Scheeßeler Kirchenmusikszene feiert ein klangvolles Jubiläum / Vier Ensembles spielen auf

125 Jahre und mitnichten leise

125 Jahre alt und kein bisschen leise: Der Posaunenchor ist aus dem Leben der St.-Lucas-Kirchengemeinde nicht wegzudenken.
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125 Jahre alt und kein bisschen leise: Der Posaunenchor ist aus dem Leben der St.-Lucas-Kirchengemeinde nicht wegzudenken.

Scheeßel - Die Scheeßeler Kirchenmusikszene hat in diesem Jahr gleich vier gute Gründe zum feiern: Auf 125 Jahre blicken die Lucas-Kantorei und der Posaunenchor Scheeßel-Lauenbrück zurück, der Chor „Kreuzschnäbel“ und das Lucas-Flötenensemble bringen es auf jeweils 25 Jahre.

Wie – wenn nicht musikalisch – könnten die Ensembles die Jubiläen passender begehen. Und das, was dem Publikum am Sonntag beim Orgel-Plus-Konzert unter Federführung von Andreas Winterhalter in der St.-Lucas-Kirche zu Gehör gebracht wurde, war erst der Auftakt.

Der Kirchenmusiker beeindruckte wieder einmal als Organist. Winterhalter schien völlig aufzugehen in den Werken und wirkte mitunter nicht einfach nur konzentriert, sondern nahezu selbstvergessen. Die drei dargebotenen Orgelstücke stammten allesamt von schleswig-holsteinischen Komponisten aus dem frühen Barock. Mit dem „Praeludium in G“ von Nicolaus Bruhns hatte er sich ein Werk ausgesucht, das virtuose Beinarbeit erfordert. Mit diesem Stück setzte der Kirchenmusiker das fort, was das Lucas-Flöten-Ensemble im Zusammenwirken mit ihm eingangs bereits geschafft hatte: Wärme zu erzeugen. Vergessen waren eisige Kälte und Schneefall draußen. Wunderbar klangen „Verleih uns Frieden gnädiglich“ (Balthasar Resinarius), „La Venitiana“ und „La Fiorentina“ (Lodovico Grossi da Viadana).

Fortsetzung fand die wärmende Stimmung im Auftritt der Kreuzschnäbel vor allem mit dem Lied „Hell strahlt die Sonne“ (Peter Strauch) und der Textzeile „denn Du erwärmst auch mich“.

Zwischen den Auftritten der einzelnen Jubilare erklangen reine, nahezu schon opulente Orgelstücke von Vincent Lübeck und Dieterich Buxtehude.

Die wie eh und je stimmgewaltige Lucas-Kantorei bot Werke von Johann Sebastian Bach, Edward Elgar und Gabriel Fauré dar. Der Posaunenchor präsentierte sich gut besetzt, ließ jedoch weibliche Besetzung vermissen. Einfluss auf die gespielten Stücke wie die doppelchörige Variante von „La Mantouana / In dir ist Freude“ (Ludovico Viadana), „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ (Christoph Graupner) und „Nun danket alle Gott“ (Johann Sebastian Bach) hatte das selbstverständlich nicht. Letzteres wurde im Zusammenspiel mit der Orgel begonnen und mündet im gemeinsamen Singen mit den Gästen.

Pastor Jens Ubben dankte nicht nur im Speziellen Wolfgang Rose (Leitung Kreuzschnäbel) und Andreas Winterhalter für ihren unermüdlichen Einsatz für die hiesige Kirchenmusik, sondern auch den Akteuren, die Musik für sich entdeckt haben und damit etwas zum Ausdruck bringen.

Die Jubilare machten mit ihrem harmonischen Repertoire Appetit auf das Jubiläumsjahr.

Schade nur, dass so wenige Zuhörer den Weg in das harmonisch zusammengestellte Konzert gefunden hatten. · bd

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