vereines passen, genauso wenig wie die Menschen, die ihre Yogakurse in Scheeßel und umzu besuchen.

Denn Yoga ist mitnichten nur etwas für alte Leute – noch so ein Vorurteil, gegen das die mehrjährig ausgebildeten Lehrerinnen kämpfen. „Sicherlich ist es für viele eine Möglichkeit, ihren Körper zu erfahren, wenn man – häufig verletzungsbedingt – dem klassischen Alter der Mannschaftssportarten entwachsen ist“, erklärt Corinna Krause, für die anderen drei so etwas wie eine „Übermutter“. Doch es tummeln sich zunehmend auch Jüngere in den Kursen: „Von 20 bis 70 ist alles dabei“, erzählt Anna Trochelmann, „manchmal sogar drei Generationen.“ Denn Yoga könne man, je nach den Bedürfnissen der Kursteilnehmer, „eher ruhebetont ausführen – oder auch so, dass man hinterher richtig ausgepowert ist. „Alle werden von uns dort abgeholt, wo sie gerade sind“, erklärt Nicole Indorf, „die Angst, dass jemand die Übungen nicht mitmachen kann, ist unbegründet.“

Bei den Übungen, die zunächst befremdliche Namen wie „Der Krieger“, „Sonnengruß“ oder „Die Katze“ tragen, geht es nicht nur um Sport, sondern „mit sich in Einklang zu kommen, zur Ruhe, sich selbst zu spüren“, so Susanne Hastedt. Nicht umsonst, haben die Frauen beobachtet, kommen immer mehr Menschen, die kurz vor dem Burnout stehen.

Ganz gleich, welches die Motivation ist, ob Rücken- oder Knieleiden – viele Teilnehmer bringen ihr gesundheitliches Päckchen mit. Darum könne Yoga auch dann vielfach helfen: „Wir haben nicht selten Rückenleidende, die schon alles Mögliche durchprobiert haben und deren Schmerzen durch Yoga verschwinden.“ Ein Allheilmittel sei die aus Indien stammende Lehre mit körperlichen und geistigen Übungen allerdings nicht – „auch hier darf man nach zwei bis drei Mal Üben keine Wunder erwarten!“

In Scheeßel hat sich das Team gerade enorm verjüngt: Nach Indorf, die seit April einen Kurs am Kreuzberg gibt, steigt mit Susanne Hastedt nun eine zweite „junge Wilde“ ein, wie sie sich scherzhaft nennen.

Jede der vier Frauen hat einen anderen Ausbildungsweg – eine ist über Schwangerenyoga „so reingerutscht“, andere haben vier Jahre Akademie und Weiterbildungen für therapeutisches Yoga absolviert oder einen Hintergrund als Physiotherapeutin. Sie alle wissen genau, was Schmerzen auslöst und wie sie dem begegnen können. Nicht umsonst wird „therapeutisches Yoga“ seit kurzem von den Krankenkassen anerkannt. Als Konkurrenz empfinden sich die Kursleiterinnen nicht, ganz im Gegenteil: „Wir treffen uns regelmäßig, um uns gegenseitig Tipps zu geben oder Problematiken durchzusprechen“, meint Anna Trochelmann, „außerdem belegen wir selbst Einzelstunden bei Corinna Kurse, um uns weiterzuentwickeln.“

Trotz starker Präsenz des Kneipp-Vereines in Scheeßel und den Orten umzu ist die Nachfrage kaum zu befriedigen. Was macht Yoga so attraktiv? Verbesserte Beweglichkeit, besseres Verständnis unseres Körpers, Inseln der Ruhe im hektischen Alltag, Geist und Körper in Einklang bringen, und das für jede Altersstufe – auf Nachfrage fängt eine nach der anderen an zu schwärmen.

Man merkt: Die „jungen Wilden“ meinen es ernst, sie glauben und leben das, was sie ihren Kursteilnehmern vermitteln möchten – nicht nur zur Zeit der guten Vorsätze, sondern das ganze Jahr. · hey

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