Hassendorfer Singkreis präsentiert Konzert in familiärer Atmosphäre

Jung und Alt vereint

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Dr. Gernot Breitschuh beim Vorlesen der Geschichte.

Hassendorf - Von Heidi Stahl. Entgegen einiger dunkler Prognosen ist die Welt in der vergangenen Woche doch nicht untergegangen. Und so erklangen im Dorfgemeinschaftshaus Hassendorf unter dem bunt geschmückten Weihnachtsbaum zahlreiche festliche Lieder aus sieben Jahrhunderten vor mehr als hundert Zuhörern.

Der Hassendorfer Singkreis, der bereits 1975 von Siever-Johanna Breitschuh ins Leben gerufen wurde, eröffnete unter der Leitung des Kirchenmusikers Johannes Kaußler mit „Sei willekommen, Herre Christ“ aus dem Jahr 1394 diesen Adventsabend. In familiärer Atmosphäre verbreitete das Programm das Gefühl, bei einem Hausmusikabend in kleiner Runde zu sitzen.

Dazu trugen vor allem die Darbietungen der jungen Musikschüler von Swetlana Kruse und Siever-Johanna Breitschuh bei, die aufgeregt und voller Eifer vor so vielen Zuhörern zeigten, was sie gelernt hatten. An Klavier, Geige, Gitarre und Flöte präsentierten die sieben bis zwölf Jahre alten Kinder, unter ihnen Alexander Nüsslin, Elias Tödter, Carlotta Terborg, Kira Schulz, Jette Diekmann, Jula und Annik Zeller, Weihnachtslieder sowie Klaviermusik. Wenn auch nicht immer jeder Ton der Instrumente vollendet und fehlerfrei war, so vermittelten doch gerade diese Momente den Eindruck eines weihnachtlichen Familienabends in so selten gewordener dörflicher Gemeinschaft.

Die Musiklehrerinnen Swetlana Kruse und Siever-Johanna Breitschuh strahlten und zeigten damit, wie stolz sie auf die Leistungen ihrer jungen Schüler waren. Wenn Breitschuh den aufgeregten kleinen Künstlern die Noten umblätterte und sie nach ihrem Vortrag begeistert in die Arme schloss, wurde durch sie, sowie den begeisterten Beifall der vielen Zuhörer, Wertschätzung und Liebe vermittelt. Die Anerkennung der Leistung der Kinder wurde über die kleinen Fehler gestellt und das Selbstwertgefühl der Nachwuchskünstler gestärkt.

Umrahmt von weiteren Weihnachtsliedern neueren und älteren Datums, die Johannes Kaußler am Klavier mit seinem Chor der 20 Sänger im Alter von 18 bis 76 Jahren erklingen ließ, las Dr. Gernot Breitschuh, eine weihnachtliche Geschichte vor. In seinem ausdrucksstarken Vortrag erinnerte er an Peter Ustinov.

Die bei dieser Weihnachtsfeier schon traditionell gewordene Lesung handelte von dem grobschlächtigen, von allen Menschen verachteten und gefürchteten alten „Dickkopf“, der durch die Freundschaft mit dem freundlichen kleinen Peterle zum Helden wird. Er rettet Peterle aus einer Feuersbrunst und kommt dabei selbst um. Wenn der Geschichte auch kein Happyend beschert war, wie Dr. Breitschuh sagte, so veranschauliche sie doch, welchen Wert die Freundschaft unter den Menschen habe und welchen eigentlichen Sinn die Weihnachtsbotschaft habe.

Dieser Abend in Hassendorf zeigte etwas ganz selten Gewordenes: eine Gemeinschaft von Jung und Alt, wo jeder sich gut aufgehoben und wertgeschätzt fühlte. Hier wurde dem Wort „Dorfgemeinschaftshaus“ sein ursprünglicher Sinn wiedergegeben.

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