Die Tagesförderstätten im Mittelpunkt des Werke-Neujahrsempfanges

Für jeden Wochentag eine Farbe und ein Geruch

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Der Werkevorstand Torsten Tillner (v.l.) und Jutta Wendland-Park sowie die Promis in der ersten Reihe bewiesen, dass auch Papier typische Töne zu entlocken sind.

Rotenburg - 510 behinderte Menschen werden zurzeit in zehn Tagesförderstätten (TFS) der Rotenburger Werke betreut. Schwer-, teils mehrfach behinderte Menschen mit hohem Assistenzbedarf, denen die Arbeit in einer Werkstatt (noch) nicht zugemutet werden kann.

Das Angebot stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs gestern Morgen im Haus Niedersachsen, zu dem Vorstandsvorsitzende Jutta Wendland-Park zahlreiche prominente Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie gesellschaftlichem Leben begrüßte. Pantomime Jomi steuerte den unterhaltsamen Teil bei – künstlerische, nonverbale Kommunikation par excellence, die Eingang in den TFS-Alltag gefunden hat.

Grimmepreisträgerin Astrid Schult aus Berlin führte beim neuen Imagefilm der Werke Regie. Sie lässt darin Bewohner und Mitarbeiter zu Wort kommen, zeigt den Alltag in den Betreuungseinrichtungen und Werkstätten. In sehr persönlichen Bildern und „ohne Schnickschnack“, wie Jutta Wendland-Park nach der Aufführung kommentierte. Die 13-jährige Conny macht darin mit Mimik und Schnalzgeräuschen auf sich aufmerksam. Non-verbale, unterstützte Kommunikation, die im Übrigen in den Rotenburger Werken weiterentwickelt wird – auch, um den Behinderten Orientierung zu geben. Wie das konkret in den Tagesförderstätten gehandhabt wird, machten Abteilungsleiterin Anke Duschat und Barbara Seger aus dem Kreis der Teilbereichsleiter deutlich. Jeder Tag beginne in einem Gruppenkreis, die Wochentage werden anhand von Farben, zugehörigen Düften und einer ganz typischen Handbewegung für die Betreuten erkennbar gemacht. So ist dem Montag beispielsweise die Farbe Lila und Lavendelduft vorbehalten. Der geschwungene Arm beschreibe den Einstieg in die Woche. Bilder, Kärtchen, Piktogramme sollen helfen, Struktur in den Tagesablauf zu bekommen.

„Die Arbeit auf Augenhöhe ist für uns wichtig“, stellte Wendland-Park heraus. „Wo wir füreinander leben, werden wir reich beschenkt“, gab sie den Gästen ebenso mit auf den Weg wie die Erkenntnis, dass „menschliche Begegnungsräume zu göttlichen werden können“.

Die Werke sind bemüht, diese Begegnungsräume mehr und mehr zu dezentralisieren. „Dazu trägt auch das zweite Milieu bei“, so Finanzvorstand Torsten Tillner im Gespräch mit Moderator Hendrik Pröhl. Die Behinderten verließen morgens ihre Wohngruppen oder reisten als Externe an, um den Tag in den Förderstätten zu verbringen.

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Detlef Eichinger die feste Verankerung der Werke in der Stadt. Landrat Hermann Luttmann unterstrich, dass die zentrale Lage einer derart großen Behinderteneinrichtung in Deutschland wohl einmalig sei. · sf

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