Grausiger Fund nach nicht gemeldetem Wildunfall / Appell an die Autofahrer

Jäger muss Ricke und Kitz von ihren Leiden erlösen

Das schwer verletzte, leidende Kitz wurde erst nach Tagen gefunden. ·

Fintel · Im Landkreis Rotenburg werden pro Jahr rund 1500 Wildunfälle angezeigt. Doch, die Dunkelziffer ist hoch. Welche Folgen ein nicht gemeldeter Wildunfall haben kann, hat Kuno Kumpins aufgeschrieben, der für die Jägerschaft Rotenburg die Öffentlichkeitsarbeit verantwortet.

Wie wichtig es ist, einen Wildunfall dem zuständigen Revierpächter oder der Polizei zu melden, zeige die Schilderung des nachfolgenden Falles, schreibt Kuno Kumpins. Am 2. oder 3. Juli ereignete sich an der Kreisgrenze bei Fintel ein Wildunfall, der vom betroffenen Verkehrsteilnehmer weder der Polizei noch dem zuständigen Revierinhaber gemeldet wurde. Bei dem Wildunfall wurden Ricke und Kitz angefahren.

Die Ricke wurde vom Revierinhaber am 3. Juli zufällig bei einem Reviergang schwer verletzt aufgefunden und musste von ihren Qualen erlöst werden. Infolge des Wildunfalles wurde ihr Becken zertrümmert, so dass sie sich nicht mehr fortbewegen konnte. Bei der Untersuchung der Ricke wurde festgestellt, dass sie ein prall gefülltes Gesäuge besaß, also mindestens ein Kitz führen musste. Nach mehrtägiger Suche konnte auch das inzwischen stark abgekommene und schwer verletze Kitz gefunden und von seinem Qualen erlöst werden.

Das Kitz wies eine Totalfraktur am rechten Hinterlauf auf, in deren Folge der Knochen des Hinterklaufes blank lag. Der Lauf war unterhalb der Fraktur eitrig und stark angeschwollen und musste dem Tier unsägliche Schmerzen verursacht haben. Bei einer Meldung des Unfallgeschehens hätte es nicht zum Zufallsfund der Ricke kommen müssen, sondern es wäre eine sofortige Nachsuche an der Unfallstelle möglich gewesen, die beiden Tieren leidvolle Schmerzen erspart hätte, betont Kumpins.

Die Jägerschaft Rotenburg (Wümme) appelliere daher an alle Verkehrsteilnehmer, einen Wildunfall auch dann zu melden, wenn das Fahrzeug nur geringe Schäden aufweise und das beteiligte Stück Wild nicht an der Unfallstelle aufgefunden werden kann. Selbst eine kurze Berührung des Wildes bei hoher Geschwindigkeit könne, obwohl am Fahrzeug kaum Schäden entstanden und nur Haare, Borsten oder Federn zu finden seien, beim betroffenem Wild zu erheblichen Verletzungen geführt haben, in deren Folge es qualvoll verendet.

Nur nach einer erfolglosen Kontrollsuche durch den zuständigen Revierinhaber könne ausgeschlossen werden, dass ein am Unfall beteiligtes Tier zu Schaden gekommen ist.

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