Waffensener hat seine Erinnerungen an 30 Jahre in Alaska und Kanada aufgeschrieben

Jens Krüger im „Bann des Nordens“

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Jens Krüger aus Waffensen stellte im Pressehaus sein Buch „Im Bann des Nordens“ vor.

Waffensen - Es ist eine Leidenschaft, eine Passion, die Jens Krüger (53) immer wieder nach Britisch Kolumbien in Kanada treibt. Für etwa sechs Monate ist er Jahr für Jahr im Nordwesten Amerikas.

Der stattliche Elch steht bei den Jägern hoch im Kurs.

Den deutschen Pass wolle er nicht abgeben, wenngleich er längst das Recht auf die kanadische Staatsbürgerschaft erworben habe, erzählt der Waffensener bei einem Besuch im Pressehaus, bei dem er seine als Buch erschienenen Erinnerungen „Im Bann des Nordens“ vorstellte. In den „Bann des Nordens“ geriet Krüger vor 30 Jahren. Seither hat er, der Berufsjäger, der Wildmeister, in Alaska und Britisch Kolumbien selbst gejagt oder von seiner Lodge nahe Fort St. James und Salmon-Lake im Westen Kanadas Jagdausflüge organisiert. Mittlerweile fühle er sich mehr als Jagdführer denn als Jäger, berichtet Krüger, der seine in drei Jahrzehnten in Alaska und Kanada angehäuften Erfahrungen jetzt in einem mit zahlreichen eindrucksvollen Fotos ausgestatteten Buch herausgebracht hat.

Die Berichte von Jagdausflügen von teils lebensgefährlichen Begegnungen mit Bären und Elchen, die Berichte von anderen, die nach Attacken der mächtigen Wildtiere nur knapp dem Tode entronnen waren, sind spannend, fesseln, machen es nicht leicht, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Wer an den authentischen Erlebnissen und Erfahrungen, an den Freuden und Herausforderungen des Lebens und Arbeitens in der von Menschenhand weitgehend unberührten Wildnis teilhaben möchte, findet die Erinnerungen im Buchhandel. Bei Neumann-Neudamm verlegt kostet „Jens Krüger, Im Bann des Nordens“ 19,90 Euro.

Krügers jüngster Sohn Sven stellt in einem der zahlreichen Gewässer kapitalen Fischen nach.

Hauptberuflich sei er Autor, schreibe für Fachmagazine wie den „Niedersächsischen Jäger“ oder auch „Wild und Hund“, erzählt Krüger. Den namhaften Tierfilmer Andreas Kieling zählt er zu seinen Freunden. In einem sehr persönlichen Vorwort zum Buch berichtet Kieling von der gemeinsamen Pirsch auf einen Grizzlybären. Der sollte fotografiert werden, bekam dann allerdings Witterung von den beiden, wie Kieling es schreibt, jungen Männern „voller Passion und Tatendrang“, die alles daran setzten (ihre) Grenzen auszuloten. Das Erlebnis mit dem Bären in der unübersichtlichen Tundra ging gut aus.

Nicht so eine Kanutour im Jahre 2008, zu der Jens Krüger mit Ehefrau Birgit und den Söhnen Yannick, Maik und Sven aufgebrochen war. Sie endete tragisch. Das Kanu kenterte, Birgit Krüger ist seither verschollen ... Der Unfall löste auch in Krügers Heimatort Waffensen Bestürzung aus. Birgit Krüger leitete dort mit Erfolg das Mehrgenerationenhaus, hatte sich Anerkennung erworben. Das Dorf nahm Anteil, trauerte, spendete den Hinterbliebenen Trost.

Im letzten Kapital seines Buches „Im Bann des Nordens“ geht Jens Krüger ausführlich auf die dramatischen Umstände ein, beschreibt eindrücklich die Gefahren für Leib und Leben, denen er und auch sein Sohn Sven ausgesetzt waren. Die Frage, warum die geliebte „Mutter Natur“ ihm und seiner Familie so übel mitspielte, kann Jens Krüger nicht beantworten. Aber er hat einen Trost: Die Zeit heilt Wunden – und mittlerweile hat er seinen Frieden mit der archaischen Landschaft, mit Bergen und Flüssen gemacht, bietet mit seiner Lebensgefährtin wieder Jagdausflüge in die Wildnis von seiner Lodge in Kanada aus an. · sf

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